Reise durch Botswana, Namibia und Südafrika

Reisezeit: Juli / August 2003  |  von Karl Martin Mutter

Johannesburg nach Gaborone, 2003-07-25

Johannesburg, Südafrika - Gaborone, Botswana 416 km

8 Uhr 45, brasselndes Duschwasser beendete meine nichtvorhandenen Nachtträume. Ich muss wohl wie bewusstlos gewesen sein. Um mich zu den Lebenden zurück zu begeben stieg ich auch noch schnell unter die Dusche, Kinder wecken, und dann ab zum Frühstücksbuffet.
Den eigentlichen Auftakt nach etwas Obst bildete ein mit Schinken, Pilzen, Zwiebeln und Paprika gefülltes Omelett. Gang 2 folgte mit Rührei, Rinds- und Schweinewürstchen und Bratkartoffeln. Vor Fruchtsalat in größeren Mengen mit verschiedenen Sorten von Creme musste noch etwas Bratenfleisch und ein Brötchen verspeist werden. Konsquenz daraus, das Mittagessen fällt aus.
Die Kids verzogen sich schon mal aufs Zimmer, Zähneputzen und zur Abreise fertig machen. Währenddessen gingen Susi und ich zurück zum Flughafen um unser Mietauto abzuholen. Für ein kleines Trinkgeld führte uns ein Arbeitswilliger direkt zum Schalter von Hertz. Ein weißer und schön geputzter Nissan 3,0 i wurde uns mit dem Kilometerstand von 64.768 km übergeben.

Ein nicht gerade kleines Auto, dieser Doublecab-Pikup. Auch den Kindern sagte unser fahrender Untersatz zu.

Ein nicht gerade kleines Auto, dieser Doublecab-Pikup. Auch den Kindern sagte unser fahrender Untersatz zu.

Die Abfahrt vom Holiday Inn erfolgte wesentlich später als ich es eigentlich geplant hatte. Lange schlafen, gut frühstücken und trödeln, da musste ich mich nicht wundern, dass wir erst um 11 Uhr 11 wegfahren konnten.

Zuerst auf der R 24 in Richtung Pretoria. Auf sehr gut ausgebauten Schnellstraßen, teilweise 2 aber meist 4-spurig, kamen wir gut voran.

Zuerst auf der R 24 in Richtung Pretoria. Auf sehr gut ausgebauten Schnellstraßen, teilweise 2 aber meist 4-spurig, kamen wir gut voran.

In den Vororten von Pretoria hatten die Einkaufsgeschäfte nicht immer den gleichen Standard wie wir es von mitteleuropäischen Großstädten gewohnt sind.

In den Vororten von Pretoria hatten die Einkaufsgeschäfte nicht immer den gleichen Standard wie wir es von mitteleuropäischen Großstädten gewohnt sind.

Von der Qualität und der Gestaltung einiger Neubauten war ich dagegen positiv überrascht.

Von der Qualität und der Gestaltung einiger Neubauten war ich dagegen positiv überrascht.

Für blühende Jacaranda Bäume waren wir ziemlich genau 2 Monate zu früh dran. Ende September und Anfang Oktober verzaubern die Bäume die ganzen Straßen in ein einziges Blütenmeer.

Für blühende Jacaranda Bäume waren wir ziemlich genau 2 Monate zu früh dran. Ende September und Anfang Oktober verzaubern die Bäume die ganzen Straßen in ein einziges Blütenmeer.

Ein moderner Funkturm .....

Ein moderner Funkturm .....

..... bildet den Kontrast zu den "Ich-AGs" alla Südafrika, Verkäufer die alles was man eigentlich für unverkäuflich hält am Straßenrand angeboten haben.

"Ich-AGs"

"Ich-AGs"

Nach 165 km irgendwo an der R 27 zwischen Pretoria und Rustenburg suchten wir zum ersten Mal eine Tankstelle auf. Der Preis für einen Liter Superbenzin lag bei für uns sensationellen 0,47 Euro. In Deutschland zahlte man zu diesem Zeitpunkt ca. 1,10 Euro pro Liter. Der Tank schluckte 36,67 Liter, der Verbrauch je 100 km war also nicht ganz bescheiden.

Der Markt mit Frischobst, Getränken, Biltong u.ä.

Der Markt mit Frischobst, Getränken, Biltong u.ä.

An einem Markt mit Frischobst, Getränken, Biltong u.ä. legten wir in unserem Kofferraum ein erstes Depot mit Reiseproviant an. Groß-Kanister mit Orangensaft, Wasser falls wir mal irgendwo stecken bleiben würden. Bilting, ein paar Dosen mit Thunfisch, Wurst u.ä. Kekse, Chips, Cola und ein Sack Orangen.

