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Der Norden, insbesondere Rajastan, Maharaja-Festungen, Mumbai, Delhi, Tiger und der Taj Mahal bestimmen die erste Reisehälfte.
Dschungel, Backwaters, Palmen und Teeplantagen die Zweite.
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Nachts um halb drei in einer voellig fremden Stadt anzukommen, war ein nicht ganz entspannendes Gefuehl. Aber sofort nach Verlassen des Airports wusste ich, ich hab das Richtige gemacht. Allen Mut zusammen genommen und raus aus dem Alltag. Flug mit Air India von Frankfurt nach Mumbai hat prima geklappt. Warum auch immer, es stuermten nicht wie erwartet Horden von Indern auf mich zu und wollten mir genau ihren, den allerbsten Taxidienst auf diesem Planeten verkaufen. Gemuetlich schlendernd habe ich mich mit zwei Franzoesinnen zusammen getan und wir starten durch nach Colaba, dem bessern Wohnviertel Mumbais. Warme Luft weht ins Taxi rein, die vorbeiziehenden Haeuserfassaden sind ganz schoen angeranzt, aber es liegt etwas in der Luft, was ich so in Asien noch nicht bemerkt habe. Entspannung durchstroemt meinen Koeper.
Hier kann ich wieder atmen, auftanken, einfach sein.
Das Spielchen heisst ab heute "Wuensch Dir was" und nicht "so ist das".
Der erste Tag: das Gateway of India ist direkt um die Ecke, ich schlendere los, habe Julia (30, auch aus Koelle) getroffen, wir werden gemeinsam diesen Trip meistern. Gateway ist nicht so spannend, spannender war der Toilettenbesuch im Taj Mahal Palace Tower, ein absolut majestaetisches Hotel. Sehr ehrwuerdig inclusive Premium-Service vom Allerfeinsten: Die Dame neben dem Waschbecken dreht den Wasserhahn fuer mich auf, ich benetze meine Haende mit Wasser, behende sprueht sie die Seife dazu. Nach dem Abwaschen werden mir Tuecher gereicht und Madame dreht den Wasserhahn wieder zu. So was habe ich noch nie erlebt, koennte mich aber daran gewoehnen. 
Taj Mahal Palace Tower
Durch die Strassen treiben lassen, bisschen frische Grenadine futtern, die Inder beobachten das macht Freude.
Viele Dienste werden angeboten, die ich in der Vielfalt und Haeufigkeit auch noch nicht gesehen habe: Schuhputzer-Service, Wieg-Service, Schreib-Service, Ohrenputzer-Service,...einfach alles. An dem naechsten Schreibmaschinenstand kann ich auch nicht einfach so vorbeigehen. Zurueck versetzt in ein schon fast vergessenes Zeitalter ohne Computer druecke ich im zwei-Finger-Suchsystem die Buchstaben hart bis um Anschlag. Sofort versammelt sich eine Traube Inder um mich und beobachtet das Geschehen. So was macht einfach nur Spass!!
Ich bin der Telefonmann und ich geh ans Telefon ran...
Die Waage hats ueberlebt und ich auch...
75 Kilo, mal gucken was nach 5 Wochen uebrig bleibt?
Typisches Mumbai-Taxi, super kultig!
Wie schoen bunt hier alles ist
Ja bitte, zum Diktat!
Weiter, wo ist mehr Indien? Durch die Mahatma Gandhi Road zum Bahnhof. Strassen voller Inder, wildes Gehupe, habe mir dennoch das Chaos groesser vorgestellt. Fuer so ein riesen Molloch voellig OK. Kaum Touristen, kaum Angequatsche, dafuer Palmen und koloniale Architektur vom Feinsten.
Als ich am Victoria Bahnhof, der jetzt einen so schwierigen indischen Namen bekommen hat den ich nicht aussprechen kann ankomme, bleibt mir der Mund offen stehen.
Wahnsinnig beeindruckend dieses Bauwerk.
Victoria Station
Da stehe ich nun, versunken im Moment und staune, als ich von einem recht smarten Typen angsprochen werde, was ich denn hier so mache. Gute Frage mein Lieber, Indien entdecken und selbst? Ja, also er wuerde gerade eine kleine Pause vom Kricket machen. Kricket, spitze. Wo? Da will ich hin. Kein Problem, seine Mannschaft spielt gleich. Wir schlendern auf das riesige Kricketfeld. Man merkt den Collegejungs ihren gesellschaftlichen Status schnell an. Das ist die indische upper Class. Muss man alles mal gesehen und erlebt haben. Zum Glueck versuchen sie uns nicht die Regeln von diesem furchtbar langatmigen und schrecklich langweiligen Spiel zu erklaeren, das geht gar nicht.
Die Jungs sprechen perfektes englisch, wollen ihren MBA in London machen und ihre Hochzeitsreise in die Schweiz. Sauber! Wir unterhalten uns gut, lachen viel und das Angebot morgen gemeinsam mit ihnen die Stadt zu erkunden ist einmalig.
Gerne nehmen wir an. Besser gehts nicht. Der Plan steht.
Sherbaz und Smile
Kricketfeld in Mumbai, mehr Dauerbeschaeftigung als Sport
Was guckst Du?
Den Abend verbringen wir am bekannten Chawpatty Beach, wo die Inder sich vergnuegen und enstpannen, die Kinder auf uralten Karussels fahren und Massagen, Maiskolben und grell-buntes Wassereis angeboten werden. Allerdings viel zu dreckig um ins Wasser zu gehen.
Vom Bierdurst getrieben landen wir im Cafe Ideal und habe den sensationelle Tischnachbarn Affi, der schon Heinz von Heinz-Ketchup in seinem Haus beherbergt hat und nateurlich koennen wir seine Nummer fuer Notfaelle haben. So laeuft das hier...Wilde Geschichten erzaehlen, den Hits aus der alten Musicbox lauschen und viel lachen.
Ich bin in Indien und geniesse es so sehr! Das ist ein wunderbar entspannter Abend. Bei "Take my breath away" wird mir ganz warm ums Herzchen und die Nachtruhe ruft.
Julia und die Inder, die schuechtern um ein Bild gebeten haben.
Gut ausgeruht kann der zweite Tag kommen.
Ab geht die Party und die Party geht ab!
Die Jugs sind puenktlich am vereinbarten Ort und Julia und ich gestaerkt von einem hervorragenden Capuccino und saftigem Trippelschoko-Brownie voller Lust for Life!!
Die Karre hat eine irre Soundmaschine und mit offenen Fenstern, Sonnenbrille auf der Nase und Hindipop in voller Droehnung cruisen wir den achtspurigen Marine Drive runter. Gigantisch, was fuer ein grossartige Erlebnis!!
Rock it!
Marine Drive
Wie immer wenn es schoen ist, geht die Zeit rasend schnell vorbei und schon heisst es Abscheid nehmen und Rucksack packen.
Spicejet und der Flug nach Ahmedabad warten.
Von dort aus geht es mit dem Nachtzug nach Udaipur...
Tuk Tuk
Eng, laut, stickig, ruckelig, aber das ist es was das Reisen ausmacht.
Unterwegs angekommen sein!
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