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Dann haben wir es geschafft, den Lkw den Berg hinauf zu bringen, Marsabit ist erreicht. Die Hitze der Wüste ist vergessen und eine angenehm kühle Bergluft umgibt uns. Wir fahren direkt zum Marktplatz und versuchen, eine Werkstatt aufzutreiben.
Zufällig treffen wir einen alten Freund, den wir schon bei einigen Touren in und um Marsabit hilfreich zu Seite hatten. Schnell haben wir ihm die Lage erklärt und er wird sich sofort darum kümmern, einen neuen Bolzen zu bekommen oder den alten schweißen zu lassen. Das Problem ist, dass heute Sonntag ist und auch in der Wildnis richten sich einige Leute danach. Bevor wir zur Campsite fahren, machen wir noch die nötigsten Einkäufe. Wir fahren die kurze Strecke zum Marsabit Nationalpark hinauf, bei dessen Gate die Campsite liegt. Auf dem Weg dorthin hat sich die "technische Lage" deutlich verschlechtert und wir können den Lkw kaum noch lenken und scharfe Kurven sind kaum zu meistern. Kurz vor dem Gate steigen wir alle ab, um das Auto zu "leichtern" und so schaffen wir auch noch die letzte Kurve. Die wenigen Meter bis zur Campsite laufen wir hinter dem Lkw her und sind schließlich am Ziel.
Auf einer Waldlichtung schlagen wir die Zelte auf und richten uns wie üblich ein. Hier wollen wir zwei Tage bleiben, um auch im angrenzenden Nationalpark die Kraterseen Sokorte und Paradise, die vulkanischen Ursprungs sind, zu besuchen.
Am nächsten Tag kommt unser Bekannter zusammen mit einem Mechaniker aus Marsabit und bringt einen ganz neuen Bolzen mit, so dass der Reparatur nichts mehr im Wege steht.
Wir lungern auf dem Platz herum und schauen hin und wieder Friedhelm und dem Mechaniker bei der Arbeit zu.
Marsabit mit dem Karatin-Gipfel (1707m) und der ihn umgebende Regenwald, ist eine grüne Insel inmitten großer Trockenheit. Die heiße Luft aus den Ebenen steigt abends oft den Berg hinauf und schlägt sich als Nebel, manchmal auch als Regen an den Hängen nieder. So entstand der dichte Bergregenwald, der viele Tiere beherbergt.
Unser Bekannter hat für den Tag einen Landcruiser mit Fahrer organisiert, der uns in kleinen Gruppen durch den Park fahren soll, da der Lkw hierfür, wie man sieht, nicht zur Verfügung steht. Wir beide fahren mit der ersten Gruppe.
Nach einer knappen Stunde Fahrt tut sich plötzlich der Wald auf und gibt den Blick auf den malerischen, kreisrunden Sokorte See frei.
Der See führt wegen der Trockenheit kein Wasser und auch Tiere sind nicht zu sehen. Wir verweilen in der Nähe der Lodge und warten, ob sich nicht doch noch Tiere zeigen.
Es dauert nicht lange und eine kleine Herde Elefanten überquert den ausgetrockneten, nur noch mit einer Schlammschicht bedeckten Seeboden.
Nun fahren wir weiter in den Wald hinein. Die Piste wird jetzt zusehends schlechter. Dann versperrt auch noch ein umgefallener Baum die Fahrbahn. Mit vereinten Kräften können wir das Hindernis zum Glück zur Seite schieben.
Nach einer knappen Stunde erreichen wir den Paradise Kratersee, der seinem Namen alle Ehre macht. Auch hier in dieser schönen Landschaft verweilen wir einige Zeit und genießen den eindrucksvollen Blick. Im Gegensatz zum Sokorte gibt es hier noch etwas Wasser im See.
Wir fahren bald zur Campsite zurück, da die nächste Gruppe für ihren Tripp sicher schon in den Startlöchern steht. Der Lkw ist inzwischen kurz vor der "Fertigstellung", so dass der Weiterfahrt am nächsten Morgen nichts mehr im Wege stehen dürfte.
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