Weiter ging es auf der R 27, mal 2-spurig, mal 4-spurig nach Westen, die nächste größere Stadt war Zeerust. Der Standstreifen diente den langsameren Fahrzeu-gen als Ausweichspur bei Überholvorgängen. Das Tempolimit war bei 120 km/h auf Überlandstraßen, im Kreuzungsbereich bei 80 km/h und Innerorts bei 60 km/h. Wegen der späten Abfahrt, dem Tanken und einem Einkauf in einem Mini-Market waren wir langsam etwas in Zeitdruck. So ganz hielt ich mich schon län-ger nicht mehr an die Geschwindigkeitsvorgaben. Dank einer langgezogenen Sperrfläche, weiß eingerahmt und mit gelben Querstrichen, brauchte ich beim Überholen von einem Buggy den Gegenverkehr nicht zu fürchten. Plötzlich rannte vor mich ein untersetztes Dickerchen, schick uniformiert, fuchtelnd auf die Straße. Der meint wohl mich, Mist, Polizei. Die haben hier wohl mehr als nur 2 Laserpistolen. Ich bremste ab und fuhr rückwärts zu ihm hin. "How are you?" fragte mich der Schnauzträger in Mischlingsfarbe. "Not so good, I think I was too fast" konnte er meinem perfekten Englisch entnehmen. Nach einigen weiteren Höflichkeiten bat er mich mitsamt meinen Papieren ihm zu seinem Fahrzeug zu folgen. Wenn der wüsste, dass ich die ganze Zeit die ich hier bei ihm vertrödle nachher durch wieder viel zu schnelles Fahren aufholen muss. Aber das schien ihn nicht zu interessieren. 1.000 Rand für das Überfahren der durchgezogenen Linie. Dazu käme eigentlich noch erschwerend das überfahren der Sperrfläche. 110 km/h zeigte die Laserpistole an. 30 km/h zuviel - ich hätte noch mit mehr gerechnet - Kosten laut seinem Busgeldkatalog 400 Rand. Das wird teuer. Aber der Gute zeigte sich von seiner besten Seite. Ich sei Tourist und die werden in Südaf-rika gut behandelt. Das Überfahren der Linie und Sperrfläche wird er vergessen und anstelle der 400 Rand für die 110 km/h berechnet er mir nur 200 Rand. Ich gab ihm 300 Rand, er nahm sie mit dem Kommentar, dass es eigentlich nur noch 200 Rand kosten würde. Er würde mir aber jetzt dafür den Gang ins nächste Po-lizeirevier ersparen und als Dank für die nette Geste den Betrag heute Abend an meiner Stelle dann selber einbezahlen. Per Handschlag verabschiedeten wir uns voneinander. Ich denke, dass er anschließend das ausgefüllte Formular zur Endablage brachte. Die nächsten 20 bis 30 km fuhr ich doch etwas langsamer. Nochmals standen 2 Polizisten mit einer Laserpistole auf einer Kuppe. Dann entschied ich mich dafür, dass sie nun keine weiteren mehr im Einsatz haben und gab wieder Gas.

Gegen 17 Uhr waren wir an der Grenze zu Botswana am Tlokweng Gate in der Nähe von Gabarone an. Die Einreiseprozedur dauerte 30 Minuten. Die Formulare waren rasch ausgefüllt.
Das einzige Zeit verzögernde Problem war, dass man die Roadtax nur in Bar bezahlen konnte und der Geldwechsel einige Gebäude weiter untergebracht war.

Während Susi die Pula besorgte organisierte ich weitere notwendige Stempel bei der Immigration und beim Zoll.

Kurz nach der Grenze kam mit dem Sonnenuntergang in einem Vorort von Gaborone das Motel "Oasis" auf der linken Straßenseite. Wie gerufen für uns. Ein Chalet als Familyroom für 300 Pula, ca. 54,47 Euro. Die Betten waren allerdings so schmal, dass KM es vorzog auf dem Boden, eingewickelt in ein paar Decken, zu schlafen.

Zur Motelanlage gehörte ein schöner Pool, eine Bar im Freien und ein sehr gutes Restaurant in dem es zu sehr günstigen Preisen riesige Portionen gab. Filetsteaks in Botswana können empfohlen werden. Die Steaks machten durstig, so dass nach dem Essen an der Openair-Bar auch noch ein Campari Soda fällig war.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Johannesburg über Maun ins Okavangodelta, Moremi NP, Namibia, Etosha NP, Windhoek, Swakopmund, Sossusvlei, Cape Town, Cape of Good Hope, Cap Agulhas, Garden Route, Johannesburg
Details:
Aufbruch: 23.07.2003
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 22.08.2003
Reiseziele: Südafrika
Botsuana
Namibia
Der Autor
 
Karl Martin Mutter berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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