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Ein Traum wird zum Albtraum...
Indische Hochzeiten und andere Kuriositaeten
Madikeri, Halebid, Belur und Sravanabelgola
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Von FRA gehts los nach Bangalore. Nach 6 Monaten Freiwilligendienst geht sie dann los, meine Rucksackrundreise durch Südindien. Angefangen im Osten, einmal mit dem Finger im Uhrzeigersinn über die Karte bis ich wieder in Bangalore lande. Nach nem 5-tägigen Päuschen in Bahrain gehts zurück nach BRD. Mal schauen wie es wirklich wird!?! Oder wie war das noch mit dem Leben und der Schachtel Pralinen?!?
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Nach nun langer Verschollenheit moechte ich mich mal wieder zurueckmelden! ich bin noch immer in Kundapur, wurde noch nicht in eine indisch arrangierte Ehe verstrickt und naja aussehen tue ich noch wie sonst auch. ABER ich habe viel gesehen und erlebt die letzten Woche.
Nach dem ich jetzt starke Eigenintitiative in einem Projekt zeige, geht es auch im Ecotourism immer mehr voran. Ich habe eine kleine Gruppe gebildet, mit der ich gemeinsam Aufklaerungsarbeit in indischen Schulen leisten moechte. (Denn Kinder sind ja bekanntlich unsere Zukunft, so auch im Tourismus. Also frueh schulen ist hier die Devise!)
Aufklaerungsarbeit meint, das man etwas zur Umwelt, Wasser- und Muellversorgung erzaehlt und dabei einige Projekte und Workshops auf die Beine stellt. Ich moechte den Kindern ans Herz legen, dass man auch aus Plastikmuell viel machen kann, z.B. Recyclen oder auch Taschen basteln. Morgen startet der erste Tag in den Schulen. Ich bin sehr gespannt wie es wird. Man faengt klein an und wenn ich auch nur 5-10 Kinder ueberzeugen kann, ist es fuer mich eine gelungene Sache.
Um mir ein bisschen Wissen ueber "Awareness" in Schulen anzulegen, habe ich mich auf die Socken in die (schweinekalten) Berge von Madikeri gemacht. Ca. 6 Stunden Nachbusfahrt auf den mir so liebgewonnen Truemmerstrassen (aber wirklich Truemmer!) Indiens. Dort haben wir uns mit einer anderen Umweltorganisation getroffen, die bereits seit einigen Jahren im Oekotourismus und Umweltbereich arbeitet und ihre Arbeit sehr gut macht. Dementsprechend erfolgreich war auch unser dortiges Treffen. Auch das selbstgegrundete Recyclingcenter, das nur von Frauen betrieben wird (Juhu, Frauen an die Macht!!!) haben wir besucht. Dort durften wir erfahren, was man alles auch Plastik und alten Zeitungen herstellen kann. Ich war tief beeindruckt und habe mich erst mal mit Taschen, Buechern, Schmuckkaestchen und etc. eingedeckt. War ja fuer ne gute Sache!
Frauen halt...
Ein aus Plastikmuell geknuepfter Teppich
Die Kaffeeplantagen
Die Arbeiterinnen aus dem Recyclingcenter
Der Weg fuehrte uns dann vorbei an zahlreichen Kaffeeplantagen (ganz Kuba-like) mit unendliche weiten Bergen und Taelern. Unser Ziel war die tibetische Exilsiedlung in Kushalnagar. Es war wirklich eines meiner bisherigen Highlights. Zahlreiche Moenche und Familie sind aus Tibet hierher gefluechtet und haben hier mit der Unterstuetzung der indischen Regierung ihr eigenes Tibet aufgebaut. Man betritt die Siedlung durch ein Tor und glaubt eine voellig andere Welt zu betreten. Alles ist so surreal und wirklich unindisch, das meint saueber und idylisch ruhig! Wir haben mehr ueber das Leben der Moenche erfahren und durften beim Meditationsgebet im Haupttempel dabei sein. Den Gesaengen der Moenche und den Klang der Instrumenten zu lauschen erzeugte wirklich eine langanhaltende Gaensehautstimmung bei mir. Wie im Film laueft man dann durch die kleinen Gassen und Haueser und weiss nicht, wie man mit all den Eindruecken umgehen soll.
