Uganda-Reisebericht :(M)ein Traum wird wahr .... Weltreise!

Uganda - mal mehrere Tage in einem Land

Von der Grenze über Jinga nach Kampala

... und weiter geht es am Grenzübergang von Malaba. Mit langen Wartezeiten haben wir gerechnet, aber nach einer Stunde war alles erledigt - auf beiden Seiten. Charly fuhr das Rotel an der langen Schlange der wartenden LKW vorbei, alles ok, alles richtig, und Kathrin hatte alles bestens vorbereitet. Natürlich hatte ein Reisegast wieder den Pass im Rotel vergessen... und trotzdem ging alles flott.

Kaum hatten wir die Grenze passiert, begann es zu regnen. Der Regen steigerte sich zu einem Wolkenbruch, der von da an in den nächsten Tagen regelmäßiger Begleiter war. Drei schwere Unfälle mit LKW, deren Ladung verteilt auf der Straße lag und teilweise geplündert wurde, passierten wir. Und es regnete bis in den Abend, was bedeutete, im Schlamm das Rotel aufzubauen. Dafür hatten wir ein wunderschönes Camp, das Nile River Explorer Camp nahe Jinga, mit Blick auf eine auslaufende Bucht des "weißen" Nils. Affen, Trompetenvögel, Falken, verschiedene Storchenarten und Watussirinder konnten wir rund ums Camp beobachten. Leider sind die Wasserfälle durch den Bau des Staudammes nahezu verschwunden. Im Camp werden Kajaktouren angeboten, die wir aber - mangels Zeit - nicht nutzen konnten. Abends haben wir beim Bier noch lange auf den See schauen können.

Der nächste Morgen sollte wieder früh beginnen, wäre da nicht eine Reifenpanne gewesen. Beide Zwillingsreifen waren platt, d.h. behelfsmäßig aufpumpen und zur Werkstatt fahren. Aber eingespielt, wie das Team Kathrin und Charlie nun mal sind, wurden wir zunächst am Ufer des Teiles des Victoriasees abgesetzt, an dem der Afrikaforscher John Hanning Speke die Nilquellen fand. Genügend Zeit war es, dass Gelände zu erkunden. Eine wunderbare Vogelwelt galt es zu entdecken, verschiedene Eisvogelarten, Fischreiher, Störche, Schuhschnäbel, Komorane etc. Und dazu schillernd bunte Schmetterlinge. Dann habe ich noch einen bunten Leguan entdeckt, den ich dort gar nicht vermutete. Die Landschaft war brillant, man kann sich gar nicht sattsehen.

Eine Stunde Fahrt über den "Highway" in Richtung Kampala führte uns dann zum Regenwaldprojekt Mariba. Doch bevor es in die Einsamkeit des Waldes geht, muss man einen Straßenmarkt kurz vor dem Park passieren. Jedes ankommende Auto, insbesondere Busse, werden quasi von fliegenden Händlern "überfallen". Gekochte Bananen, Fleischspieße, Hühnerbeine, jede nur denkbare Art von Obst und Gemüse, roh und gekocht, sind im Angebot und zwar für kleines Geld. So probierte ich meine ersten gegrillten Kochbananen und war (fast) begeistert. Richtig gut haben sie geschmeckt....

Dann ging es ab in den Wald. Von weitem schon gab es das Gebrüll der der Rotschwanzaffenfamilien zu hören. Bevor wir die ersten sichteten, gab es interessante Ameisennester und -straßen, Totholzbäume mit Pilzbewuchs, Vögel und Ranken&Lianen zu bewundern. Allein die unterschiedlichen Lebensräume auf den verschiedenen Höhen können begeistern. Dann entdeckten unsere Führer die erste Familie der Rotschwanzaffen. Stundenlang könnte man den Interaktionen und der Behändigkeit dieser Affenart zuschauen. Aber der Wald mit seinem Baumbestand - übrigens ist es das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet Ugandas - lässt einen auch ehrfürchtig vor der Natur werden, so vielfältig und beeindruckend ist es. Was gab es im Regenwald noch? Regen - im Regenwald, da regnet´s halt.... Also zügig zurück zum Bus und nach 2 Std. war die Wanderung vorbei.

Nun hieß es wieder fahren. Bis nach Kampala wollten wir noch schließlich, das sind allerdings nur ca. 80 km oder knapp 2 Std. Fahrt. Diese klappte gut, auch der Rotelaufbau ging schnell und so konnten wir das Red Chilli Camp noch erkunden - und für gut befinden. Allerdings gab´s an diesem Abend kein Strom und damit auch kein Internet oder Laden der vielen elektronischen Geräte (ich schleppe fast 2 kg unterschiedlichster Ladegeräte mit mir rum , tja, Zeche der Zeit).

