Kenia-Reisebericht :(M)ein Traum wird wahr .... Weltreise!

Kenya, die erste

So, nun soll es also nach Kenya gehen, zumindest für eine erste kurze Stippvisite. Aber erst einmal heisst es, aus Juba herauszukommen.

Gestern habe ich im Camp noch einmal Wäsche abgegeben -war ja schließlich im Camppreis mit inbegriffen -, die war aber leider abends noch nicht zurückgekommen. Rezeption und Wäscheservice war aber schon zu und da wir morgens in aller Frühe los mussten, auch noch nicht wieder auf. Also waren die ersten Sachen schon mal abzuschreiben....

Mit dem Taxi gings zum Flughafen, dort wieder Chaos. Jede Menge Menschen liefen in das winzige Flughafengebäude rein und raus, Schlepper, Gepäckträger, wichtig schauende und weniger wichtige, nur die Reisenden mussten draußen bleiben. "Where to go? Nairobi? Build a line" und so standen wir eine gute Stunde vor dem Gebäude. Dann endlich drinnen, wieder Chaos. Keinerlei Hinweise, jede Menge Menschen, die an einem zerrten und den rechten Weg weisen wollten, dann aber doch merkten, dass man falsch war, und einen grinsend wieder losließen. Endlich in der richtigen Schlange (vorher wieder "build a line!"), wurde man zurückgeschickt, da am Eingang das Gepäck auf einer alten Waage gewogen wurde und dann das Gewicht handschriftlich auf das (elektronische!, aber man druckt es natürlich mehrfach aus) Ticket eintrugen. Dann ca. 20 Min pro Person am Schalter warten, drei Leute prüfen die unterschiedlichsten Unterlagen, um mir dann ein korrektes Ticket mit falschen Gepäcklabel (für Udo) auszudrucken. War aber alles kein Problem. Dann zur Passkontrolle, wieder nur ein Schalter für hunderte von Menschen, ein paar Wortgefechte, dann zum Warteraum. Davor gabs noch eine Handgepäckkontrolle, die - weil es heißt ja "Hand"-gepäck, per Hand durchgeführt wurde, da das Röntgengerät nicht funktionierte. Nachdem ich fasst meine Hose verlor (da ich natürlich auch den Gürtel, die Schuhe und alle Portemonnaies etc. ausziehen und per Hand durch ein ebenfalls nicht funktionierendes Metalldetektorgerät tragen musste, was dauerpiepte und eine manuelle Kontrolle nach sich zog, benötigte ich fast eine viertel Stunde, um wieder reisefertig angezogen und den Rucksack gepackt zu haben).

Der Rest des Fluges ist schnell erzählt, da alles gut ging. Mit Kenya Airways KQ 351 in einer Embraer 170 waren die 895 km nach Nairobi in einer Std., zwanzig Minuten schnell erledigt. Freundlicher Bord- und Bodenservice, der Flughafen eine Wohltat, keinerlei Staus, mehrere offene Immigrationschalter ohne Stau, selbst am Visa-on-Arrivalschalter keine Schlange. Wir haben das Visum für die erste Einreise in Berlin vorab besorgt, das zweite gibt's an der Grenze bei erneuter Einreise. Mehrfacheinreisevisa gibt es nur über die Berliner Botschaft und das zuständige Ministerium in Kenia - kompliziert....

Am Flughafen heißt es dann warten auf die Rotelgruppe, denn heute beginnt die erste von drei organisierten Reisen. Rund um den Victoriasee heißt die Fahrt, die Udo und ich in den nächsten 3 Wochen unternehmen werden. Eigentlich als Fixpunkt gedacht, um die meine variablen selbstorganiserten Reiseteile herum geplant werden sollten, erwies sich diese Annahme als falsch, da bis zum Zeitpunkt, zu dem ich mit der Visabesorgung anfangen musste, die Mindestteilnehmerzahl noch nicht erreicht war und ich nach einer Alternative Ausschau halten musste. Letztlich hat`s doch geklappt, 14 Teilnehmer sind es dann geworden. Diese kamen mit einer Stunde Verspätung am Flughafen an. Zuvor gab´s die erste Überraschung, Kathrin, die Rotelreiseleiterin, mit der ich vor 4 ½ Jahren durch Afrika unterwegs war (auf dieser Tour hatte ich Udo kennengelernt) tauchte am Flughafen auf, um uns in Empfang zu nehmen.

In einem Höllenritt durch den Berufsverkehr Nairobis und über "geheime" Bypässe, die natürlich jeder kannte und dafür aus staubigen Sandstraßen bestanden, fuhren wir gut 1 ½ Std. zum Karen-Camp außrehalb Nairobis. Ein schönes, klassisches Truck-Camp, auf dem bereits viele Overlandtrucks standen. Und da warteten die beiden nächsten Überraschungen: PA-PA 225, das Rotel, mit dem ich 2008 quer durch Afrika fuhr (Windhoek bis Dar-es-Salam) und Charly, der Fahrer, mit dem ich 2006 eine Rotelrundreise durch Namibia unternahm; also alles bekannte Rotelvertraute! Leider gabs einen Stromausfall, so dass das Einräumen des Rotels etwas problematisch ablief. Abens noch schön zusammengesessen und die Gruppe kennengelernt, dann endlich ins "Keuschheitsetuie", wie die 80x80x200 cm-Kabine auch gerne genannt wird.

Die nächsten zwei Tage waren fast reine Fahrttage, bei denen nur kurze Stopps eingelegt werden konnten. Über Nakuru ging es bis nach Eldoret, alles über Landstraße mit interessanten Einblicken in Straßendörfer. In Nakuru konnten wir einen schönen Holzschnitzermarkt besuchen, auf dem ich eine kleine Giraffe für meine Sammlung erstand. Obwohl nur 321 km gefahren, waren wir den ganzen Tag unterwegs und haben viel aus dem Bus heraus bestaunen können.

Sonntag war wieder Fahrtag, bis nach Jinga in Uganda sollte es gehen. Da die Dauer der Grenzabfertigung nicht abzuschätzen war, ging es schon um 7.00 mit Frühstück und um 8.00 mit der Abfahrt los. Wieder konnten wir schöne Eindrücke sammeln, die ersten Zebras und Antilopen waren vereinzelt zu entdecken. Highlight der Fahrt, aber nur kurz, da die Zeit drängte, war die Äquatorüberquerung. Aber weiter, immer weiter Richtung Grenze musste es gehen. Die war dann auch schnell erreicht. Der Rest steht bei Uganda

... Mann, da hat man alle paar Tage nur Internetzugang und dann funktioniert das Hochladen von Fotos nicht - echt ärgerlich!!!

Ankunft in Nairobi

Ankunft in Nairobi

Das Bild ist nicht unscharf und es herrscht auch kein Nebel: der Schleichweg, um dem infernalischen Berufsverkehr Nairobis zu entkommen, führt über eine von Eselkarren, Pkw, Minibussen und 40-Tonnern-Lkw befahrene Staubstraße

Das Bild ist nicht unscharf und es herrscht auch kein Nebel: der Schleichweg, um dem infernalischen Berufsverkehr Nairobis zu entkommen, führt über eine von Eselkarren, Pkw, Minibussen und 40-Tonnern-Lkw befahrene Staubstraße

© Rolf Bilo, 2013
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