Kap Verde-Reisebericht :(M)ein Traum wird wahr .... Weltreise!

Region 6, West- und Nordafrika

Als ich meine Weltreise plante, ja sogar noch, als ich sie antrat, war das Ende offen. Sowohl zeitlich, als auch von der Route her hatte ich mich noch nicht festgelegt. Klar war für mich nur, dass ich von Südamerika nach Westafrika rüber wollte. Es gibt eine Verbindung von Fortaleza in Brasilien nach Praia auf den Kapverdischen Inseln, betrieben von TACV.

Meine ersten Überlegungen waren, von Praia aus mit der angolanischen Fluggesellschaft TAAG nach Sao Tomé&Principe zu fliegen, denn a) dort war ich auch noch nicht, b) kommt man von Europa kaum dorthin und c) gab es zufällig diese Flugverbindung von Praia über Sao Tomé nach Luanda/Angola. Nur für das Buchen war es zu früh, die meisten Flüge sind erst 330 Tage im Vorhinein buchbar. Aber mit dieser Idee im Kopf verbunden mit einem Hin- u. Rückflug und einem Billigflug von Boa Vista / Kapverde mit TUI-Fly nach Köln startete ich meine Reise.

Immer wieder versuchte ich, sowohl über ein Reisebüro als auch über die Website den Flug mit TAAG zu buchen. Ein Hotel hatte ich mir schon auf Sao Tomé ausgesucht, auch schon ein Programm zurecht gebastelt, nur die Flugbuchung wollte nicht klappen. Nach monatelangen fehlgeschlagenen online-Versuchen schrieb ich dann eine e-mail, dann eine zweite, dann eine dritte an TAAG. Doch nie bekam ich eine Antwort.

Im Dezember 2013 gab ich diese Idee dann auf; auf den Fiji-Inseln hatte ich ja etwas Zeit zum Planen und Neuüberlegen und so kam ich zu der Erkenntnis, noch nicht von den Kapverden aus nach Hause, sondern über Teile West- und Nordafrikas zu reisen. Immer mehr Staaten Westafrikas sind nur noch schwerlich zu bereisen, bevor es gar nicht mehr geht, nutze ich die verbleibende Zeit, um das ein oder andere Ziel zu sehen.

Von Praia aus gelangt man gut nach Dakar im Senegal, von dort ist Banjul in Gambia nicht weit, dann sollte es aber Richtung Norden gehen. Mauretanien hätte ich auch gerne gesehen, doch nur zwei, drei Tage in die Hauptstadt und sonst nichts wollte ich auch nicht (gilt übrigens auch für Senegal, da hätte ich auch gerne mehr gesehen...). Also von Banjul aus nach La´Ayoune im marokkanisch besetzten Westafrika und dann über Casablanca nach Algerien. Von dort aus gibt es die Alternative, über Tunesien nach Europa zu kommen oder direkt nach Paris zu fliegen.

Meine Wartezeit auf den Fijis vor dem Flug nach Hawaii nutze ich, diese Idee zu konkretisieren, Routen- und Visapläne zu schmieden und mich dann festzulegen. Der Visaantrag für Kapverde war bereits vor meiner Abreise vorbereitet, der Rest war neu und musste noch erledigt werden.

Senegal war bereits das erste Problem: es gibt seit Sommer 2013 eine Visapflicht, doch man kann das Visum nur online beantragen, dazu einige Unterlagen als pdf.-Datei anhängen. Das war aber problematisch, denn vom Pass müssen alle Seiten eingereicht werden, die hatte ich aber nicht alle als Datei und außerdem kann man nur ein Scan hochladen. Dann hatte ich eine Flugbuchung in einem komischen Format, das ins pdf umgewandelt werden musste, was aber mein Laptop (und ich) nicht schaffte. Also diese Datei zu meiner Kollegin Tina gemail, die hat es umgewandelt und zurückgemailt und dann konnte ich es hochladen - Danke nochmals, Tina! Sodann muss nach einer ersten Antwortmail von einem automatischen System die darin enthaltene Kennnummer bei der online-Überweisung der Gebühren angeben und erhält dann eine zweite e-mail mit einem elektronischen Vorabvisum, mit dem man dann am Flughafen in Dakar sein Visum abholen kann. Hört sich erstmal einfach an. Doch die zweite e-mail kam nie. Mehrfach habe ich nachgefragt, doch eine Antwort kam nicht. Als ich schon nicht mehr daran glaubte, hatte ich plötzlich nach mehreren Monaten mein elektronisches Visum im Posteingang.

Gambia scheint einfach zu sein, Visum gibt es bei der Einreise. Marokko und Westafrika (ist ja auch Marokko) benötigt kein Visum, Algerien aber wieder. Das war dann das nächste und auch das größte Problem: zunächst musste ich in einem Internetcafé den Visumantrag online ausfüllen, ausdrucken und dann mit Originalunterschrift nach Deutschland schicken - ich war ja auf den Fijis.

