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Von FRA gehts los nach Bangalore. Nach 6 Monaten Freiwilligendienst geht sie dann los, meine Rucksackrundreise durch Südindien. Angefangen im Osten, einmal mit dem Finger im Uhrzeigersinn über die Karte bis ich wieder in Bangalore lande. Nach nem 5-tägigen Päuschen in Bahrain gehts zurück nach BRD. Mal schauen wie es wirklich wird!?! Oder wie war das noch mit dem Leben und der Schachtel Pralinen?!?
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Namaste aus Nepal Ihr Lieben,
endlich nach 20 stuendiger Busfahrt unter extremsten Bedingungen (wie im Viehtransporter!:O) ) bin ich nun endlich im Paradadies Pokhara angekommen. Nepal ist ein wahres Paradies, der Himmel auf Erden oder wie man sonst den schoensten Teil der Erde bezeichnen kann. Mir fehlen die Worte dass zu beschreiben, was ich auf meiner Busfahrt mit aufgehender Sonne gesehen hab. Schluchten, Taeler, Fluesse, Berge, endlos weite gruene Landschaften, wie im schoensten Maerchen. Den Bergen so nah erscheint mir alles hier so surreal. Wahrscheinlich bin ich im Nirvana und weiss es nicht.
Lange ist es her dass ich berichtet habe und vieles ist seitdem passiert und viele Orte sind bereist.
Delhi selbst ist eine grosse Stadt mit 2 Gesichtern. Man findet normales indisches und traditonelles Leben neben modernen und westlichen Alltag. Vivian und ich haben uns hier fuer eine Woche niedergelassen und es in vollen Zuegen genossen, mal fuer etwas laengere Zeit sesshaft zu sein. Neben dem normalen Sightseeing, durften wir dann noch einige Botschaften fuer unser Visa stuermen und mein groesster Alptraum wurde war: Ich musste zum Zahnarzt, ganze DREIMAL! Bei meinem ersten Praxisbesuch waere ich fast rueckwaerts wieder rausgekullert, beim Anblick des 60er-Jahre Equpiments und des uralten Herrens, der sich Zahnarzt nannte. Diagnose: Wurzelkanalbehandlung. Gut schnell die Flucht ergriffen, Praxis gewechselt und Behandlung (wehleidig!) durchgestanden. Zu Delhi laesst sich viel aber auch wenig erzaehlen. Es ist halt eine Grossstadt in der man alles geboten bekommt...Was ich jedoch noch zu Delhi zu berichten habe, dass sind die witzigen Gaunerversuche der Rikshawfahrer. Noch nie musste ich so lachen, beim Verhandeln des Fahrpreises. Zuerst wird mindestens der dreifache Preis genannt, mit vollernstem Gesicht und wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass sie doch ein Taxameter (nennt man das so?) in ihrer Rikshaw haben, verstehen sie plotzlich kein Wortmehr und all ihre Englishkenntnisse sind vom Winde verweht... "No madam, no understand!" Manchmal fuehle ich mich wirklich wie ein laufender Geldschein mit Augen und Mund, aber witzig ist es schon manchmal... So lange man den Ulk bemerkt...
Unsere naechste Etappe war dann Agra. Dort erwartete uns ein erschreckend kaltes Wetter, dass mich doch dann stark wieder hat an meine Heimat denken lassen. Nachdem ich fruehst morgens in unserem Bett von einem Wasserschwall geweckt wurde, dass aus der Decke ueber leckte, durften wir in die Suite unseres Guesthauses einziehen mit traumhaft schoenen Blick auf das Taj Mahal. Das ist es was die Stadt ausmacht. Der Zauber eines Herrschers, der ein Grabmal fuer seine verstorbene Frau hat errichten lassen. Agra war zwar schoen, aber kalt also schnell fort von dort. Nach 2 Tagen sind wir nach Varanasi, der Geburtsstadt des Hindugottes Shivas aufgebrochen. Diese Stadt, fuer diejenigen die es nicht wissen, ist der heiligste Ort fuer den Hinduismus, und jeder Hindu strebt dannach, seine letzten Tage dort zu verleben um anschliessend am heiligen Fluss Ganges verbrannt zu werden. Das Glueck meinte es endlich mal gut mit uns, und fand das alljaehrliche Shivafest statt. Da Varanasi Shivas Geburtsstadt sein soll, ist es so als feiere man Weihnachten in Bethlehem - also was TOLLES! 
