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Nach ca. 30km verlassen wir die Ngiru-Bergkette und biegen nach rechts auf die Piste Richtung Kargi und Marsabit ab, die später in eine andere Piste mündet, die dann zum Mt. Kulal führt.
Die Fahrspur verläuft ständig zum Teil sehr steil bergauf und man hat dabei tolle Ausblicke auf die Lavawüste am Fuß des Berges und auf den Turkanasee. Auf dem Weg nach oben sieht man steil abfallende Felswände und tiefe Schluchten, die mit subtropischen Wäldern dicht bewachsen sind.
Immer wieder halten wir an, um diese eindrucksvolle Landschaft zu bewundern. Man merkt hier sehr stark den Klimaunterschied zwischen den heißen Ebenen von Samburu und Losai und den Bergregionen des Kulal mit 2.285m Höhe. Dann erreichen wir schließlich die Missionsstation Gatab mit einer kleinen Samburu Ansiedlung. Früher war diese Bergregion völlig unbewohnt, jedoch nach der Errichtung der Mission und einer Forschungsstation Ende der siebziger Jahre haben sich einige Samburufamilien mit ihren Herden angesiedelt. Hierbei spielte auch eine Rolle, dass diese Region ganzjährig ausreichend Wasser und Feuchtigkeit für Mensch und Tier bietet, denn der Berg trennt die Weiten der Chalbi-Wüste vom Turkanasee, der von lebensfeindlichen Lavafeldern umgebenen ist.
Oberhalb des Dorfes, auf einer großen Lichtung im Bergwald, dürfen wir die Zelte aufbauen, ein schöner Platz. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf den Turkanasee.
Der Name Kulal bedeutet "Berg der Winde", weil starke Winde aus der Chalbi Wüste permanent in westliche Richtung zum Turkana See über den Berg hinweg wehen. Daher kommt es auch, dass viele freistehende Bäume in höheren Lagen in Windrichtung wachsen.
Das schöne Wetter nutzen wir für Wanderungen durch die Wälder, die Ausblicke auf den Regenwald und die umliegenden Berge ermöglichen. Auch relaxen kommt nicht zu kurz.
Nach und nach bekommen wir Besuch aus dem nahegelegenen Dorf. Die Leute sind sehr freundlich und interessieren sich dafür, was auf dem Platz passiert, denn Besucher gibt es hier sicher nur selten.
Am Abend sitzen wir an der Abbruchkante am Rande der Campsite und warten gespannt auf den Sonnenuntergang über dem Turkanasee. Unsere Erwartungen werden weit übertroffen und all die vielen Fotos können die augenblickliche Stimmung nicht wiedergeben.
Der übliche Morgennebel macht den Aufbruch nicht gerade angenehm, denn es ist nicht nur sehr feucht, sondern auch windig und kalt.
Wir können froh sein, dass wir wenigstens die letzten zwei Tage mit gutem Wetter erleben konnten. Wir fahren zurück zur Hauptpiste von South Horr nach Loyengalani.
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