Sambia-Reisebericht :Weltreise 2005

Sambia

Nach 36 Stunden Transport von Bangkok ueber Hongkong und Johannisburg sind wir endlich im schwarzen Kontinent angekommen: Afrika!! Unser erstes Ziel war Livingstone ganz im Sueden von Sambia. Wir haben Livngstone aber erst im 2. Flug-Anlauf erreicht. Beim Ersten mussten wir wegen einem defekten Wetterradar nach 20 Minuten Flug wieder umkehren und das Flugzeug wechseln.
Wir haben uns nach Ankunft auch gleich die ersten Eindruecke von Sambia bei einem Spaziergang durch den Ort geholt. Hier ist wieder alles anders. Nur die Haupstrassen sind asphaltiert, alle Fenster und Tueren sind vergittert, die Haeuser stehen hinter einer hohen Mauer, jedes Geschaeft und Haus hat einen eigenen Wachposten (manchmal sogar mit Waffe), die Leute sind sehr nett und hilfsbereit, nur wenig hellhaeutige Menschen sind unterwegs, keine Waescherei, am Wochenende ist alles zu, keine Bankomaten,...

Leider hatten wir kein Glueck mit dem Wetter und so warteten wir noch einen Tag ab um endlich die Viktoriafaelle zu sehen. Schon von der Stadt aus kann man den Spruehregen aufsteigen sehen und je naeher man kommt, desto lauter wird das Tosen. Die Wasserfaelle kann man von Zimbabwe und von Sambia aus besuchen. Und auf beiden Seiten gibt es Wege und Plattformen mit wunderbaren Aussichten auf die Wasserfaelle. Weil gerade Regenzeit ist, stuerzt das Wasser des Zambezis in der vollen Laenge ueber die Kante und in die Schlucht hinein. Wir sind wieder ganz begeistert von diesem Naturschauspiel. Und wurden zum Schluss ganz schoen nass!

Viktoriafaelle

Viktoriafaelle

Und noch was besonderes gibt es dort in der Gegend: den Mosi-Oa-Tunya Nationalpark. Hier hatten wir die erste Gelegenheit einen Gamedrive (= Pirschfahrt mit dem Jeep) zu machen und die wilden Tiere Afrikas zu sehen. Endlich!! Wir haben die einzigen 2 Breitmaulnashoerner Sambias aus naechster Naehe beobachtet; ausserdem eine Herde Bueffel, mehrere Giraffen, Impalas, Warzenschweine, Paviane, Bienenfresser (kleine bunte Voegel), Stoerche,...

Ueberrascht waren wir von den sehr hohen Preisen hier in Sambia. Selbst im Supermarkt oder auf den Maerkten sind die Lebensmittel empfindlich teuer, vergleichbar mit den Preisen zuhause oder sogar teurer. Kaese gehoert hier zum Beispiel zu den Luxusguetern; 200g Gouda kosten 7 US$, 1kg Zwiebel ueber 2 US$, 1 Glas (kleines) Nutella 8 US$. Auch muessen wir wieder in Mehrbettzimmern uebernachten und selbst die kosten noch das Doppelte wie in Asien oder Suedamerika. Sambia produziert fast nichts selbst und muss die meisten Gueter importieren. Das erklaert zumindest teilweise die hohen Preise. Fuer den Grossteil der Bevoelkerung ist das bitter, Fleisch koennen sie sich meist nur einmal pro Woche leisten. Als taegliches Hauptnahrungsmittel dient Nshima (Maisgriessterz) mit Gemuese oder Fleisch. Wir haben das natuerlich gleich probiert und sind seitdem wahre Fans! Gegessen wird mit der rechten Hand, man knetet kleine Mengen von Nshima und versucht dann, etwas Gemuese mitdazu zu bekommen.

