Réunion-Reisebericht :Reunion - der südlichste Punkt der EU

Selbstorganisierte Rundreise durch Reunion mit dem Mietwagen, Unterkunft in Chambre d'hôtes. Auf dem Plan stehen Wanderungen, um die vielfältige Natur zu erleben und die Insel kennen zu lernen.

Akklimatisieren an der Westküste

Karte von La Réunion

Karte von La Réunion

Auf einer Reisemesse rief ein dreidimensionales Modell der Insel unsere Aufmerksamkeit auf sich: steile Bergformationen, dazwischen schroffe, tief eingeschnittene Talkessel, ein Vulkankrater und ringsum der Indiscbe Ozean. Da wollen wir hin! Dazu tropisches Klima, unproblematische Einreise ohne Visaformalitäten nur mit dem Personalausweis, kein Geldumtausch, da Eurozone, sogar der Handytarif ist europäisch.
Flüge nach Reunion, ein Überseedepartment von Frankreich starten von Europa aus nur von Paris. Also starten wir mit dem Thalys von Köln aus und freuen uns, einen halben Tag in Paris verbringen zu können, bevor unser Flug von Orly aus startet. Um 12 Uhr sind wir am Gare du Nord und unsere Freude erhält erst mal einen Dämpfer, als wir feststellen müssen, dass die Gepäckaufbewahrung wegen Streiks geschlossen ist. Im nicht weit entfernten Gare de l'Est können wir dann doch unsere Koffer einlagern. Der erste warme Frühlingstag mit strahlendem Sonnenschein lockt und wir fahren mit der Metro zum Friedhof Pere Lachaise. Dort schlendern wir durch Alleen mit prächtigen Grabstätten, finden die letzten Ruhestätten von einigen berühmten Persönlichkeiten wie Georges Bizet, Gilbert Becaud, Samuel Hahnemann und natürlich Jim Morrison.

Friedhof Pere Lachaise in Paris

Friedhof Pere Lachaise in Paris

Danach trödeln wir zu Fuß zurück, entlang am Canal du Martin bis zum Gare de l'Est.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen wir den Flughafen Orly in einer knappen Stunde. Das Einchecken des Gepäcks ist zähflüssig, nur zwei der Schalter sind besetzt, aber schließlich sitzen wir im Flugzeug, das uns in einem zehnstündigen Nachtflug nach Reunion bringt. Immerhin entschädigt bei Airfrance die Qualität des Essens für die organisatorischen Mängel.
Am nächsten Morgen landen wir pünktlich um zehn Uhr am Roland-Garros-Flughafen in St. Denis. Wir holen den vorbestellten Mietwagen ab, ein knufffiger kleiner weißer Peugeot 107, in dem wir unser Reisegepäck nur unterbekommen, indem wir die Rückbank umlegen. Aber für zwei Personen ist das Auto durchaus ausreichend. Die Tatsache, dass gefühlte 90% aller Autos auf Reunion weiße Kleinwagen sind, lässt es hilfreich erscheinen, sich das Nummernschild des eigenen Mietwagens zu merken, um ihn auf Parkplätzen wiederzufinden...
Da wir unser erstes Quartier in L'Ermitage an der Westküste erst ab 14 Uhr übernehmen können, haben wir genug Zeit, um gemütlich die Küste hinunter zu trödeln. Geduld benötigen wir gleich in St. Denis, wo wir in den ersten Stau geraten.
Die Küstenautobahn N1, mit EU-Geldern finanziert, ist eine der teuersten Straßen der Welt. Zwischen Steilküste und Meer, mit beeindruckenden Stahlnetzen gegen den immerwährenden Steinschlag gesichert wälzt sich in diesem Ballungsraum zu Stoßzeiten eine zähe Blechlawine, in die wir uns mangels Alternativen einreihen.
Zu unserer Rechten leuchtet tiefblau der Indische Ozean.

Terrasse unserer Ferienwohnung

Terrasse unserer Ferienwohnung

In L'Ermitage beziehen wir eine kleine Ferienwohnung. Die Terrasse bietet einen kleinen Sitzplatz, wo wir unsere Mahlzeiten einnehmen mit Blick auf den Garten mit blühendem Frangipany-Baum und pink leuchtender Bougainvillea, als Hintergrundmusik das stetige Rauschen der Brandung. So lässt es sich aushalten!

Frangipany-Blüten

Frangipany-Blüten

© Gina W., 2014
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 16.05.2014
Dauer: 17 Tage
Heimkehr: 01.06.2014
Reiseziele: Réunion
Der Autor
 
Gina W. berichtet seit 33 Monaten auf umdiewelt.