Ghana-Reisebericht :6 Monate in Ghana

Visum

Dezember 2005

Nur dadurch, dass man ein Drei-Monats-Visum besitzt, heißt das noch nicht automatisch, dass man damit auch drei Monate im Land bleiben darf. Es besagt nur, dass man innerhalb von drei Monaten einmal einreisen kann. Gut, dass ich das zufällig noch rechtzeitig herausgefunden habe, denn der Stempel in meinem Pass erlaubt mir nur einen Aufenthalt von 60 Tagen.

Also suche ich mir eines Nachmittags den Weg zum "Ghana Immigration Department", ausgerüstet mit Reisepass, Passfotos und etwas Geld (Im Reiseführer steht, dass die Visumsverlängerung ca. 6 Euro - 60.000 Cedis - kostet, ich nehme zur Sicherheit etwas mehr mit).

Dort angelangt teilt mir die uniformierte Dame an der Rezeption mit, dass ich außerdem eine Kopie meines Rückflugtickets brauche. Ich habe ein digitales eTicket, wie das denn da gehe, frage ich sie. Ich soll mir einen Ausdruck besorgen, und morgen wieder kommen.
Ich will schon gehen, als sie mich zurückruft. Sie habe da eine Freundin, nach der ich in einem Nachbarzimmer fragen soll, die kann mir das ganz schnell erledigen. Kostet halt ein bisschen mehr. (Ja, die Korruption spielt immer noch eine tragende Rolle in der ghanaischen Bürokratie.)

Ich, dankend abgelehnt, komme also am nächsten Tag nach der Arbeit wieder, diesmal zusätzlich mit meinem Ticket-Ausdruck und dem ausgefüllten Antragsformular, das mir die Beamtin gestern noch mitgegeben hat.
Jedoch: "Sorry Sir, we only do this in the mornings".

Mein Visumsantrag. Als Verlängerungsgrund ist "Cultural Travel" angegeben, denn ansonsten bräuchte man noch eine Einladung des Arbeitsgebers und eine Bestätigung, dass man Volunteer ist, und für die geleistete Arbeit kein Geld bekommt.

Mein Visumsantrag. Als Verlängerungsgrund ist "Cultural Travel" angegeben, denn ansonsten bräuchte man noch eine Einladung des Arbeitsgebers und eine Bestätigung, dass man Volunteer ist, und für die geleistete Arbeit kein Geld bekommt.

Also habe ich in Tema angerufen, um mir für den nächsten Vormittag frei zu nehmen. Noch einmal überprüft, ob ich eh alles dabei habe (Pass, Passfotos, ausgefüllter Antrag, Ticketkopie, und 100.000 Cedis). Auf ein neues.
Gut. Dieses Mal passt alles, das Visum wird zwar nur bis zu drei Monate verlängert, aber dann muss ich halt noch einmal kommen (jetzt weiß ich ja immerhin schon wie es funktioniert).
Als es jedoch ans Zahlen geht, stellt sich heraus, dass der Spaß doch mehr kostet, als erwartet. 150.000 Cedis. Super.

Im Anbetracht der Öffnungszeiten ging es sich nicht mehr aus, mit dem Trotro heimzufahren um Geld zu holen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mir den Luxus eines Taxis zu leisten. (Ja, 3 Euro für Hin- und Rückfahrt sind für ghanaische Verhältnisse Luxus. Im Vergleich hätte ich für den Trotro ca. 50 Cent ausgegeben.)

So habe ich es dann doch noch innerhalb von drei Tagen geschafft, meine Visumsverlängerung zu beantragen.
Zwei Wochen später konnte ich mir meinen fertig bearbeiteten Pass wieder abholen.

© Valentin R., 2005
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Sechs Monate Volunteering in Ghana. Kultur kennen lernen, reisen und arbeiten.
Details:
Aufbruch: 04.10.2005
Dauer: 6 Monate
Heimkehr: 08.04.2006
Reiseziele: Ghana
Der Autor
 
Valentin R. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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Valentin über sich:
Wer ich bin, und was ich mache entnehmt ihr am besten meinem Reisebericht.

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