Jambo! Unterwegs im Rift Valley

Reisezeit: Juli / August 2015  |  von Peter Belina

Masai Mara: Heia Safari!

29.07.15: Unterwegs in der Masai Mara

Elegant. Souverän. Majestätisch. Anders lässt sich nicht beschreiben, was wir sehen, kaum dass wir unser Camp verlassen haben. Ein Leopard, keine fünf Meter von uns entfernt. Er stellt sich sogar noch auf einen kleinen Erdhügel, damit wir ihn noch besser zu Gesicht bekommen.

Während der Leopard Ausschau hält nach Beutel, springt ihm plötzlich ein Hase ins Gesicht. Die beiden hatten sich im hohen Gras nicht gesehen. Ich weiß nicht, wer von den beiden mehr erschrocken war...

Heia Safari!

Bekommt nicht jeder Afrika-Reisende zu sehen: Ein Leopard exklusiv nur für uns. Spätestens jetzt versteht man, was gemeint ist mit "Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein." Fünf Minuten später war der Leopard wieder im Walde verschwunden.

Bekommt nicht jeder Afrika-Reisende zu sehen: Ein Leopard exklusiv nur für uns. Spätestens jetzt versteht man, was gemeint ist mit "Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein." Fünf Minuten später war der Leopard wieder im Walde verschwunden.

Blechkiste = Mensch?

Das ist eine komische Sache mit den Tieren. Nähert man sich Ihnen zu Fuß, nehmen sie schnell Reißaus. Bringen einen Mindestabstand zwischen sich und den Menschen. Nähert man sich ihnen mit einem Auto, erfolgt keinerlei Reaktion. Diese Blechkisten setzen sie nicht in Relation zu den stinkenden Zweibeinern. „Stinkend“ zumindest aus der Sicht der Tiere…

Heia Safari!

Die Tiere sammeln sich vor dem Mara-Fluss zum Wechseln auf die andere Flussseite, da wo der Regen fällt. Am Fluss warten Krokodile und Löwen auf sie.

Die Tiere sammeln sich vor dem Mara-Fluss zum Wechseln auf die andere Flussseite, da wo der Regen fällt. Am Fluss warten Krokodile und Löwen auf sie.

Unterwegs mit meinem Bodyguard

Am Abend und am Morgen haben wir stets eine Begleitung vom eigenen Zelt zum Essenszelt. Das ist notwendig, weil die Camps in den Nationalparks nie eingezäunt sind. Tiere haben freien Zutritt. Begegnet man in der Dunkelheit einem Nilpferd, kommt man schon mal in Schwulitäten, wenn man nicht weiß, sich richtig zu verhalten. Direkt neben dem Essenszelt hat man einen ungehinderten Blick auf die Hippos, die gerade bei der Morgen-Gymnastik sind: Eines nutzt die Gegenstromanlage des Mara-Flusses, ein anderes geht immer wieder aus dem Fluss raus und wieder rein, die anderen schauen zu.

Heia Safari!

Ich hatte zwar keine Farm in Afrika, dafür aber ein luxuriöses Zelt, keine zehn Meter vom Mara-Fluss. Gestatten: Meine Nachbarn.

Ich hatte zwar keine Farm in Afrika, dafür aber ein luxuriöses Zelt, keine zehn Meter vom Mara-Fluss. Gestatten: Meine Nachbarn.

Die "Big Five"

Keine halbe Stunde später sollten wir eine Löwin aus nächster Nähe zu Gesicht bekommen. Sie war im Business Knigge- Kurs bei Mr. Leopard. Auch sie liegt bzw. steht auf einem Hügel. Drei der Big Five in weniger als einer Stunde. In der kommenden halben Stunde kamen noch Elefanten und Büffel dazu, also die anderen Big Five. Natürlich auch wieder reichlich Zebras, Antilopen, Gazellen, Warzenschweine und viele mehr.

Heia Safari!

Deutlich fauler als der Leopard. 10 Minuten lang heben wir die Löwin nur liegend zu Gesicht bekommen, bevor sie mal die Augen öffnete Na ja, bei dem Wetter schickt man ja auch keine Löwin vor die Tür.

Deutlich fauler als der Leopard. 10 Minuten lang heben wir die Löwin nur liegend zu Gesicht bekommen, bevor sie mal die Augen öffnete Na ja, bei dem Wetter schickt man ja auch keine Löwin vor die Tür.

