13.11.07: Noch 3 Wochen und dann geht's los, wow. Höchste Zeit für die letzten Vorbereitungen. Und auch ein Online-Tagebuch soll her - für alle, die ab und zu mal schauen möchten, wo wir gerade stecken. Herzlich Willkommen!
Insgesamt war die Anreise zum Gombe Nationalpark zwar mit den beiden Schiffstouren und den unzaehligen Busstunden sehr, sehr anstrengend - aber es hat sich voll gelohnt.
Auf dem Schiff hatten wir zwei Amerikanerinnen kennen gelernt, mit denen wir die Tourkosten teilen konnten. Aber die 210 Dollar Bootskosten fuer eine 2-stuendige Anfahrt zu dem Schimpansenpark haben uns dann doch erstmal fassungslos gemacht. Nach dem ganzen 'gegurke' wollten wir sie nun auch wirklich sehen - und das wissen die Kigomer hier ganz genau. Zaehneknirschend haben wir das Geld also bezahlt, weitere 100 Doller pro Nase wurden im Park selbst faellig. Unendlich teuer und am liebsten haette ich sowas nicht unterstuetzt, aber ... tja.
Nicht mehr viele Schimpansen kann man wohl weltweit in ihrer natuerlichen Umgebung noch sehen. Wir waren ihnen ganz nahe bis zu 3-5 Metern. Einmal haette ich sie anfassen koennen, bin ich doch direkt an ihnen vorbei gelaufen, ohne sie erst zu bemerken.
Die Schimpansen sind von der Forscherin Jane Godall mit Bananen an Menschen gewoehnt worden. Fuettern durften wir selbst jedoch nicht, sie wollen die Tiere nicht von der leichten Futterbeschaffung abhaengig machen, auch ist die Gefahr einer Attacke zwecks Futtereinforderung sonst zu hoch.
Eine kleine Attacke haben wir dann auch miterlebt - aber sie galt nicht uns, sondern einem anderen Affen, der sich ohne zu "gruessen" (durch entsprechende Laute, wie uns unser Guide erklaerte) einer Affengruppe naeherte. Wir standen dummerweise genau dazwischen. Eine der Amerikanerinnen wurde vom Maennchen beiseite geschupst, sie war ganz schoen erschrocken. Der Guide hatte aber prima reagiert und noch waehrend der Attacke beruhigt, dass das nicht uns gilt und wir uns nur ins Gebuesch zurueck stellen und ruhig verhalten sollten.
Der Park selbst ist riesig. Aber wir haben sehr viel Finder-Glueck gehabt und mehrere Gruppen beobachten koennen. Man darf jeweils ca. 1 Stunde bei einer Gruppe bleiben. Die Schimpansen haben sich eigentlich so gar nicht an uns gestoert, uns mal beaeugt, aber sonst nicht weiter beachtet.
Wir wurden vorher vom Guide angewiesen, den Affen nicht in die Augen zu blicken (gilt als aggressiv), keine schnellen Bewegungen zu machen und uns langsam unzudrehen und wegzugehen, sollte ein Affe auf uns zu kommen - was auch mehrfach geschah, aber bis auf das eine Mal stets langsam und friedlich. Sehr aufregend und unendlich suess anzuschauen.
Auch konnten wir zwei kleine, 2 Tage alte Zwillingsbabies bei ihrer Grossmutter beobachten. Die Guides wissen ueber alle Tiere bestens Bescheid und konnten uns jeweils ihren Familienhintergrund und Eigenarten erklaeren. Auch sonst haben sie uns so einiges ueber Verhaltensweisen von Schimpansen erzaehlt.
Ein toller Tag!!!
Wir beide waren uebringens von unserer kleinen Magenverstimmung wieder genesen, eines der Maedchen hatte es dummerweise inzwischen dafuer auch erwischt - aber sie hat prima durchgehalten.
Nun haben wir weitere 2 Tage stundenlanges Busfahren hinter uns gebracht. Alles in allem haben wir uns in Afrika etwas zu viel davon zugemutet, aber wir moechten unbedingt noch alles mitnehmen. Wir sind jetzt in Arusha und haben gerade eine 3 Tages-Safari gebucht. Morgen geht es los - juchu!