Ghana-Reisebericht :6 Monate in Ghana

Arbeit

Am Montag nach meiner Rückkehr aus Battor hatte ich wieder einen Termin bei Ripples Health Care. Mavis wollte mit mir besprechen, wie es bei meinen Projekten weiter geht. Meine Projektbeschreibung beinhaltete verschiedene Waisenhäuser, und ich bin davon ausgegangen, dass ich auch in einem solchen Arbeiten werde. Bezüglich der Waisenhausarbeit konnte sie mir aber noch nichts konkretes sagen.

Sie hat deshalb vorgeschlagen, dass ich in der Zwischenzeit in ihrer Schule "Arbeit mit Kindern" und "Arbeit mit Behinderten" unterrichte, da ich in diesen Bereichen bereits einige Erfahrung habe. Jedoch müsste ich mir dazu erstmal die ganzen theoretischen Grundlagen aneignen, um das Ganze auch auf Health-Carer-Level unterrichten zu können. Mavis hat gemeint, ich soll am Anfang einfach "Interaction" mit den Schülern machen, dann sehen wir weiter. - OK.

Dass "am Anfang" bei Ihr aber "jetzt sofort" bedeutet, hat mich doch etwas überrascht. Und auch die Art, wie ich die Interaction-Session machen sollte. Es war 10:00 Uhr Vormittag, als sie mich in die Klasse gebracht hat. Sie hat mich vorgestellt, und gemeint, dass sie leider nach Battor fahren muss, um dort etwas zu regeln. Ich solle um 16:00 Uhr Schluss machen. Danach warf sie mir einen Blick zu, der offenbar "du schaffst das schon" sagen sollte, und verschwand.

Somit stand ich vor einer Gruppe von ca. 30 Leuten, in etwa in meinem Alter (manche auch darüber), die mich alle erwartungsvoll anschauten.

Also habe ich ihnen erzählt, wer ich bin, dass ich aus Österreich komme, warum ich hier bin, ... und dass sie mich auch fragen sollen, wenn sie etwas interessiert.

Die ersten Fragen waren dann, ob ich verheiratet bin, ob man in Österreich leicht Arbeit bekommt, was sie machen müssen um in Österreich Arbeit zu bekommen, ob es dort einen Bedarf an "Carern" gibt, und ob ich ihnen helfen kann, nach Österreich zu kommen.

Nachdem diese "wichtigsten Dinge" geklärt waren, wussten sie zwar eine kurze Zeit nicht, was sie sonst noch Fragen könnten, aber es entwckelte sich doch bald ein interessantes Gespräch darüber, was ich in Battor mit den Ripples-Schülern aus dem vergangenen Kurs gemacht habe, über Kindererziehung, warum ich (zur großen Verwunderung Mancher) gegen Prügelstrafe bin und wie man "angemessene Konsequenzen" finden kann. Außerdem über Kulturunterschiede, die "reichen Europäer", und die Landesküche.
Irgendwie ist die Zeit dann doch vorbeigegangen, auch wenn es echt nicht einfach war, sechs Stunden lang (mit kurzer Mittagspause) Gesprächsthemen zu finden, die die Schüler interessierten.

Um 16:00 Uhr bin ich dann nach Hause gefahren, Mavis war noch nicht zurück. Aber ihre Sekretärin hat mir von ihr ausgerichtet, dass ich am nächsten Tag in der Früh wieder kommen soll.

© Valentin R., 2005
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Sechs Monate Volunteering in Ghana. Kultur kennen lernen, reisen und arbeiten.
Details:
Aufbruch: 04.10.2005
Dauer: 6 Monate
Heimkehr: 08.04.2006
Reiseziele: Ghana
Der Autor
 
Valentin R. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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Valentin über sich:
Wer ich bin, und was ich mache entnehmt ihr am besten meinem Reisebericht.

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