Knigge-Kurs bei Mr. Leopard

Keinen Knigge-Kurs bei Mr. Leopard hatte der Schakal, der sich an einer halben Antilope genüsslich macht- der könnte sich ja auch auf einen Hügel stellen, oder? Aufgrund der Nähe war aber trotzdem alles zu sehen. Die Frage, die sich zwangsläufig stellt: Welches Tier hat die Kraft, eine Antilope mit einem Biss in zwei Hälfte zu teilen? Ein Nilpferd? Ein Löwe? Der Schakal sicherlich nicht.

Heia Safari!

Nur darum geht es letztendlich in der Savanne: Fressen und gefressen werden. Wie wäre es mit einer Schweinehälfte? Oder doch lieber eine Antilopenhälfte?

Nur darum geht es letztendlich in der Savanne: Fressen und gefressen werden. Wie wäre es mit einer Schweinehälfte? Oder doch lieber eine Antilopenhälfte?

Da fehlt doch was?

Da fehlt doch was?

Shop! Shop! Shop!

Zwei weitere Highlights warteten noch auf uns: Zum einen eine Gruppe Geier, die sich um den Kadaver eines Zebras stritt. So ist das in der Wildnis: Fressen und gefressen werden.

Ein zweites Highlight erwartete mich bei der Ranger-Station, wo mehrere Massai-Frauen Andenken verkaufen. Kaum bin ich mit einer der Damen in Verhandlungen wegen zweier Giraffen, bin ich auch schon umringt von einem Dutzend Verkäuferinnen, die ebenfalls Giraffen im Angebot haben, was den Preis schnell zum Fallen bringt. Auch nach dem Kauf werden mir ununterbrochen weitere Giraffen angeboten. Ich glaube, die Damen verwechseln mich mit einem Großhändler für Holzgiraffen. Wer weiß, vielleicht sollte ich in das Business einsteigen…

Heia Safari!

Streit um ein Zebra.

Streit um ein Zebra.

"Streit" um eine Giraffe.

"Streit" um eine Giraffe.

Unterwegs in Ostafrika

Mittags und abends werden wir im Camp verwöhnt, ich mag die Handschrift unseres Koches. Vielleicht noch ein paar Hintergrundinfos zur Reise: Unterwegs bin ich mit World Insight, ein Unternehmen, das sich auf Kleingruppenreisen spezialisiert hat, bei unserer Reise maximal 12 Personen. Wir sind zu viert unterwegs in einem Kleinbus für sechs Gäste. David ist unser Fahrer und Guide. Im Hintergrund kümmern sich Heike und Olaf darum, dass in Kenia und Tansania alles glatt läuft. Was mir gefällt, sind die originellen Unterkünfte, die hier ausgewählt werden. Bei dieser Reise gibt es Vollpension, schließlich sind Autobahnraststätten und Ausflugslokale dünn gesät, kein Wunder, schließlich gibt es ja auch praktisch keine Autobahnen. Deshalb ist mittags an den Fahrttagen Picknick angesagt- David kennt viele schöne Plätze.

Es ist meine dritte Afrika-Reise (wenn ich mal den Maghreb und Ägypten außen vor lasse). Die beiden ersten Reisen (mit Nomad) waren von den Übernachtungen her basic, entweder im Zelt (und damit meine ich die kleinen dreieckigen) oder einfachen Hütten. Diesmal leiste ich mir die Komfort-Version.

Heute geht es früh zu Bett, schließlich erwartet mich Morgen ein Highlight der Reise.

Unglaublich viele Vögel bekommen wir zu Gesicht.

Unglaublich viele Vögel bekommen wir zu Gesicht.

© Peter Belina, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Unterwegs in verschiedenen Nationalparks Kenias und Tansanias: Neben den bekannten Highlights wie Ngorongoro Krater, Serengeti, Massai Mara und Kilimanjaro stehen auch die versteckten Ecken im Fokus, wie Lake Nakuru, Lake Naivasha, Lake Manyara oder Anboseli Nationalpark.
Details:
Aufbruch: 25.07.2015
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 08.08.2015
Reiseziele: Kenia
Äthiopien
Tansania
Der Autor
 
Peter Belina berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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