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Nach meinem einjährigen Aufenthalt in Ägypten (Februar 2005 bis Februar 2006) kehre ich nun für vier Wochen in meine zweite Heimat zurück - getreu dem Motto: "Wer einmal von den Wassern des Nils getrunken hat, wird seinen Durst niemals mehr woanders stillen"...
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(29.09.2006)
Was macht man an den ersten Tagen im Ramadan? Man ist faul, verbringt moeglichst viel Zeit zuhause und schlaeft - genau das habe ich Sonntag und Montag getan, bevor ich mich am Dienstag (wie schon berichtet) ins Getuemmel am Khan el-Khalili gestuerzt habe.
Mittwoch war ich dann mit Freunden von mir (Ridda, Leila und Mai) zum Iftar verabredet. Verabredungen zum Iftar sind immer etwas schwierig, da man sich einerseits nicht zu frueh treffen moechte (was soll man machen, wenn man keinen Kaffee trinken kann und zum Spazierengehen zu muede ist?!), andererseits aufpassen muss, dass man nicht ins allgemeine Chaos vor Sonnenuntergang geraet, keinen Bus findet und am Ende zu spaet am gedeckten Tisch sitzt...
Wir lagen eigentlich ganz gut in der Zeit, mussten aber um halb sechs (eine Viertelstunde vor Sonnenuntergang!) feststellen, dass das von uns auserwaehlte Cafe im Ramadan geschlossen ist. Das sind so Momente, in denen alles etwas hektisch wird - wo bekommt man jetzt noch was zu Essen her? Wir sind dann in einem franzoesisch angehauchten Restaurant in Downtown gelandet ("Le Bistro"), was ein bisschen teuer war, aber das Essen war wirklich super. Ich war froh, ein ruhiges Iftar zu erleben, nachdem zuhause immer totale Hektik ausbricht, weil zum Sonnenuntergang der Tisch immer noch nicht fertig gedeckt ist...
Ridda, Leila,...
...Mai und ich im Restaurant "Le Bistro"
Nach dem Essen sind wir noch in ein traditionelles arabisches Cafe weitergezogen. Dort sassen wir draussen und konnten Kaffee, Shisha und frische Luft geniessen - sehr schoen
!
eine Packung Halloren-Kugeln machte alle gluecklich, vor allem Mai
typisch Ramadan: alles in der Stadt ist erleuchtet, vor allem die Cafes
Gestern war ich morgens fuer eine Stunde in Downtown, um noch ein paar Sachen zu besorgen. Nachdem es die letzten Tage insgesamt etwas kuehler war, war es gestern wieder unfassbar heiss. Als ich auf dem Rueckweg zwanzig Minuten in der prallen Sonne stand, bevor sich ein Bus fand, in denen ich gerade noch so reinpasste, war ich dem Kreislaufkollaps nahe. Auch das ist eben Teil vom Ramadan
...
Nach einigen Stunden im Wind der Klima-Anlage haben Sahar und ich dann fleissig in der Kueche gewerkelt (ich habe einen tollen neuen Nachtisch entdeckt: "Koenigssand"!), und zum Sonnenuntergang gab es (genau wie letztes Jahr am ersten Donnerstag im Ramadan) eine wahre Essensschlacht bei meiner Gastoma. Und wie so oft zog sich das Treffen dort bis spaet in die Nacht hin, verbunden mit immer neuen Dingen, die auf dem Tisch landeten: Obst, Tee, Kuchen, orientalische Suessigkeiten, Pepsi, Knabberzeug...
einer der zwei Tische voller Leckereien
Und was folgt auf so eine "durchfressene" Nacht? Genau: man schlaeft lange und haengt auch sonst fuer den Rest des Tages nur auf dem Sofa herum. Nur die arme Angela, die muss ihren Rucksack packen - und das stellt sich als echtes Problem heraus: Der Rucksack war schon relativ voll, als ich gekommen bin. Dazu kommen die Dinge, die ich neu gekauft habe (eine Ramadan-Laterne, Schals, DVDs, Buecher...). Und oben drauf muessen eigentlich noch all die Dinge, die ich damals im Februar hier gelassen habe, um sie bei meinem naechsten Besuch mitzunehmen: ein Scrabble-Spiel auf Arabisch. Eine ganze Tuete voll mit Buechern. Klamotten. Eine Shisha. Nun ja, dieses Abenteuer gilt es jetzt noch zu bestehen, und um halb zwoelf heute Abend geht es auf in Richtung Flughafen...
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