Mosambik-Reisebericht :Mosambik/Malawi Sommer 2006

Maputo und Bilene

Tag 4

Schnell erreichten wir den Grenzübergang nach Mosambik. Alle hatten bereits im Vorwege das Mosambik-Visum eingeholt und so ging´s schnell. Ein Formular, ein paar Stempel, 20 Rand und ruckzuck waren wir in Mosambik. Kurz hinter der Grenze befinden sich die Berge von Mbuzini, in denen unter ungeklärten, mysteriösen Umständen 1986 der damalige Präsident Mosambiks - Samora Machel - bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kann. Seine Witwe ist übrigens heute die Ehefrau von Nelson Mandela !

Die Geschichte des langanhaltenden, mörderischen Bürgerkrieges in Mosambik möge der entsprechend interessierte Leser an anderer Stelle nachschlagen. Selbstverständlich wird man als Reisender in Mosambik der Folgen dieses Krieges gewärtig, ist ja klar. Aber die Nation ist im Aufbruch und man hat das Gefühl, daß die Leute endgültig die Schnauze voll haben von Krieg und Tod und sich lieber dem heute zwar immer noch sehr schweren, aber zumindest friedlichen Leben widmen. Wir fuhren in Maputo ein. Eine sehr schöne, kolonial geprägte Stadt. Heruntergekommen, mit Einschußlöchern in den Mauern der Gebäude - klar. Aber eine charmante Stadt ! Da ich als einzige über einen brauchbaren Stadtplan (Bestandteil meines Lonely Planets) verfügte, war es meine Aufgabe, uns ein Cafe herauszusuchen und uns dorthin zu lotsen. Das Cafe, das ich aus dem LP herausgesucht hatte, existierte zwar nicht mehr, dafür schräg gegenüber ein anderes und einen Parkplatz fanden wir auch - in Sichtweite, denn Maputo ist leider nach wie vor ein gefährliches Pflaster, nicht mehr unbedingt für Leib und Leben, aber für jede Art weltlichen Besitzes...

Kaffee, Sandwiches, Cappucchini, sogar Latte Macchiati wurden serviert und schmeckten super ! Es war ein Strassencafe an der Avenida 25 de Septembro, wir saßen draußen und bestaunten das mediterrane Flair dieser Stadt. Der spätere Versuch, in einer Bank an Meticals zu kommen, scheiterte allerdings an endlosen Warteschlangen. Dafür hatten wir keine Zeit und noch konnten wir ja problemlos unsere südafrikanischen Rand überall benutzen. Auf dem Weg raus aus der Stadt, cruisten wir noch an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei. Immerhin hat Maputo einen Bahnhof, der von niemandem geringeren als Gustave Eiffel entworfen worden war !

Straßenszene in Maputo

Straßenszene in Maputo

Buntes Treiben auf Maputos Straßen

Buntes Treiben auf Maputos Straßen

Rastplatz unterwegs nach Bilene - südafrikanische Besitzer verkaufen hier Snacks und Getränke.

Rastplatz unterwegs nach Bilene - südafrikanische Besitzer verkaufen hier Snacks und Getränke.

Wir erreichten das schöne Bilene, gelegen an einer Lagune am indischen Ozean. Den tollen Campingplatz hatten wir fast für uns allein, aber wir waren ja in der off-season unterwegs. Um Weihnachten herum ist die gesamte Küste mittlerweile fest in der Hand südafrikanischer Urlauber. Während wir den Landrover entluden, versammelte sich ein Trupp junger Männer, die beim Zeltaufbau helfen wollten - gegen Bezahlung - versteht sich ! Da ich kein Geizknochen bin, überließ ich es 2 Typen, mein Zelt zu errichten, bezahlte dafür einen lächerlichen Betrag und hatte 2 neue Freunde gewonnen...Die anderen machten ihren Kram alleine, brauchten dafür eine Ewigkeit und ich erklärte mich bereit, für alle schon mal auf Shoppingtour zum Markt zu gehen und Getränke zu besorgen. Meine beiden neuen Freunde begleiteten mich, war klar ! Aber sie waren echt nett. Noch kannte ich die Vorlieben meiner Reisebegleiter nicht, aber ich besorgte mal einfach alles: Cola, Fanta, Bier, Wasser.

Bilene

Bilene

Zurück im Camp entlohnte ich meine Einkaufsbegleiter für´s Tütentragen, die Einkaufsberatung, Übersetzungshilfe und sichere Begleitung durch die mittlerweile angebrochene Dunkelheit. Heute Abend brutzelten wir ein südafrikanisches Gulasch mit Pap. Pap ist ein sehr fester Maisbrei und ein solches Gericht isst man traditionell mit den Fingern. Das mit dem "mit-den-Fingern-essen" hatte ich bereits in Sri Lanka schon mal ausgiebig ausprobiert und es hatte sich als sehr schwierig herausgestellt, halbwegs sauber und elegant mit der Hand zu essen ! Asiaten und Afrikaner können das sehr stilvoll, sauber und uneklig. Unerfahrene Europäer verursachen dabei eine Riesensauerei. So auch ich und "V." heute abend, aber immerhin hatten wir es probiert, die anderen wollten doch lieber Besteck...

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine Campingsafari mit kleiner Gruppe, Start in Johannesburg/Südafrika - Ende in Lilongwe/Malawi und viel wunderschönes Mosambik unterwegs !
Details:
Aufbruch: August 2006
Dauer: unbekannt
Heimkehr: August 2006
Reiseziele: Südafrika
Swasiland
Mosambik
Malawi
Der Autor
 
Sabine Herrmannsen berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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