Simbabwe-Reisebericht :Reifenpanne - Zuschauer Löwen

Reifenwechsel mit Zuschauern der "Anderen Art"

Reifenpanne

Wir sind über den kleinen Grenzübergang Pandamatenga von Botswana eingereist. Bis in den Nationalpark sind es ungefähr 36 Kilometer. Das Wildschutzgebiet ist rd. 15.000 qkm groß. Entspricht der Fläche des Bundeslandes Schleswig Holstein. Im Park leben ca. 10 bis 12.000 Elefanten, 800 Löwen, 15.000 Büffel und viele andere Tiere. Hwange liegt seit den Problemen in Zimbabwe in einem Dornröschenschlaf. Offensichtlich sind wir die einzigen Besucher. Zunächst geht die Fahrt auf relativ guter Piste durch die Matetsi Safari Area, einem riesigem Jagdgebiet.

Genau um die Mittagszeit macht ein Reifen schlapp. Die Sonne steht senkrecht - 40 Grad im Schatten - aber wo ist Schatten.
Olaf wechselt den Reifen. Ich schau mich ein wenig um. Böse Zungen würden sagen, der wollte sich nur vor dem Reifenwechsel drücken. Auf der rechten Seite ist lichter, übersichtlicher Busch. Links dorniger Trockenbusch. Ein wenig die Füße bewegen, sonst verkümmern noch die Beine.

Und dann traue ich zuerst meinen Augen nicht, direkt neben der Piste im Dornbusch eine Löwin. Ungefähr fünfzehn Meter entfernt. Sie liegt und schaut mich erstaunt (glaube ich) an.

Watt nu? Vielleicht denkt sie genauso?
Langsam zum Auto zurück - wird funktionieren - die Löwin ist satt und müde. Schnell zum Auto zurück laufen - wird den Jagdinstinkt auslösen - könnte ich schaffen, aber Olaf der völlig ahnungslos den Reifen wechselt? Sicherlich käme ich zu ein paar außergewöhnlichen Aufnahmen.

Also Kamera hoch. An irgendwelchen Einstellungen zu drehen ist ausgeschlossen. Ich mache sechs Aufnahmen von ihr, dann langsam rückwärts zum Auto zurück. Immer schön die Löwin im Auge behalten ohne ihr direkt in die Augen zu schauen. Ich kann keinerlei, Unruhe, Anspannung bei ihr feststellen. Zeitweilig schließt sie sogar die Augen. Olaf hat mein seltsames Rückwärtsgehen bemerkt und zieht sich vorsichtig in das Auto zurück.
Wow, wir sitzen im Auto, die Hände zittern ein wenig. Der Schweiß brennt in den Augen. Alles dran, alles drin. Schwein gehabt - nee Löwen gesehen.
Hoffentlich sind die Aufnahmen etwas geworden? Ich hatte vorher im Breitbildformat fotografiert, in der Aufregung nicht mehr daran gedacht.

Für das Überraschungsmoment, den Schnappschuss stelle ich die Auto-Focus-Messmethode auf Spot, dann fokussiert sich die Kamera auf den kleinen Kreis. Den auf die Augen gerichtet und der Kopf, die Augen werden scharf. Bei einer anderen Messmethoden könnte sich die Kamera auf "Anderes" Z.B. die Dornenzweige scharf stellen und das Objekt der Begierde ist unscharf. Belichtungsmethode unwichtig kann ich am PC regeln.
Was mag in dem Kopf der Löwin vorgegangen sein? Ich würde es sehr gern erfahren.

Nach einer Weile sind wir zu ihr hingefahren und entdecken weitere Löwinnen die sich im Dornbusch vor der Hitze verkrochen haben.
Die anderen Löwinnen aufzunehmen, ist durch die Dornenbüsche nicht möglich.
Von der Piste kommen wir auch nicht herunter, die Büsche stehen zu dicht.
Beim langsamen hin,- und herfahren zählen wir sieben Löwinnen.

© Sigurd Treske, 2009
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 13.03.2009
Dauer: 1 Tag
Heimkehr: 13.03.2009
Reiseziele: Simbabwe
Der Autor
 
Sigurd Treske berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
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Sigurd über sich:
Afrika eine große Liebe
Seit über vierzig Jahren bereise ich diesen Kontinent. West- Zentral- Ost- und Südafrika – keine organisierten Safaris, sondern mit Allradfahrzeug und Zelt. 1973 habe ich mit zwei Freunden in einem VW Bus die Sahara über die damalige spanische Sahara und Mauretanien durchquert. Mein Interesse konzentriert sich immer auf die vom Massentourismus weitgehend unberührten Gebiete und besonders die Tierwelt. Die letzten Elefanten des Sahel (Mali), die Grevyzebras und Netzgiraffen in den Halbwüsten Kenyas und Südäthiopiens, die Bergzebras und Spitzmaulnashörner in Etosha-West (für den Tourismus geschlossen), die Leoparden der Zentralkalahari und viele andere Tiere und Regionen.
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