Nshima mit Gemuese

Nshima mit Gemuese

Unsere naechste Station war Lusaka, die Hauptstadt Sambias. Wir haben durch Zufall eine Mitfahrgelegenheit zum South Luangwa Nationalpark gefunden. Leute von der Zambia Wildlife Authority (ZAWA) haben uns in ihrem Jeep mitgenommen. Die Fahrt war interessant, anstrengend, unbequem und voller Ueberraschungen. Mussten zuerst 6 Stunden auf die Abfahrt warten, dann gab es einige Stopps um noch mehr Leute aufzunehmen bzw. einzukaufen, eine Reifenpanne inklusive Pause zum Flicken, und dann doch eine ungeplante Uebernachtung, weil es schon sehr spaet war. Nach vielen Stunden im Jeep und ueber extreme Holperpisten sind wir dann doch in Mfuwe angekommen. Es stellte sich aber sehr schnell heraus, dass sich die Fahrt hierher gelohnt hat. Wir haben im Ort uebernachtet, bei Alendo. Sehr einfache, aber nette Zimmer, mit Dusche (= Eimer voll Wasser) und WC (= Loch im Boden) draussen. Eine der Lodges konnten wir uns nicht leisten. Wir wurden dafuer aber sehr nett in die Dorfgemeinschaft aufgenommen und hatten auch viele Gelegenheiten, ins einfache Alltagsleben der Menschen hier Einblick zu nehmen. Die Familien leben in runden, mit Stroh gedeckten Lehmhuetten und kochen an offenen Feuerstellen ihr Nshima. Wir sind viel durchs Dorf gewandert, die Kinder hatten dabei ihren Spass mit uns. Nur zum Friseur haben wir uns dann doch nicht gewagt. Obwohl die Frauen und Maedchen hier so viele verschiedene kunstvolle Flechtfrisuren haben, und die Maenner haben auch eine 'grosse' Auswahl an Schnitten.

Nshima

Nshima

Der Nationalpark ist hier sehr nahe und kein Zaun schuetzt die Bewohner vor den Tieren und so kommt es oefter vor, dass Hippos oder Elefanten durch den Vorgarten wandern und alles Gruene fressen bzw. zertrampeln. Nach Sonnenuntergang sollte man deshalb nicht mehr herumwandern.
Wir haben uns hier auch 2 Gamedrives geleistet. Einen am Abend und den anderen am Morgen. Es ist immer sehr aufregend, wenn man langsam durch das Gelaende faehrt und eigentlich hinter jedem Busch etwas Neues entdecken kann. Wir hatten wieder Glueck mit den Tieren und den Guides, die uns viel Interessantes gezeigt und erklaert haben. Das haben wir gesehen: viele Elefanten, Giraffen, Impalas, Zebras, Bueffel, Paviane, 2 Loewen und sogar kurz einen Leoparden auf dem Baum; Geier, Kronenkranich, Loeffler, Seeadler, Stoerche, Reiher,...
Der South Luangwa Nationalpark hat die groesste Hippo-Population in Afrika. Auf einen Kilometer des Flusses kommen 40 Hippos. Wir haben die Kolosse ueberall gesehen, im Wasser, beim Grasen, mit Junge, eines ist hinter dem Jeep im Affentempo zurueck ins Wasser gerast. In Gegenwart von Hippos sollte man immer sehr vorsichtig sein. Die verstehen keinen Spass und koennen sehr gefaehrlich werden.
Und das erste Mal wuenschte ich mir eine Kamera mit einem besseren Zoom.

Nach 4 Tagen in Mfuwe sind wir wieder zurueck nach Lusaka und haben die Weiterreise nach Kenya organisiert.

Hier noch brauchbare Tipps fuer diejenigen, die mal nach Sambia reisen moechten: vor der Einreise unbedingt ein Zimmer reservieren, denn dann entfaellt die Visagebuehr, genuegend US-Dollar in cash und ein Teleobjektiv fuer die Kamera.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
In einem Jahr um die Welt: Südostasien, Australien, Neuseeland, Mittel- und Südamerika, Afrika. Nur um zu sehen, ob die Welt wirklich rund ist ...
Details:
Aufbruch: 02.05.2005
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 12.04.2006
Reiseziele: Ecuador
Chile
Argentinien
Bolivien
Peru
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Der Autor
 
Iris Lumetzberger und Stefan Pointner berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Iris Lumetzberger und sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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