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Mikeno Krater - Gorillawanderung
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Johnny Hinzen Afrika Fotoarchiv
Am Nachmittag erreichen wir wieder Goma. Die Sachen für die morgige Gorillawanderung werden am Abend noch vorbereitet. Nach kurzer Fahrt kommen wir um die Mittagszeit in Rumangabo, dem Ausgangspunkt der Wanderung, an. Das Gorillagebiet liegt in den höheren Regionen des Mikeno Kraters, ein Teil des Volcano-Nationalparks.
In brüllender Mittagshitze stellen wir in der Nähe von Rumangabo die Zelte auf.
Am nächsten Tag brechen wir zu den Gorillas auf. Ein Führer und ein Träger begleiten uns.
Nach drei Stunden Marsch durch Bananen- und Hirsefelder, Dörfer und Gehöfte, erreichen wir am Fuße des Mikeno-Vulkans die Bukima-Hütte. Eine Holzhütte, die sich wirklich sehen lassen kann, alles noch sauber, gepflegt und neu.
Mit einem Spezialführer und einem Fährtensucher machen wir uns auf den Weg zu den Wohnplätzen der Berggorillas. Nach ca. einer Stunde erreichen wir den Urwald. Der Weg führt zunächst noch einen gut sichtbaren Pfad entlang. Die Führer halten nach den Gorillas Ausschau. Plötzlich sind sie da - noch ziemlich weit im Dickicht. Um näher hinzukommen, müssen wir uns mit einer Panga den Weg durch den dichten Urwald bahnen. Die Abhänge sind steil, die nassen Blätter und das Unterholz sehr glitschig, übersät mit Riesenbrennnesseln und dornigen Zweigen. Wir treffen auf die ersten Schlafplätze der Tiere. Endlich sehen wir sie aus der Nähe.
Sie sitzen auf den Bäumen oder im dichten Gehölz und fressen - zuerst die kleinen, neugierigen, dann die größeren. Wir bleiben in gebührender Entfernung stehen. Die ersten Begegnungsängste müssen von beiden Seiten überwunden werden. Die Gorillas sind groß, sehr mächtig und haben dickes, braun-schwarzes Fell, überdimensional große Oberarme, breite Schultern und verhältnismäßig kurze Beine. Tiefliegende, dunkle Augen, eine platte Nase, kleine Ohren und eine große Schnauze mit kräftigem Gebiss. Die erwachsenen Gorillamännchen, die wir jetzt sehen, sind fast 2 Meter groß und 300 kg schwer. Sie leben im Familienverband. Auf dieser Seite des Mikeno-Vulkans gibt es 4 Familien mit je ca. 15 Tieren.
Nur eine Familie ist an Menschen gewöhnt, die anderen bewohnen die Vulkanhänge weit ab von Menschen. Auf der Ruandaseite des Vulkans gibt es drei "menschengewöhnte" Familien. Patriarchalisches System und hierarchische Rangordnung bestimmen das Familienleben des größten Menschenaffen. Zu der Familie der Menschenaffen gehören noch Schimpansen, Gibbons und Orang-Utans. Durch enormen Einsatz einiger Natur- und Tierforscher, die hier mit Aufopferung und Hingabe für die Arterhaltung der letzten Berggorillas gekämpft haben, können wir heute mit den friedlichen, pflanzenfressenden Primaten zusammen sein. Wir verweilen bei den friedlichen Riesen lange Zeit, schauen ihnen beim Essen zu, staunen über ihre Fähigkeiten, Geschicklichkeit und Unbefangenheit. Es tut gut in ihrer Nähe zu sein. Sie erscheinen uns sehr zufrieden und sorglos. Leider naht der Abschied.
Wir verlassen die Gorillas, aber für sie verläuft der Tag sicherlich wie üblich weiter, immer auf der Suche nach Leckerbissen, Zweigen des wilden Selleries und anderen Köstlichkeiten. Am späten Nachmittag erreichen wir wieder das Basiscamp in Rumangabo.
Der Vormittag ist für die letzten Einkäufe in Goma reserviert. Die Nacht verbringen wir nochmal im "Centre Sportif". Am nächsten Morgen nach dem Erledigen der Grenzformalitäten auf beiden Seiten, fahren wir über Gisenyi zum Kivusee.
Hier am Ufer des Sees haben wir vor vier Wochen das erste Camp bei schlechtem Wetter aufgebaut. Das letzte Camp bauen wir an gleicher Stelle auf, aber diesmal bei strahlendem Wetter. Zum letzten Mal packen wir die Zelte und die gesamte Ausrüstung zusammen. Wir haben noch etwas Zeit, wir schauen auf den See, hören auf das Rauschen der Wellen, beobachten die Vögel und genießen die Sonnenstrahlen. Dann heißt es für uns Abschied nehmen. Nach über vier Stunden Fahrt kommen wir wieder in Kigali an. Diese Nacht verbringen wir in dem uns schon bekannten Hotel Kiyovu. Am nächsten Morgen geht unser Flug zurück nach Deutschland.
Schreib einen Kommentar ins Gästebuch
| Rainer We | ||
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eindrucksvoller Bericht und ansprechende Fotos, die Lust machen, die Gegend selbst zu erkunden! Ruwenzori und Virunga fehlen mir als ein ostafrikanisches Highlight noch. Nach der aufwühlenden Doku "Congo River" von Thierry Michel bin ich angenehm überrascht, dass Reisen in dieser Gegend offenbar sicherheitstechnisch bei eurer Tour kein Problem dargestellt hatten. Nochmals Danke für den Bericht und weiterhin intensive Reiseerlebnisse! Rainer We | ||
| anonym | ||
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Tolle Bilder, interessanter Berich, von einem faszinierenden Land! Mehr davon
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| Helli Friedmann | ||
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| Eine Vielzahl von absoluten Höhepunkten, untermalt von aussagekräftigen Bildern und gründlicher Beschreibung. Eine ähnliche Tour steht auf meiner Tourenplan ganz oben - evtl. im Jan. 2008. | ||
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