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Eindrücke, Erzählungen, Stimmungen und Begegnungen aus Johannesburg, die etwas vom Alltag in Südafrika und seiner Kultur, Geschichte und Politik erzählen. Der Reisebericht basiert auf einem 11-wöchigen Forschungsaufenthalt in Gauteng, Südafrika und dokumentiert, was mir außerhalb der Recherche begegnet ist.
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In den letzten Tagen bin ich in einer seltsamen Stimmung. Ich kann mich nicht recht freuen auf das, was bevorsteht. Bin damit beschäftigt, die vergangenen elf Wochen noch einmal zu durchleben, klammere mich ein wenig an ihnen fest. In den letzten vier, fünf Wochen habe ich mich so an meine Umgebung gewöhnt, alles und alle sind so vertraut geworden, dass ich mir jetzt gut vorstellen kann, hier noch ein paar Monate zu verbringen. Das Leben ist zum Alltag geworden, einiges wurde gewissermaßen entmystifiziert. Während ich vorher nie in ein Minibus-Taxi gestiegen war - mir war von mehreren Leuten erzählt worden, das sei für Weiße gefährlich -, bin ich nun gleich drei Mal damit gefahren. Und ich fühlte mich sicher. Das gab mir das Gefühl, dass man sich vielleicht doch freier bewegen kann, als ich es mir vorgestellt hatte.
Am letzten Abend geht die ganze Clique, nachdem Daniel und ich für alle ein riesiges Dinner gezaubert haben, in einen Club in Melville. Mit einer Träne im Knopfloch koste ich die wenigen schönen Stunden aus, die mir hier noch bleiben. Wieder erlebe ich die südafrikanische Herzenswärme, auf der Tanzfläche begegnen mir wiederholt Menschen, die ich nur ein, zwei Mal vorher auf dem Campus gesehen (nicht gesprochen) habe, und die mich jetzt herzlich begrüßen, als würden wir uns jahrelang kennen. Da ist sie wieder, diese imaginäre Bruder- oder Schwesternschaft, die zwei wildfremde Menschen dazu verleiten kann, sich geschwisterlich zu umarmen. Das mag ein wenig pathetisch oder kitschig klingen, aber an diesem Abend bin ich in so einer Stimmung.
Shaatuna, Daniel und Sophie begleiten mich zum Flughafen. Zu meiner Überraschung überwiegt in mir die Dankbarkeit für die vergangenen elf Wochen der Traurigkeit über meine Abreise. Ein paar hastige, ein paar lange Umarmungen. Aber ich bin soweit, kann nun loslassen. Macht's gut.
Die letzten Meter vor dem Eintritt ins Flugzeug. Auf einer großen Wandtapete heißt es: "This doesn't have to be your last taste of Africa". Wird es nicht, da bin ich mir sicher.
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| Claus | http://www.fluidr.com/photos/schwarzer_kater/ | |
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Hallo Timo! Das war ein spannender Bericht. Informativ und facettenreich, emotional und engagiert, teils auch witzig, immer reflektiert und immer menschlich. Was für ein sorgfältig und liebevoll komponierter Reisebericht! Danke -- sagt Claus, aus der Bautzener in Berlin PS Hoffe, es geht Dir gut!
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