In Varanasi herrscht eine ganz besondere Atmosphere auf die man sich ganz einlassen muss. Taeglich werden ca. 500 Leichname am Gangesufer verbrannt, und nonstop erblickt man Leichzuege auf der Strasse die einen Leichnam in einer Prozession zum Ganges bringen. Die Verbrennung sind fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich und jeder kann zuschauen, wenn er moechte. Auch wir haben das getan. Der Tod ist fuer die Inder kein Tabuthema wie es in Europa ist. Man trauert nicht nach aussen hin und weint man auch nicht. Der Tod gehoert zum Leben dazu und fuer die Hindus ist es ein naechster Schritt zu einem besseren oder schlechteren Leben, ganz abhaengig davon wie man sich im vorherigen Leben verhalte hat. Die Leichname werden in unterschiedlich farbene Tuecher eingewickelt, was das Geschlecht und Alter verraet. Auf riesengrossen Holzhaufen (ca. 360 kg pro Leichnam) werden die Leichen aufgebart und nach kurzem Gebet verbrannt. Da es etwas so voellig Normales fuer die Bewohner der Stadt ist, war der Anblick der sich uns bot, auch ueberraschenderweise nicht so schockierend wie ich dachte. Varanasi ist magisch und das spuert man mit jeder Sekunde. Blickt man besonders am Abend mit Sonnenuntergang auf die im Fluss schwimmenden Kerzen, die den Goettern geweiht wurden. Ein Lichtermehr mit Abendrot im Hintergrund...
An einem Morgen hiess es um 05:00 Uhr morgens aufstehen, denn mit aufgehender Sonne haben wir eine Bootsfahrt auf dem Ganges gemacht. Wir sind an den Ghats (Stufen am Ganges) vorbeigefahren und haben einen Einblick in das pochende Herz der Stadt bekommen. In der Frueh versammeln sich zahlreiche Inder am Flussufer, baden und waschen sich im eiskalten Flusswasser, beten, waschen Waesche etc. Es ist erstaunlich, dass es noch moeglich ist, denn der Ganges ist unwahrscheinlich dreckig. Mitunter weil zum Teil auch zahlreiche Leichen in den Fluss geworfen werden, denen es nicht erlaubt ist, dass man sie verbrennt (z.b. Babys, da noch rein und unschuldig!). Indien, ein Phaenomen und Raetsel! Varanasi, war ein absolutes Highlight meiner Reise. Wir waren insgesamt 5 Tage dort und haette ich gekonnt, ware ich laenger geblieben. Denn man erlebt taeglich Neues, erfahert neue Gesichten von den am Ganges verweilenden Menschen, erlebt neue Momente, schockierend, ueberraschend oder erfreulich. Besonders praegend fuer die Stadt sind die dort zahlreich lebenden Sadhus (meist in safrangelber Tracht oder komplett nackig) die ihr Leben auf einem spirituellen Weg verfolgen. Interpretiert wird das geanze jedoch durch staendiges Opiumrauchen. Na ob das so der wahre spirituelle Weg ist? Leider bin ich zu unwissend um ein Urteil darueber zu faellen. Varanasi ist aber auch eine Stadt, die einem den Atem und die Sinne nehmen kann, den in die Stille entfliehen kann man kaum. Deswegen war es Zeit fuer uns ins schoene Nepal aufzubrechen...
Eins muss ich noch erzaehlen, fuer euch wahrscheinlich nichts Besonderes, fuer mich war es ein Segen. Ich hab doch tatsaechlich eine "German Bakery" in Varanasi gefunden die eine Kaesplatte mit unterschiedlichem deutschen Kaese (Gouda, Emmentaler etc) anbot und dazu gab es einen Brotkorb mit BRAUNEM Koernenbrot! Wow, das war einfach der Wahnsinn. Nach 4,5 Monaten hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben. Na und mein Hotel besass doch tatsaechlich eine normale Badewanne. Auch hier mein erstes HEISSES (etwas Seltenes in Indien!) Bad in Indien nach 4,5 (!) Monaten. Ich war im siebten Himmel.
Seit gestern bin ich nun in Pokhara und habe mich heute mit lauter Trekkingzeugs eingedeckt. Unserer 2er-team, hat sich nun eine alte bekannte aus Kundapur angeschlossen, Renske, auch aus Holland. Leider nun in der Ueberzahl!
In 2 Tagen geht es dann los ins Gebirge zum Trekken. Das Wetter ist hier momentan traumhaft schoen und angenehm warm fuer Himalayaverhaeltnisse!!! Mit dem Aufstieg in die Berge wirds dann wohl kaelter, deswegen musste heute eine erotisch schoene lange Unterhose her! 
Also ich melde mich dann nach meiner Wandertour zurueck. Beim naechsten Internetbesuch gibt es dann einen Nachtrag mit Fotos aus Delhi, Agra und ganz besonder Varanasi.
Ein Gruss aus den Bergen,
eure Karin
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