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Dann endlich sind wir in dem Dorf Ileret und genießen von einem Hügel aus den ersten Blick auf den blaugrün schimmernden Turkana See - man muss sich die Augen reiben, ein riesiger See inmitten einer baumlosen, von Lavabrocken übersäten Landschaft.
Der See liegt im nördlichsten Teil des Kenianischen Rift Valleys, dessen äußerster Zipfel (Mündung des Omoflusses im Omodelta) bereits zu Äthiopien gehört. Er ist 260 km lang und bis zu 50 km breit und somit der größte permanente Wüstensee der Erde. Trotz dieser Wassermenge ist das Land an seinen Ufern extrem unwirtlich und die Region gilt als die heißeste, trockenste und windigste Gegend Kenias. Im Gebiet des Sees leben Nomaden der Turkana, Rendille, Gabra und El Molo. Der Ort Ileret selbst liegt auf einer sandbedeckten Abbruchkante.
Bei der Polizeistation melden wir uns an und laden unsere Begleiter ab. Sie werden heute noch mit einem Matatu (Buschtaxi) zu ihrem Polizeiposten in Dukana zurück fahren. Da es im Dorf nichts zu kaufen gibt, fahren wir direkt die steile Sandpiste hinunter zum flachen Ufer des Sees. Hier wollen wir für zwei Nächte campieren. Inmitten der Uferregion führt uns der Weg an einem kleinen Wasserloch vorbei, an dem die Bewohner des Dorfes Wasser für die Tiere schöpfen. Wir halten an und es gibt zugleich ein großes Hallo.
Einige hundert Meter weiter, unmittelbar am Ufer des Turkana-Sees unter ein paar spärlichen Bäumen, bauen wir unsere Zelte auf. Auch hier sind wir von vielen Kindern umringt, die uns vom Brunnen gefolgt sind und uns bis zum Einbruch der Dunkelheit treu bleiben.
Bei den Fischern decken wir uns mit Fisch für die nächsten Tage ein. Sie haben einen riesigen Nilbarsch gefangen, von dem wir nur ein kleines Stück brauchen können. Mit einem malerischen Sonnenuntergang endet ein weiterer ereignisreicher Tag im Outback Nordkenias.
Weiter geht die Fahrt in südlicher Richtung zum Sibiloi Nationalpark (1570 qKm), der nördlichste Park Kenias in einer lebensfeindlichen Landschaft. Hier herrschen Höchsttemperaturen von über 40° und die durchschnittlichen Jahresniederschläge liegen bei ca. 200 mm/qm.
Die Regenzeit (April) fällt oft völlig aus. Aber gerade die Kombination von Abgelegenheit, unverfälschter Natur und rauer Landschaft macht diesen Park besonders reizvoll. Hier im Park gibt es einen versteinerten Wald (7Mill. Jahre alt). Wir schwärmen aus und schauen uns die interessantesten Stellen aus der Nähe an.
In Alia Bay, in der Nähe des Parkhauptquartiers am Südende des Parks, wurden in Koobi Fora einige der aufregendsten Stücke versteinerter Knochen gefunden. Wir machen eine Rundfahrt mit einem Führer zu den wichtigsten Ausgrabungsstätten von Leakey (Menschenfunde, Fossilien von Riesenschildkröte, Elefant).
Etwas abseits von der Koobi Fora Station schlagen wir in der Wildnis das Camp auf. Wir verlassen den Sibiloi Park am südlichen Gate. Die Piste führt jetzt durch Buschsavanne in südöstlicher Richtung und entfernt sich zunächst wieder vom See, um ihn dann in einem Bogen nördlich von Loyengalani wieder zu erreichen. Dieses Gebiet ist Heimat der Rendille-, Gabra- und später am See wieder der Turkana- und El Molo-Nomaden. Unterwegs, an einer Abzweigung bei dem Brunnen Hurran Hurra, biegen wir wieder nach Südwesten Richtung See ab. Wir werden heute Loyengalani nicht mehr erreichen und finden in den Plains unter Bäumen neben einem ausgetrockneten Flussbett einen tollen Zeltplatz in einer sehr schönen wüstenähnlichen Landschaft.
Am Abend geht ein stürmischer Wind und beim Schlafengehen stellen wir fest, dass die Zelte ziemlich "versandet" sind, da die Moskitonetze den Flugsand nicht aufhalten konnten. An der El Molo Bay, benannt nach dem hier lebenden zahlenmäßig kleinsten Stamm Kenias, den El Molo, stoßen wir am nächsten Morgen wieder auf den See und erreichen kurze Zeit später den Ort Loyengalani. In der Oasis-Lodge quartieren wir uns für zwei Tage ein.
Baden in den Pools, die aus Süßwasserquellen gespeist werden. Auf der Speisekarte steht Fisch natürlich an erster Stelle und die Bar ist reichlich gefüllt. Die Preise sind hoch und es gibt, anders als bei den Zimmerpreisen, keinen Freundschaftsrabatt.
Rundgang durch den Ort Loyengalani mit Großangebot von schönen Souvenirs und Kontakt zu freundlichen, ursprünglichen Menschen.
In den nächsten Tagen werden wir die Strecke vom nördlichen zum südlichen Outback Kenias auf kürzestem Weg bewältigen, wobei wir Abstecher zu einigen Höhepunkten einbeziehen.
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