Da ein Teil der Rotelgruppe einen Ausflug zu einem Chimpansensanctuary machen wollte, gab es schon um 6.15 Frühstück. Das nahmen wir mit, um danach in Ruhe zu duschen und Wäsche zu machen. Hemden, Hosen etc. konnte für kleines Geld im Camp abgegeben werden, Unterwäsche musste allerdings selbst gewaschen werden. Mit dem Taxi ging es dann in die Stadt, Kampala wollte erkundet werden. Wie so viele afrikanische Städte, die erst nach der Unabhängigkeit an Bedeutung gewannen, gibt es auch keine wirklich schönen oder sehenswerten Stadtbezirke. Aber das Leben in der Stadt an sich ist sehenswert. So klapperten Udo und ich alles einigermaßen Sehenswerte ab: Bahnhof, Parlament, Nationaltheater, Unabhängigkeitsdenkmal, Obst-u. Gemüsemarkt, Second-Hand-Kleidermarkt, Busbahnhof, Stadion, Aga-Kahn-Moschee, Ghaddafi-Moschee, Wandegeya-Moschee, Universität. Zwischendurch in der Hauptpost Karten geschrieben und in einem "Supermarkt" eine Pizza gegessen. Die beiden in verschiedenen Stadtplänen noch zu findenden Forts gab es aber nicht wirklich zu sehen - verschwunden? 5 Stunden liefen wir uns die Füße platt bzw. ich leider wieder dick (mein Knöchel macht mir echt zu schaffen). So gönnten wir uns dann für den Rückweg eine Boda-Boda-Fahrt, d.h. ein Motorradtaxi. Die fahren unglaublich durch den Stau.

Was hat uns am besten gefallen? Das pralle Leben in der Stadt, das unglaubliche Gewusel von Menschen und Fahrzeugen rund um die Märkte und die Vielfalt der Waren, Religionen und Volksgruppen - Afrika pur eben.

Im Camp funktionierte mein Internetzugang wieder stundenlang nicht, dann für kurze Zeit. Aber gut, etwas Relaxen etc. muss ja auch sein...

PS: da ich ja immer meckere - hier in diesem Kapitel funktionierte das Fotohochladen einwandfrei!

Gedränge an der kenyanisch-ugandischen Grenze - dennoch kamen wir schnell durch.

Gedränge an der kenyanisch-ugandischen Grenze - dennoch kamen wir schnell durch.

Typische Szene in einem der vielen Straßendörfer

Typische Szene in einem der vielen Straßendörfer

Wolkenbruchartiger Regen begleitete uns auf weiten Teilen der ersten Teilstrecke in Uganda.

Wolkenbruchartiger Regen begleitete uns auf weiten Teilen der ersten Teilstrecke in Uganda.

Na, wo sind wir wohl jetzt? Schaut mal aufs Etikett...

Na, wo sind wir wohl jetzt? Schaut mal aufs Etikett...

Draußen vor dem Camp - abends werden die Rinder heimgeholt

Draußen vor dem Camp - abends werden die Rinder heimgeholt

Schreck in der Morgenstunde - Plattfuss. Doch Charly hat alles im Griff, mit gewohnter Ruhe...

Schreck in der Morgenstunde - Plattfuss. Doch Charly hat alles im Griff, mit gewohnter Ruhe...

Bunte Vielfalt am Victoriasee....

Bunte Vielfalt am Victoriasee....

... ein Eisvogel mit Beute....

... ein Eisvogel mit Beute....

... noch ein mir unbekannter Eisvogel...

... noch ein mir unbekannter Eisvogel...

... und viele unterschiedliche Schmetterlinge.

... und viele unterschiedliche Schmetterlinge.

Kochbananen können nicht nur einfach gekauft und gegessen werden - man möchte ja schließlich auch mal auf´s Foto...

Kochbananen können nicht nur einfach gekauft und gegessen werden - man möchte ja schließlich auch mal auf´s Foto...

Wandern im Maribaregenwaldgebiet macht müde und den Knöchel dick...

Wandern im Maribaregenwaldgebiet macht müde und den Knöchel dick...

Ein junges Rotschwanzäffchen, hier noch ohne roten Schwanz

Ein junges Rotschwanzäffchen, hier noch ohne roten Schwanz

... diese freundlichen Kerlchen begleiteten uns raus aus dem Maribapark.

... diese freundlichen Kerlchen begleiteten uns raus aus dem Maribapark.

Udo vor dem Clocktower in Kampala

Udo vor dem Clocktower in Kampala

Vor dem Parlamentsgebäude

Vor dem Parlamentsgebäude

Keine Sorge, ich werde Euch nicht mit jedem Feuerwehrfoto belästigen. Aber ab und zu muss es mal sein...

Keine Sorge, ich werde Euch nicht mit jedem Feuerwehrfoto belästigen. Aber ab und zu muss es mal sein...

Ein unglaubliches Gewusel herrscht auf dem Minibusbahnhof...

Ein unglaubliches Gewusel herrscht auf dem Minibusbahnhof...

Die Aga-Khan-Moschee

Die Aga-Khan-Moschee

Die Oberst-Ghaddafi-Straße mit der gleichnamigen Moschee im Hintergrund

Die Oberst-Ghaddafi-Straße mit der gleichnamigen Moschee im Hintergrund

Mit dem Boda-Boda ging es zurück zum Red-Chilli-Camp - und zwar sehr flott.

Mit dem Boda-Boda ging es zurück zum Red-Chilli-Camp - und zwar sehr flott.

© Rolf Bilo, 2013
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