Kenia-Reisebericht :Sarahwudi around the world

Kenia

Kenia, Nairobi

Hallo ihr Lieben,

ich weiß, ihr habt lang gewartet, sorry dafür! Aber jetzt mal im Ernst: Wisst ihr, wie diszipliniert man für so einen Reiseblog sein muss? Man nimmt sich vor: Heute abend schreibe ich Blog - auf jeden Fall und dann ist man doch zu kaputt vom Tag, muss seinen Aufgaben nachkommen, die man als Gruppe einer Overlandtour zu erledigen hat (dazu später mehr) oder hat schlicht und einfach keinen Bock Und so vergeht ein Tag nach dem anderen und man erlebt immer mehr, hat demzufolge mehr zu schreiben, fängt schon langsam an, die Reihenfolge der Ereignisse und Orte zu vergessen, was wiederum zu noch mehr Unmotiviertheit führt, weil der Erzählberg immer größer wird und der Druck, nun endlich mal anzufangen immer weiter steigt. Und während ich diese Zeilen tippe, sitze ich am Lake Malawi in einer Bar am Kande Beach und bin schon seit über einem Monat unterwegs. Es gibt also einiges nachzuholen...puh! Dabei haben wir strahlenden Sonnenschein und ich könnte auch am Strand liegen...

Aber ich fang jetzt einfach mal an:

Nachdem ich die ersten 3 Tage im Wildebeest Camp in Nairobi verbracht habe, wo ich nicht wirklich viel gemacht hab, außer chillen, essen und skypen werde ich morgens vom großen, gelben Truck abgeholt und lerne meine Reisekumpanen für die nächsten 73 Tage kennen. Zu Anfang sind wir zu 10. unterwegs, es kommen aber immer mal neue Leute dazu und manche verlassen uns früher und fahren nicht mit bis nach Kapstadt. Ich sage also ¨Hallo¨ zu 9 Leuten aus insgesamt 4 verschiedenen Ländern: Wir haben 3 Engländer, 3 Schweden, 1 Amerikaner (Er ist 73!) und 2 Australier sowie mich, als einzige Deutsche on board. Für´s erste. Kanyo, unser Guide ist Kenianer und David, unser Fahrer kommt aus Uganda.

Wir fahren los und unser erster Stop ist der Giraffe Park in Nairobi, wo man Giraffen mit der Hand füttern kann. Ich fands jetzt nicht sooo toll, da mir das Ganze irgendwie ein Gefühl von Zoo vermittelt hat. Wir fahren weiter und besuchen die Sheldrick´s Elephant Orphanage. Der Verein rettet verwaiste Elefantenbabys und zieht diese auf, bis sie wieder in freie Wildbahn gelassen werden können. Hauptgrund für die Elefantenwaisen ist die Jagd auf die Elefantenkühe. Die Elefantenjagd ist in Kenia strengstens verboten und wird mit extrem hohe Strafen geahndet, wenn man sich erwischen lässt. Finanziert wird das ganze durch Spenden. Wir fahren weiter uns stoppen an einer großen Shopping Mall, um Lebensmittel und was man sonst noch so braucht einzukaufen. Es ist ziemlich krass, betritt man doch nachdem man die Shopping Mall-Einfahrt passiert hat, eine andere Welt. Draußen ist alles ziemlich schmutzig und die Menschen sind arm. Vor dem Shoppingcenter sieht man viele bettelnde Kinder und es wird einem ziemlich schnell klar, dass wir uns hier in einem Dritte-Welt-Land befinden. Am Eingang stehen bewaffnete Polizisten und bevor man reingelassen wird in die andere Welt, werden die Taschen kontrolliert. Drinnen kaufe ich Wasser, Cola light und Gebäck und Samosas, das sind mit Fleisch und/oder Gemüse gefüllte Teigtaschen und ich liebe sie. Ich kaufe dies jedoch nicht, weil ich Hunger habe, sondern einfach weil ich Lust drauf habe und der Gedanke an die bettelnden Kinder vor der Tür ist schon ziemlich komisch und irgendwie fühle ich mich schlecht.

Jedenfalls stehen vor dem Truck als ich aus der Mall rauskomme 3 ca. 12-jährige Jungs in Lumpen und fragen mich nach Essen. Ich drücke einem von ihnen meine Einkaustüte in die Hand und steige in den Truck. Sie freuen sich wie die Schneekönige. ¨You have to share!¨ rufe ich aus dem Fenster und sehe, wie er brav die Gebäcktüte öffnet und teilt.

Man kann vielleicht nicht die Welt verbessern, aber man kann die kleine Welt von 3 Jungs für den Moment ein bisschen heller scheinen lassen. Wir fahren los und die 3 rufen dem Truck ¨Thank you¨ hinterher und winken, bis ich sie nicht mehr sehen kann.

Wir erreichen unsere erste Campsite etwas außerhalb Nairobis Nahe der Massai Mara, Kenias größtem Nationalpark. Hier wird erstmal geklärt, wer sich mit wem das Zelt teilt und nachdem ich kurz die Männlein/Weiblein- und Pärchenverteilung der Gruppe abgecheckt habe, wird mir klar, dass ich mein Zelt entweder mit einem Mann teilen muss oder eins für mich alleine hab. 73 Tage mit nem fremden Typen im Zelt? ¨Boah nää einfach¨ denk ich mir und sicher mir ein Zelt für mich allein Juhuu! Jim aus Texas, der 73-Jährige hat nun auch ein Zelt für sich allein. Wenn ich mir vorstelle, ich soll mein Zelt mit nem 73-Jährigen Opa teilen...Aber ich hab nochmal Glück gehabt, zumal die Company auf ihrer Homepage stehen hat, dass die Aufteilung auf die Zelte gleichgeschlechtlich erfolgt. Nach unserem ersten gemeinsamen Abendessen geh ich in die Heia. Morgen müssen wir früh aufstehen und ich bin schon megagespannt auf die ersten Gamedrives im Massai Mara...

© Sarah .., 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
¨Der kürzeste Weg zu dir selbst führt einmal um die Welt.¨ (Richard Hoffmann)
Details:
Aufbruch: 04.04.2014
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: April 2015
Reiseziele: Deutschland
Kenia
Uganda
Der Autor
 
Sarah .. berichtet seit 3 Jahren auf umdiewelt.