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Claudio´s Aufenthalt in Moshi am Kilimanjaro.
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So langsam habe ich mich wieder an die Stadt gewöhnt. Nachdem ich nochmal versucht habe, mir eine neue Arbeit zu suchen, habe ich es jetzt aufgegeben. Zuviel Bürokratie, zu langsam und zu teuer.
Ich beschließe, jetzt nochmal möglichst viel mit meinen Freunden hier zu machen und wenn möglich nochmal in den Norden zu reisen.
Zum Glück geht es Anja ähnlich wie mir und so beschließen wir nochmal zusammen in den Norden zu fahren. Eigentlich wollten wir an den Lake Natron (wunderschöne Natur, praktisch kein Tourismus) nur leider kommt man ohne Auto dort schlicht und einfach nicht hin.
Also entscheiden wir uns für den Viktoriasee. Nach 15 Stunden Busfahrt kommen wir in Mwanza an. Die Stadt ist nicht so interessant, wie sie im Reiseführer beschrieben wurde, also wollen wir uns ein neues Ziel suchen. An unserem letzten Abend (wir wollen weiter nach Ukerewe) treffen wir in einer Bar etwas außerhalb eine Menge netter Südafrikaner und entscheiden uns nach einer netten Einladung, am nächsten Tag dort am Strand ein Zelt zu beziehen.
Dort verbringen wir eine wunderschöne Zeit: Beachvolleyball am Strand, Angeltouren mit dem Boot, viel Poolbillard und viel Captain Morgan mit Cola, Seeadler, Kingfisher, Lagerfeuer, einen unglaublichen Sternenhimmel und jeden Abend die längste Lichterkette der Welt am Horizont. Tausende kleine Boote fahren Nacht für Nacht auf den riesigen See hinaus um Talapia und Viktoriabarsch zu fangen. Jedes Boot hat eine kleine Petroleumlampe, die man am Horizont schaukeln sieht.
Sonnenuntergang am Strand
Blick auf den Viktoriasee
Nach ca einer Woche, wir sitzen grade am Strand, wird es plötzlich dunkel. Wir schauen auf den See und sehen eine riesige Rauchwolke am Horizont. Doch was könnte da brennen? Ein Massai klärt uns auf: einmal in Jahr schlüpfen innerhalb von 24h Milliarden von kleinen Fliegen, paaren sich und sterben wieder.
Und plötzlich kommt die Wolke auf uns zu. Wir rennen ins Zelt und es wird dunkel- alles ist voller Fliegen! Es ist unbeschreiblich, als hätte sich jedes Sauerstoffmolekül in eine Fliege verwandelt. Man atmet sie ein, hat sie im Auge, sie kommen überallhin. Dieser Spuk dauert gute 2 Tage. Wir versuchen uns mit den Viechern zu arrangieren, wir wollen ja nicht im Zelt verhungern. Jeden Morgen kehren wir in der Bar einen riesigen Haufen toter Fliegen zusammen (ca. 2 Kg) und abends müssen wir nach jedem Billardspiel den Tisch und die Kugeln putzen, weil alles so voller Fliegen ist, dass die Kugeln nicht mehr rollen.
Unglaublich was die Natur in 2 Tagen für eine Explosion an Leben verursacht, dass dann nach 24h tot in den See sinkt. Es kommt mir wie eine Machtdemonstration vor.
Als Anjas Rückreise nach Deutschland ansteht, entscheide ich mich noch länger in Mwanza zu bleiben. In Moshi gibt es ja doch nicht viel zu tun.
Am Tag nach Anjas Abreise, fahre ich mit Leon, einem netten Südafrikaner, der hier für ein Mobilfunkunternehmen Funkmasten baut, für drei Tage nach Westen.
Er soll 2 Bauplätze kontrollieren, die dort im Grenzgebiet zu Ruanda und Kongo liegen.
Was für eine luxeriöse Art zu Reisen - mit einem 4W-Jeep. Wir brettern auf Staubpisten durch Wald und Einöde.
Jeden Tag fahren wir um die 9 Stunden und ich sehe nochmal einen neuen Teil Tansanias - noch unberührter, keine Wazungus und fast keine Städte, nur kleine ursprüngliche Dörfer.
Wir fahren vorbei an Goldmienen, wo man in der Dämmerung (wir sollten schon längst eine Unterkunft gefunden haben) an langen Reihen von großen dunklen Männern mit Spitzhacken vorbeifährt. Irgendwann mündet die Menschenschlange in den Busch und man sieht die rostigen Wellblechdächer durch die Zweige schimmern. Das ganze erscheint mir noch unwirklicher im Vorbeibrausen, durch die Scheibe eines Jeeps.
Ca. 70% der Hauptstraße vom Viktoriasee weiter in den Osten sind nicht asphaltiert, Schilder sind rar und so bleibt es spannend, ob wir auch wirklich da ankommen, wo wir hinwollen. Wir befinden uns bereits auf dem Rückweg nach Mwanza, da fängt es stark an zu regnen - die große Regenzeit kündigt sich an. Wir fahren schon langsam, aber immernoch zu schnell, um die graue Ziege auf dem Asphalt zu erkennen. Sie dreht zwar um und läuft von der Straße, überlegt es sich aber im letzten Moment nochmal anders und dreht rum, so dass wir sie direkt am Kopf treffen.
