Kongo-Reisebericht :Afrika Expeditionen Kongo

Kongo: Kivusee - Goma - Ruwenzori Berge - Pygmäen - Virunga Park - Eduardsee - Nyiragongo Krater - Gorillas - Kivusee

Kigali – Goma – Rutshuru - Beni

Wir kommen in Kigali - Kanombe Airport - an, wo die Afrika Expedition Kongo startet.

Nach kurzer Pass- und langer Zollkontrolle können wir den Flughafen verlassen. Friedhelm erwartet uns schon mit dem LKW. Er ist bereits vor drei Tagen in Nairobi mit dem LKW und unserem Koch Ndeke gestartet und hat sich auf den unbeschreiblich schlechten Straßen in Uganda nach Kigali durchgekämpft. Gemeinsam fahren wir nach Kigali zum Hotel Kiyovu, etwas außerhalb des Stadt­zentrums.
Am Morgen laden wir unser gesamtes Gepäck auf den LKW und fahren zuerst zum Flughafen und warten auf die Sabena-Maschine mit unseren Nachzüglern aus München, die in Brüssel die Maschine nach Kigali verpasst haben. Wir verlassen Kigali und fahren zur Kongo-Grenze. Nach ca. 150 km Fahrt durch sehr eindrucksvolle, hügelige Landschaft mit Bananenplantagen erreichen wir die Grenzstadt Gisenyi. Es ist schon dunkel, als wir das Camp auf einer Wiese am Kivu-See aufbauen.

Es regnet fast schon den ganzen Tag. Durch anfängliche Probleme mit Platzsuchen, Zeltaufbauen, Gepäckverstauen, haben wir heute Abend nicht die richtige Muße, um uns an der Landschaft zu erfreuen. Spät am Abend, am Lagerfeuer machen wir eine zünftige "Begrüßung" unter reger Beteiligung von Einheimischen. Es gibt Musik, Tanz und "Mützig", einheimisches Bier.
Heute morgen, bei einigermaßen trockenem Wetter, genießen wir endlich den See und seine Umgebung. Er ist Afrikas höchstgelegener See (1.460 m, 2.650 km2 groß und über 80 m tief). Wir brechen rechtzeitig unser Lager ab, da wir heute noch die Grenze zwischen Ruanda und Kongo überqueren wollen, um nach Goma zu gelangen. Die Grenzformalitäten sind langwierig.
Nach ca. 30 km erreichen wir die Hauptstadt der Kivu-Provinz, Goma. Ein recht ver­kommenes Provinznest. Der düstere Eindruck wird noch durch die allgegen­wärtigen, schwarzen Lavabrocken, die noch vom letzten Ausbruch des Nyiragongo-Kraters stammen, verstärkt. Nach einer Irrfahrt durch die Stadt erreichen wir das "Centre Sportif". Auf der Wiese des Centers schlagen wir die Zelte auf. Geplant ist für heute die Besteigung des Nyiragongo-Vulkans. Durch das besonders schlechte Wetter - es regnet fast die ganze Zeit - ändern wir aber unseren Plan. Die Vulkane sollte man sich bei besserem Wetter vornehmen. Wir bereiten uns daher zunächst auf die Besteigung des Ruwenzori vor, da wir annehmen, dass es am Ruwenzori (genannt "der Regenmacher") sowieso den größten Teil des Jahres regnet und so wollen wir die Schlechtwetterperiode dazu nutzen, zunächst dorthin zu kommen.
Wir frühstücken im Regen und nachdem sich das Wetter aufgeklärt hat, machen wir einen Ausflug zum Grünen See.

Danach bereiten wir uns auf die morgige Abfahrt Richtung Beni und zum Ruwenzori vor. Nach einem kurzen Aufenthalt in Goma zum Einkaufen verlassen wir die Stadt und fahren weiter nach Norden.
Nach ca. drei Stunden Fahrt über schlechte Straßen kommen wir zum Ruthsuru-Wasserfall. Eine längere Mittagspause tut uns allen gut. In herrlicher Landschaft können wir unsere strapazierten Knochen ausstrecken, Kräfte sammeln und den imposanten Wasserfall genießen. In tropischem Wald versteckt, stürzt ein Fluss über große Felsbrocken in die Tiefe. Das Rauschen des aufgewühl­ten Wassers, der feuchte Dunst, das Tiefgrün der Pflanzen, die Sonnenstrahlen, die die Farbe des Wassers aufhellen - wirklich eindrucksvoll.

Die Zeit läuft weg, wir müssen weiter. Wir fahren durch den Virunga-Nationalpark. Nach 4 Stunden erreichen wir Kanyabayonga, eine größere, endlos lang gezogene Ortschaft, die sich über mehrere Hügel erstreckt. Am Ortseingang besuchen wir kurz eine Werkstatt für Elfen­beinschnitzereien. Es ist erstaunlich, wie viele Sachen aus Elfenbein heute noch hergestellt werden. Am Hotel Itala bauen wir unser Camp auf.

Am frühen Morgen geht es weiter. Mittags sind wir am Äquator, Zeit für einige Fotos, bevor es weiter geht. Am Nachmittag erreichen wir die Stadt Beni. Ein grimmiges Loch am Fuße der "Mondberge" (Ruwenzori).

Wir frischen hier unsere Lebensmittel­vorräte auf. Das Camp ist nichts Besonderes, wir finden aber kein besseres. Alle sind durch die lange Fahrt auf extrem schlechten Straßen müde. Die Zelte schlagen wir auf einer Wiese neben einem drittklassigen Hotel auf, ein Glück, dass es wenigstens Bier und Cola gibt.

© Johnny Hinzen, 2007
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 01.02.1990
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 28.02.1990
Reiseziele: Kongo / Demokratische Republik Kongo
Der Autor
 
Johnny Hinzen berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
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