13.11.07: Noch 3 Wochen und dann geht's los, wow. Höchste Zeit für die letzten Vorbereitungen. Und auch ein Online-Tagebuch soll her - für alle, die ab und zu mal schauen möchten, wo wir gerade stecken. Herzlich Willkommen!
Oh, das ist ja schade mit den Bildern - der Himmel weiss, warum es nicht geht. Diesmal liegt's wohl am Webseitenanbieter hier. Ich geb's jetzt erstmal auf, hab schon so viel Zeit damit totgeschlagen.
Ich werde meinem Vater unsere Fotos per CD heim schicken, ihr koennt sie dann bald unter Picasa-Webalbum ansehen, die Adresse gebe ich noch bekannt. So einiges ist ja auch beim Main-Echo eingestellt.
So, aber weiter geht's mit der Reise. Im letzten Domizil gab es kein Internet, so sind wieder einige schoene Tage ins Land gestrichen. Also der Reihe nach:
In Murud hatten wir eine sehr nette Bekanntschaft mit Nandu, der uns ein bisschen im Ort herumgefuehrt hat. Und wieder staunen wir ueber die so ganz anderen und sehr, sehr einfachen Lebensumstaende hier in Indien.
Aber die Menschen wirken entspannt und zufrieden. Unbill wird stoisch hingenommen - soweit ich das ueberhaupt schon beurteilen kann nach so kurzer Zeit.
Was besonders erstaunlich ist: so viel Schmutz und Muell, wie ueberall herumliegt, so sauber sind doch die Kleidungen. Sieht direkt gebuegelt aus. Wie machen die das nur ohne Buegeleisen? Das versuche ich noch rauszufinden.
Auch innen sind die Behausungen sehr sauber meist.
Das Essen ist immer recht spanned. Es gibt zwar lesbare Namen, aber des Hindi sind wir trotzdem nicht maechtig. Auch der Reisefuehrer hilft nur wenig. So bestellen wir einfach drauf los - und werden mit jeder Mahlzeit ueberrascht. Hui, scharf ist's!!! Aber meist sehr lecker. Wenn ich mal Gaumenpause brauche, gibt's "plain Rice", der schmeckt wunderbar nach nichts
)
Scharfes Essen am Morgen ist etwas gewoehnungsbeduerftig, die Zeiten des Toastes sind leider seid Murud vorbei...
Uns passieren lauter kleine Nettigkeiten: So haben wir neulich durstig Sodawasser mit Limone bestellt samt unbekanntes Essen. Als wir dann hastig synchron zum ersten Schluck ansetzten, stellten wir das Glas genauso hastig mit schiefem Blick synchron wieder ab: wir hatten die Frage nach suess oder salzig mit letzterem benantwortet, da wir dachten, die Frage galt den bestellten Brotfladen...
Schon mal salziges Limonenwasser getrunken? Igitt!
Auch die Verstaending mit den Schalterbeamten gab den ein oder anderen Lacher (und Wartezeit). Die sind hier erstaunlich buerokratisch. Der Antrag vom Antrag zum Antrag...na ja und so weiter. Auskuenfte sind recht knapp gehalten, fragt man nicht ganz praezise nach und holt am besten noch eine Zweit- und Drittinfo woanders ein, dann verliert man die haelfte der wichtigen Infos garantiert. Die andere Haelfte ist wackelig, weil das indische Englisch doch besonders auf dem Land recht schwierig zu verstehen ist.
Hagen, Du gibst auf jeden Fall den besseren "Indie" in dieser Hinsicht ab *grins*.
Aber wir schagen uns durch und sind noch immer angekommen.
Zeit braucht man bei den Reisen, viel Zeit. Unsere Uhr legen wir am besten ab, die Busse und Zuege halten sich eh nicht dran. Halbe Stunde frueher, 2 Stunden spaeter, alles schon erlebt. Aber was soll's Zeit haben wir ja zum Glueck massig. Nur unsere Reiseroute haben wir innerlich schon auf die haelfte zusammen gestrichen, sonst wird's doch zu stressig - und das wollen wir schliesslich nicht. Wir haben auch so schon sehr viel mitbekommen.
Bei unserem letzten Domizil in Granpatipule sind wir dann sogar in einen Bollywood-Dreh gerauscht. Aufregend. Es wurde ein Kinofilm gedreht "Black Cinderella". Frei nach dem bekannten Maerchen, jedoch mit einer haesslichen Cinderella, wie der Regisseur Mathias beim Interview erzaehlte. (Natuerlich war die Cinderella gar nicht haesslich, sondern hatte nur eine dunklere Haut, aber das gilt hier als haesslich und wird bemitleidet unter den Indern).
Leider haben wir nur den Dreh der Jugendjahre von Cinderella mitbekommen, und zwar wie sie als 12jaehrige Geburtstag feiert. Die typischen Tanzszenen mit der aelteren Cinderella kamen erst am Folgetag dran.
Da der Strand diesmal aber nicht ganz so schoen war bzw. wir uns doch ziemlich gestoert durch das bis zu 12koepfige Hunderudel fuehlten, das alle Nase lang vorbeistreunerte (und ich kann mit Hunden eh nur bedingt, und schon gar nicht mit 12 auf einmal...), wollten wir gerne weiterreisen und haben den Dreh nicht abgewartet.
Abends hatten wir noch nette Schweden getroffen - der westliche Touristenstrom jetzt etwas staerker, aber immer noch rar. Dafuer waren um so mehr indische Touristen anwesend, die darum wetteiferten, sich mit uns (und allen anderen auftreibbaren Westlern) fotografieren zu lassen. Erst wollte ich nicht so, aber dann war mir eigentlich doch schnell klar: gleiches Recht fuer alle, wir fotografieren umgekehrt ja auch was das Zeug haelt. Seit dem laechle ich also geduldig in mehrere Kameras - why not!
Nach wieder einer ca. 11-stuendigen Tagesreise mit Bussen und Bahn fuer 250 km waren wir gestern bei Daemmerung einem zweiten Kulturschock der anderen Art ausgesetzt: Arambol im noerdlichsten Zipfel von Goa. Nach voller Breitseite Indien pur, sind wir nun im Indien-Mallorca gelandet. Es gibt sogar morgens Nutella-Brot (liebe Gruesse hier an Jens und Tina). Erstmal fuehlten wir uns aber fast um Indien betrogen. Doch der Mensch gewoehnt sich ja schnell und gerne an ein bisschen mehr Luxus. Die Pizza gestern hat jedenfalls super toll fad geschmeckt (da ich eigentlich nicht so gerne scharf esse)!
Heute haben wir den Strand erkundet: traumhaft! Super schoene, Palmen umsaeumte Straende, da nehmen wir die vielen vorbeiziehenden Haendler (die aber auch nicht allzu aufdringlich sind, es geht noch) gerne stoisch hin.
So, viel Text. Genug fuer heute. Wir werden eine Woche bleiben und hier gibt es Internet - bald wieder mehr.
Liebe Gruesse an die Heimat