Die Ziege ist sofort tot und wir überlegen etwas hilflos, was wir nun tun sollen, sind uns unsicher, wie die Dorfbewohner reagieren werden. Noch ist aber kein Mensch weit und breit. Da wird uns die Entscheidung genommen, ein Auto kommt, hält an, wirft die Ziege auf die Ladefläche und braust weiter.
Im nächsten Ort angekommen, versuchen wir noch eine offene Tankstelle zu finden. Sie schließen bereits bei Anbruch der Dämmerung, aus Angst vor Überfällen. Endlich haben wir jemanden gefunden, der für uns nochmal den Strom anschmeißt. Grade sind wir wieder auf der Straße Richtung Fähre, als uns ein Jeep entgegenkommt und immer langsamer wird. Während er abbiegt wird er von einem Bus überholt. Mit ca. 30 km/h rammt der Bus den Jeep und schiebt ihn vor sich her. So bewegen sie sich langsam auf den Straßengraben zu, wo erst der Jeep hineinfällt und dann der Bus hinterher. Der Jeep wird einfach zerquetscht wie eine Dose.
Im Nu bildet sich eine Menschentraube um die Autos, es gibt ein riesen Gedrängel, die einen zerren an den Verletzen/Toten, die anderen an dem Busfahrer.
Mir wird mal wieder bewusst, wie schnell es hier vorbei sein kann - für sich und andere. Da hilft keine Auslandsversicherung...
Am Hafen angekommen verpassen wir die letzte Fähre um 1 Minute. Ziemlich angenervt stehen wir am Kai, die letzte Stunde haben wir überlegt,welches Essen wir uns in unserem Lieblingsrestaurant heute Abend genehmigen.
Mit knurrendem Magen fluche ich "fuck the ferry", als plötzlich eine Stimme am offenen Fenster "No, fuck me!" sagt. Leon und ich bekommen uns nicht mehr ein vor Lachen, so haben wir mit der Hafennutte Bekanntschaft gemacht.
Auf dem Rückweg sind alles Guesthouses voll und so vereinbaren wir nach langem Suchen mit einem Nachtwächter, dass wir im Auto auf dem Parkplatz schlafen können. Wir essen das bester Hühnchen ganz Tansanias und nach 5 Kilimanjaro-Bier könne wir auch im Auto gut schlafen.
Am nächsten Morgen nehmen wir die Fähre nach Mwanza.
Jetzt sind auch meine Tage in Mwanza am Viktoriasee gezählt. Ich entscheide mich für einen Rückflug, auch wenn es teurer ist- auf diese Busfahrt habe ich keine Lust mehr.
In einer kleinen Cessna sitze ich direkt neben dem Piloten. Ich genieße den Flug mit atemberaubenden Blicken auf den Viktoriasee und die Serengeti.
Wieder in Moshi bleiben mir noch grade 2 Tage um mich von meiner Familie und meinen Freunden zu verabschieden, dann gehts zurück nach Deutschland.
Ich freue mich auf Freunde, Familie, kühle frische Luft, Käse und Wurst, nicht mehr als Weißer aus der Masse herauszustechen und darauf mich mit jedem ohne Verständigungsprobleme unterhalten zu können.
Doch ich werde die nicht mehr so fremde Kultur vermissen, meine neuen Freunde, den unbeschwerten Alltag mit seinen vielen kleinen und großen Abenteuern, das neue hinter jeder Ecke, die atemberaubende Natur mit ihrer famosen Tierwelt und die Freiheit einfach von heute auf morgen irgendwo hinreisen zu können.
Nach einer Begrüßungsrunde in Deutschland, einer warmen Dusche und leckerem Essen würde ich doch nach 2 Wochen am liebsten wieder weg, was Neues....
| cecilia | ||
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Hello! My name is cecilia and I am from sweden. Iam thinking about going in october to moshi to mama Mwasish place. I dont read germany so I dont understand your travelingstory. Whas she a good nurse? Is she nice and kind?did you see interesting things? Does she work the whole day? does she have many patients? What does she do mostly? how did you get there?please tell me about it, I am a reg nurse and study to get special nuse in primary care. Do you think it is a good placment for me for 4 weeks? Please write too me as soon as possible./greeetings from sweden Cecilia Hassel | ||
| jules | ||
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mensch! ich bin sprachlos! ich wuerde sooo gern auch mal loewen und giraffen sehen, ich bin so beeindruckt. das klingt einfach nur wundervoll! treffen wir uns zum fotos zeigen? wie lang bist du noch weg? hab dich lieb! | ||
| Karin | ||
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| Hey Claudio, ich wuensche Dir viele schoene Erfahrungen und Momente in den letzten zwei Wochen, wechselst Du die Arbeit eigentlich noch? Hast Du Dich wieder ans allein sein ohne Hannah gewoehnt? Wir freuen uns drauf, Dich wieder zu sehen! Alles Liebe Karin und Bertram | ||
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