Tempel in der tibetischen Siedlung von Bylakuppe
Im Goldenen Tempel
Moenche im Garten
Buddha im Tempel
Nach den "Arbeitstagen" in Madikeri (fuer Trekker unbedingt empfehlenswert!!!) bin ich dann alleine nach Hassan aufgebrochen um mich dort mit 3 anderen Maedels uebers WE zu treffen. Unser Ziel war der Besuch von Halebid, Belur und Sravanabelgola. Kurze Erlaeuterung: eine absolute Kulturdusche. Man geht von Tempel zu Tempel und von Statue zu Statue und versucht allemoeglichen historischen Geschehnisse aufzunehmen. Aber auch das gehoert "of course" zum schoenen Indien.
Zu Halebid und Belur lasse ich dann lieber ein paar Bilder sprechen. Zu Sravanabelgola finde ich jedoch ein paar Zeilen. Dort besucht man die hoechste Monolithstatue des Jainismus (eine Splitterreligion des Hinduismus). Wer in den Genuss dieser Statue kommen moechte sollte jedoch gewarnt sein, dass zuerst 140 m SEHR steile Treppenstufen BARFUSS erklommen werden muessen. Aber der Ausblick lohnt sich alle Male. Ich weiss nicht warum, aber diese Sehenswuerdigkeit muss unter Franzosen sehr beliebt sein, denn alle 5 Stufen habe ich jemand Neues getroffen. Da uns ja der eine grosse Huegel "zu lausig" war, haben wir uns dann noch den vollen Rest gegeben und sind noch auf den zweiten kleineren Huegel des Oertchens geklettert. Oben wurden wir von einer grossen und imposanten Klosteranlage (18 Tempel an der Zahl) begruesst. Also kurzes Paeuschen!
Halebid
Belur
Tempelhof in Belur
Taenzerin
Schulklasse mal von hinten
Die Monolithstatue
Puja (Gebetsritual)
Klosteranlage
Der Samstagabend selbst war fuer uns Maedels Kinoabend. Wir sind in einen typischen Bollywoodfilm gegangen und wie es das Glueck und Schicksal mal wieder gut mit uns meinte, haben wir den Kinobesitzer kennengelernt, der uns gleich ein paar Plaetze in der V.I.P.-box besorgt hat! Der Film hiess "Dhoom 2". Also fuer alle Bollywoodfans: Unbedingt sehen! Zwar wieder einmal indisch uebertrieben, aber so ist Indien halt. Vorab den 1. Teil zu sehen ist nicht von noeten. Macht eh alles kaum Sinn. Beim Beginn des Film springen die Inder wie bei einem Rockkonzert auf die Stuehle und beim Erscheinen des Hauptdarsteller wird gepfeift und geschrien was das Zeug haelt. Mensch die Inder hey!!!! Das die sich immer an solch kleinen Dingen erfreuen koennen. Wahnsinn... 
Ansonsten habe ich gelernt, dass wenn man auf irgendeinem Schild "Cocktailbar" liest, es noch lange nicht in Indien bedeutet, dass es auch eine ist.
Zurueck in Kundapur war ich dann auf einer hinudistischen Hochzeit eingeladen. Im Vergleich zur christlichen Hochzeit war es interessant zu sehen, wie viele Rituale das Ehepaar durchstehen muss, bis es sich auch so nennen darf. Und das eine ganze Woche lang. Am Ende wurde dann wieder herzlichst geschlemmt. Seit Freitag ist bei uns ein Zirkus in der Stadt, den ich gestern besucht habe. Ich habe nicht zu viel erwartet, und das war auch gut so. Aber "cute" (suess) sage ich da nur. Hab noch nie nen auf 2 Beinen laufenden Hund gesehen, der dabei den Regenschirm in der Hand haelt.
Ansonsten ihr Lieben, wartete ich noch immer auf den Schnee. Denn bald ist ja Weihnachten, aber das mit dem Warten kann dann vielleicht ein bissel laenger dauern. (Mensch was fuer ein lausiger Gag!)
Also bis zum naechsten Mal und falls ich es nicht mehr schaffe, schon mal ein schoenes Weihnachtsfest an alle! (Juhu, bei 30 Grad!)
Beim naechsten Mal reiche ich dann die Bilder von der Hochzeit, meinem Projekt und Zirkus nach. VERSPROCHEN!
Euer Karinsche
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