Sicherheitshalber machte ich 2 Ausdrucke und schickte einen von den Fijis, einen anderen von Hawaii zu meinem Sohn, der im Besitz meines zweiten Reisepasses war und sich um die Visabesorgung kümmern sollte; kurz vor Weihnachten trafen beide Briefe ein! Dann verlangt Algerien eine Vielzahl von Unterlagen, z.B. eine Arbeitgeberbescheinigung (die ich glücklicherweise in verschiedenen Sprachen mitführte, u.a. in französich - Danke nochmal, Doro und Frau Dr. Winners von 11!), Hotelbuchung in bestätigter Version vom Hotel und der Tourismusbehörde, einen Routenplan, Reisekrankenversicherung, Passbild und die Flugtickets. Die Hotels in Algier und Oran (die Route über Tunesien schlug ich mir aus dem Kopf, da sie zu kompliziert war - auch bei der Visabeantragung) buchte ich über Opodo, doch deren Bestätigung reichte nicht aus und andere werden nicht ausgestellt, ich brauchte ja eine hoteleigene, auf Briefkopfbogen bestätigte Bescheinigung. Beide Hotels angemailt, das erste schickte die Bestätigung prompt, das zweite nicht. Mehrfach gemahnt dauerte es fast zwei Wochen, bis das blöde Ding kam. Dabei lief mir so langsam die Zeit weg...

Mein Pass musste spätestens Ende Februar mit allen Visa zurück sein, damit mein Reisekumpel Udo aus Oldenburg ihn mir nach Nassau/Bahamas mitbringen konnte. Er startete Anfang März seine Tour, das war ein k.o.-Kriterium. Mitte Dezember zog aber das für meinen Wohnsitz zuständige algerische Konsulat von Bonn nach Frankfurt um, die Berliner Botschaft übernahm jedoch keine Übergangszuständigkeit, und so tat sich ein Monat lang gar nichts. Ich hatte einen Visadienst eingeschaltet, der von meinem Sohn alle Unterlagen erhalten hatte und - nach Eröffnung des neuen Konsulates in Frankfurt am 17. Januar 2014 - alles dorthin geschickt hatte.

Dann kam Ende Januar die Info, dass man meine Reiseroute nicht akzeptieren würde. Ich wollte mit der Eisenbahn von Algier nach Oran fahren, um etwas von der schönen Landschaft kennenzulernen und nicht wieder fliegen zu müssen. Doch das ginge nicht, irgendeine Bezirksgrenze sei geschlossen, und ich müsse fliegen. Also noch schnell über swoodoo einen Flug von Algier nach Oran gebucht, die pdf.-Bestätigung zum Visadienst gemailt - und nur eine Woche später war das Visum da!

So, damit war meine Route durch West- und Nordafrika fix und gebucht, alle Unterlagen vorhanden, mehrere Wochen Nerverei vorbei. Sage noch einmal jemand was von deutscher Bürokratie... Von Paris aus werde ich mit dem Thalys nach Düsseldorf fahren.

Ja, und dann kam dann doch noch eine Überraschung, Mitte März 2014 gab es die Ebolaepedemie in Guinea. Tja, was habe ich mit Guinea oder den Nachbarländern Liberia oder Guinea-Bissau zu tun? Denkste, der Flug mit Royal Air Maroc von Banjul via Casablanca nach La´Ayoune geht über Conakry - und das ist die Hauptstadt von Guinea, dem Zentrum der Epedemie! Dort gibt es einen "technischen Zwischenstopp", warum auch immer, denn die Route liegt um einiges tiefer in den Süden, als das nördlichere Ziel eigentlich vermuten ließ.

Bei der Buchung dieses Fluges hatte ich zunächst Conakry falsch verortet. Eigentlich kenne ich mich in Geographie inzwischen ganz gut aus, aber da hatte ich gepennt. Hätte ich realisiert, dass Conakry die Hauptstadt Guineas ist, so hätte ich 2-4 Tage Aufenthalt eingeplant. Habe ich aber nicht, weil ich eben blöd war! Aber aus heutiger Sicht nun doch wieder nicht, das Glück ist mit den Blöden, denn mitten ins Ebolaepedemiegebiet hätte ich nun doch nicht gewollt. Nun gibt es halt nur diesen merkwürdigen "technischen Zwischenstopp", bei dem hoffentlich niemand einsteigen wird!

Das sind meine Vorbemerkungen zur Region 6, West- und Nordafrika, die es ursprünglich gar nicht hätte geben sollen )

Am Donnerstag, den 04.04.2014 geht es mitten in der Nacht um 1.10 Uhr los nach Afrika. Dann sind 3 1/2 Monate tolles Südamerkia vorbei!

Meine geplante Route in West- und Nordafrika

© Rolf Bilo, 2013
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