Namibia-Reisebericht :yebo, yes! 12 monate unterwegs auf dem schwarzen kontinent!

hummeldumm

keine ahnung, ob ihr das buch hummeldumm von thommy jaud gelesen habt (er schrieb auch den erfolgshit "vollidiot"). ich tat es. ich tat es sogar sehr genüsslich. und ich tat es in südafrika während ich mit sebi, meret und fiona unterwegs war. egal, es handelt von thommy, der von seiner freundin überrascht und auch ein bisschen gezwungen wurde, eine vollorganisierte tour durch namibia mitzumachen. zu seinem übel gespickt mit wahrlich mühsamen charakteren aus deutschland und der schweiz. und nachdem ich dieses buch gelesen habe, buche ich nun eine solch geführte tour durch namibia? ich muss ja verrückt sein! doch alles der reihe nach...
guten mutes bestiegen fiona und ich den intercape liner, welcher uns innert gut 21 stunden von kapstadt nach windhoek brachte. die tour war gebucht, die sessel bequem und die klimaanlage im bus lief auf hochtouren! also alles bestens. nicht ganz, vor uns sass ein älteres deutsches pärchen, welches mir schon beim einchecken aufgefallen war, weil sie sich über was beschwerte. als dann kurze zeit später eine horde junger südafrikaner dazustieg, war es mit der ruhe im bus endgültig vorbei und die deutsche lady blühte so richtig auf. mit hochrotem gesicht beschwerte sie sich beim busbegleiter über jeden und alles. höhepunkt der motzerei war der abendfilm. die jungen südafrikaner wollten eine lustige komödie anschauen, das alte päärchen wollte schlafen. sie brachte es tatsächlich fertig, durch ihr blödes gemotze auch noch die restlichen leute im bus gegen sich aufzubringen. sie fahre nie mehr nach südafrika, meinte sie, die seien alle respektlos und bekloppt. wer da nun bekloppt ist? hummeldumm eben...
das abholen von der bushaltestelle klappte dann leider nicht, haben wir ein nettes taxi genommen. auf das zimmer warteten wir volle 5 stunden und die lady, welche uns das frühstück bringen sollte, vergass unsere bestellung ganze zwei mal. okay, ein perfekter start hört sich besser an, aber seien wir ehrlich, es könnte auch schlimmer sein, nicht? ich müsste zuhause meinen allerwertesten abfrieren oder zur arbeit gehen...
abends trafen wir dann unsere neuen mates. vielleicht sollte ich an dieser stelle noch erwähnen, dass wir einen trip mit acacia adventure gebucht haben. ebenfalls ein lastwagen overlander (wie spanien-ghana oder südafrika-türkei) und eine organisation, welche mich vor 4 jahren schon von nairobi-kapstadt brachte. 11 leute (australien, new zealand, england und germany) auf einem 24er plätzer, keine ernsthaft hummeldummen leute mit dabei, alles prima. in windhoek gingen wir in ein bier-/steakhouse, wo man so ziemlich jedes gamefleisch kriegt: kudu, oryx, zebra, strauss oder krokodil usw. war natürlich ein start nach meinem geschmack! am folgenden tag fuhren wir nach norden in die etosha, um 2 tage dort zu verbringen. insgesamt zum dritten mal in meinem leben besuchte ich nun diesen park. so habe ich den park aber noch nie gesehen. grün, grün, grün. die heftigen regenfälle haben ihre spuren hinterlassen. im märz kriegten man hier innert zwei wochen so viel regen wie die letzten 3 jahre zusammen. ich war begeistert davon, doch die freude war nicht von langer dauer. durch das grüne gras und die blätter an dornen, büschen und bäumen sieht man die tiere kaum noch. durch das viele wasser suchten die tiere auch nicht mehr die gewohnten wasserstellen auf und zu guter letzt kriegt ich ekelhaften heuschnupfen, wie zu meinen besten zeiten. also die erwartungen mussten nach unten korrigiert werden. (hab ich schon erwähnt, dass es schlimmeres gibt? okay, ich weiss, hummeldumme frage!) wir wurden aber eines besseren belehrt und haben so ziemlich jegliche tiere gesehen, welche in der etosha heimisch sind. am ersten tag erspähnten wir eines der seltenen und scheuen black-rhinos. da war ich schon so aus dem häuschen, alles andere war zugabe. oryx, springboks, kudu (am vorabend noch gegessen), giraffe, zebra, gnus, impalas, schakale, enten, gänse, sträusse oder andere vögel. der zweite tag begann ähnlich, viele antilopen und giraffen. und dann auf einmal sprang der lastwagen nicht mehr an. das unglückliche für unseren fahrer/mechaniker tj war, dass dies inmitten von büschen passierte und wir entdeckten einige löwen fussabdrücke in unmittelbarer nähe. die batterien konnten wir ralativ schnell notfallmässig reparieren, auch tj blieb unbeschadet. wenig später traffen wir dann auf die erhofften löwen. 4 weibchen überquerten vor uns die strasse. danach war ein bisschen leerlauf angesagt. in der etoshapfanne angelangt, konnten wir uns in pose setzen was das zeug hält. währenddessen wechselte tj die batterien aus . im camp halili stärkten wir uns mit einem feinen mittagssnack und einer runde schwimmen im pool. bei geschätzten 35 grad eine willkommene abwechslung. der nachmittag stand dann im ganz im zeichen von den elefanten. zuerst von ganz weit weg und dann stand plötzlich ein solch riesen ding vor uns . eine mutterkuh, und keiner wusste so genau, wer ausweichen sollte. sie oder unser truck. nach einigen ohrenschwenkern ihrerseits und anfahren unsererseits gewannen wir die battle und sie verschwand im busch. Später sahen wir noch einige elefanten babys, einfach herrlich diesen tieren beim fressen und spielen zuzuschauen. zurück im camp gönnten wir uns eine weitere abkühlung im pool. früh ging es ab in die federn, schliesslich standen wir 2x kurz nach 5 uhr auf. löwengebrüll und schakalgejaule begleiteten uns durch die ganze nacht hindurch. ziemlich relaxend, nicht?

© Markus Knüsel, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
wir reisen in ferne länder, verlassen unsere männer und frauen, buchen fröhlich die teuersten flüge und nehmen fast jede entbehrung in kauf, nur um genau dasselbe immer wieder und wieder zu tun. warum, zum teufel, nur? weil wir süchtig sind, süchtig nach freiheit, ferne und glück...!!! yebo yes!
Details:
Aufbruch: 10.11.2010
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: November 2011
Reiseziele: Marokko
West-Sahara
Mauretanien
Mali
Burkina Faso
Ghana
Südafrika
Namibia
Botsuana
Simbabwe
Sambia
Malawi
Tansania
Uganda
Kenia
Äthiopien
Sudan
Ägypten
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
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