Sudan-Reisebericht :Afrika Expeditionen Sudan

Im Topossa Dorf

Im Topossa Dorf

Nach anfänglichem Zögern geben sich die Bewohner gelassener und eine gesunde Neugier greift um sich. Wir können in Ruhe alles betrachten und gewinnen einen Eindruck vom Alltagsleben der Menschen.

Auffällig ist die Bauweise der Hütten und der Vorratsspeicher, vor allem wegen der künstlerischen Flechtart der Dächer.

Die Topossa sind ein halbnomadisches, ostnilotisches Hirtenvolk in der süd-sudanesischen Provinz East-Equatoria, in der Gegend um Kapoeta. Sie leben vorwiegend von der Rinderzucht.

Rinder sind für sie, wie für die meisten Hirtenvölker des Landes, der Inhalt des Lebens und sie dienen nicht nur der Nahrungssicherung, sie sind vielmehr ein Statussymbol. Daher kommt es nicht selten zu Fehden zwischen den einzelnen Gruppen und benachbarten Stämmen, bei denen es um Viehdiebstahl und die Benutzung von Wasserstellen geht.

Die meisten Stämme im Südsudan befassen sich neben der Rinderzucht immer öfter auch mit Feldwirtschaft, bei der sie meistens Hirse und Hackfrüchte anbauen, die in der Trockensavanne am besten gedeihen.

Frauen und Männer der Topossa und auch vieler anderer Stämme bringen sich Schmucknarben bei, wobei die Motivation sehr unterschiedlich ist. Sie dienen der Schönheit, der Steigerung der sexuellen Anziehungskraft, der Demonstration von Tapferkeit bei rituellen und kriegerischen Kämpfen oder zur Identität bei der Abgrenzung zu benachbarten Stämmen. Die Narben, die an den verschiedensten sichtbaren Körperstellen angebracht werden, entstehen durch kleine Schnitte in die Haut, die mit Asche eingerieben werden, um eine schnelle Heilung zu verhindern und dadurch auffällige Narben entstehen zu lassen.

Überwältigt von den vielen Eindrücken treten wir langsam die Rückfahrt an.

In Kapoeta machen wir im Garten des Naivasha-Hotels in der Nähe der alten Moschee eine Erfrischungspause.

Vor der Ankunft im Camp werden wir von einer Gruppe tanzender Frauen "aufgehalten". Sie sind in der üblichen Stammestracht gekleidet und tanzen mit Gesang und wilden Gebärden um den Lkw herum.

Wir steigen vom Lkw ab und mischen uns unter den Tanzenden. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung.

Vor uns liegt nun ein Gebiet, in dem seit Jahren blutiger Bürgerkrieg zwischen dem moslemischen Norden und dem archaischen Süden des Sudan herrscht. Hinzu kommen im Grenzgebiet Uganda / Sudan bewaffnete Auseinander- setzungen zwischen Rebellen aus Uganda und den Bewohnern des Grenzgebietes im Südsudan. Immer häufiger stoßen wir auf verlassene oder zerstörte Panzer und LKWs, hin und wieder auf Schilder mit Warnhinweisen vor Minen. Das bedeutet, dass man keinesfalls die Piste verlassen darf.

© Johnny Hinzen, 2007
Du bist hier : Startseite Afrika Sudan Sudan-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Sudan-Uganda-Kenia: Naivashasee - Baringosee - Kapedo - Cherangani Hills - Turkanasee - Lokichoggio - Sudangrenze - Kapoeta - Didinga Hills - Torit - Ugandagrenze - Kidepo Park - Karamoja - Mt. Elgon - Keniagrenze - Kakamega Forest - Saiwa Swamp
Details:
Aufbruch: 01.01.2007
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 28.01.2007
Reiseziele: Kenia
Sudan
Uganda
Der Autor
 
Johnny Hinzen berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors