Ab September gehts durch Suedostasien und hoffentlich auch durch Afrika, mit vielen Workcamps zwischendurch :)
3 Wochen Arbeit mit Strassenkindern
Ich hatte mich für den flughafenbus um 8 entschieden und zitterte dann ein wenig ob des schlimmen Staus innerhalb Bangkoks, aber am ende kam ich doch pünktlich an und hatte im Flugzeug sogar mal wieder eine ganze reihe für mich, auf der ich mich gemütlich machen konnte 
Die NGO bei der ich mich gemeldet hatte hatte mir zugesagt mich vom Flughafen abzuholen, aber da draußen niemand mit einem schild stand und ich noch Keine rupees hatte ging ich erstmal mit einem Dänen aus meinem Flugzeug auf die suche nach einem Atm. der ganze Flughafen in kalkutta war irgendwie seltsam, und einer der zwei atms komplett außer Gefecht gesetzt während man beim anderen nicht die zahlen sah die man eintippte...relativ verwirrend 
Als ich wieder zurück zum Ankunftsterminal lief, kam eine inderin auf mich zu und fragte ob ich Valerie wäre. Kamala, so heißt sie, war mir auf Anhieb sehr sympathisch, während der Fahrer und anscheinend eine Art Boss innerhalb der Organisation mich nicht so richtig für sich einnahm. Nach ein wenig small Talk fuhr er mich zu einem anderen atm, bei dem die Abhebungsgrenze allerdings unter dem Betrag lag, den ich für die drei Wochen zahlen sollte. Daraufhin wollte er direkt zu noch einem anderen entfernten atm einer anderen Bank fahren, was mich zusätzlich zu seinem gefasel über die Exchange rate ziemlich nervte, also stellte ich mich quer und sagte ihm ziemlich deutlich dass ich es vorzöge den Rest morgen zu zahlen und dass er Ja wohl kaum annehmen könne dass ich Nach einem Tag verschwünde. Danach übernahm kamala das meiste, und wies mich ein in das, was ich in den kommenden 3 Wochen tun würde. Nach ein bisschen papierkram gings dann zu meinem Hotel und kamala und ich verabredeten uns für den nächsten Tag um halb 8 zur Einweisung=)
Im Hotel war das gesamte servicepersonal total lieb und eilfertg, nur die Englischkenntnisse hinkten hinterher. Trotzdem fühlte ich mich recht wohl wenns auch nicht so sauber war.(meine Theorie dass ganz einfach Keine Frau hier arbeitete sollte sich als richtig herausstellen)
und ständig zimmerservice zu haben ist auch irgendwie nett wenn auch ungewohnt und an für sich unnötig
Am nächsten morgen gings dann los zum nahegelegenen Bahnhof. Kalkutta insgesamt hatte bei mir bis dahin noch keinen zu krassen Eindruck hinterlassen, doch nun würde ich mir der krassen Armut bewusst. Und den dreck. Und den menschenmassen. Nachdem wir eine Weile auf den Gleisen entlanggelaufen waren kamen wir zu einer Art mini slum, und schon wurden wir von dreckigen, halb nackten Kindern umringt.
"anti", "anti", riefen sie, und zogen mich zu einer plastikplane, auf der ein Haufen stifte und Papiere lagen. Alles klar, dachte ich, dann ist das hier wohl dein klassenraum für die nächsten Wochen...
Die Kinder sind alles super, ich weiß kaum, wie ich das beschreiben soll, und Fotos sind laut NGO-Richtlinien nicht erlaubt...
Es sind nicht nur Kinder, die lernen wollen, sondern auch mütter und väter, von denen nur wenige englisch oder schreiben können. Das alter der Kinder variiert auch sehr stark, zumal die Mütter oft ihre babies mitbringen, die dann häufig quer über etliche Papiere krabbeln und mit stiften schmeißen- einfach ist es also nicht.
Aber es macht Spaß gerade deswegen, weil ich verschiedene Sachen mit verschiedenen Kindern zur selbe Zeit machen muss, und weil es super lustig ist, mit den Müttern zu quatschen, die versuchen, mir bengali beizubringen. (kalkutta liegt in West-bengal)
Insgesamt hilft mir dieses Projekt Menschen, die auf der Straße leben, anders wahrzunehmen.
Schon am ersten Tag verstand ich auf einmal, wieso ich hatte unterschreiben müssen, dass ich mich direkt nach der Arbeit komplett was komplett waschen würde:
Körperkontakt wird hier anders gewertet, Zuneigung jeglicher Art wird durch anfassen ausgedrückt, nicht selten habe ich ein baby auf dem schoss und zwei andere Kinder unter meinen armen wahrend ein viertes mit meinen haaren herumwurschtelt. (nach dem lernen ist immer eine spielphase angesagt bevor ich Sie alle wasche und essen verteile)
Allen Kindern hier laufen die Nasen, gewaschene Klamotten gibt es selten wenn überhaupt, und Dreck ist normal, egal wo er sich befundet. Dementsprechend hatte ich direkt am Samstag auch eine laufende Nase, und die Erkältung hielt an, bis sie von etwas anderem abgelöst wurde.
Erst hatte ich gedacht ich hätte Mückenstiche, ohne dass ich eine einzige Mücke gesehen hatte, doch nachdem die juckstellen und bissen immer größere Ausmaße annnahmen und ich Drake davon erzählte, der mir dann folgenden link schickte: (oh Ja mein rücken sieht genauso aus!) ...war klar dass ich hier gegen bettkaefer kämpfte. Am nächsten Tag erzählte ich Kanals davon, die mich sowieso schon auf meine zerkrazten Füße angesprochen hatte. Sie wurde auch sofort aktiv, rief das Hotel an und sorgte dafür, dass ich ein anderes zimmer bekam sobald ich wieder dort wäre.
Ich bezweifelte zwar, dass es in einem anderen zimmer so sehr anders aussehen würde...aber gut. Man gab mir ein Zimmer zwei räume entfernt von meinem alten, es war ein Witz. Ich schlief also mit allen Klamotten die ich hatte und sprach am nächsten morgen wieder mit Kamala. Das lustige war, dass alle Strassenkinder und deren Mütter in totaler Aufregung waren. Richtiggehend empört, Sie fragten kamala ungläubig wie es denn bed bugs in dem hotel geben kõnnte und waren voller mitleid. Ich gab kamala zu verstehen dass es mir reichte und ich aus dem Hotel raus wollte. Und dass ich schon genug narben hätte und außerdem schon Mückenstiche immer anschwellen würden wie sonstwas. Das brachte Sie auf den Gedanken, mich zum Krankenhaus zu bringen. die könnten mir was verschreiben und ich hätte Keine Probleme mehr. Ich wurde wütend, sagte, dass das wohl kaum den ursprung des Problems löste und ich außerdem nicht so wirklich ins Krankenhaus wollte. Salma, eine der Frauen war aber sehr dafür und wollte mich dorthin bringen, während kamala etwas von einem Service-Provider faselte, der mich daran hinderte, das Hotel zu wechseln. Also rief sie wieder im Hotel an und wieder wurde mir ein anderes Zimmer zugesagt, diesmal im Erdgeschoss.
Nach dem Unterricht ging ich also mit Salma ins staatliche Krankenhaus. Überall waren Menschen, es roch nach Urin, nichts war weiß oder Steril, statt dessen sassen Menschen auf dem Boden, verkauften snacks, andere trugen verletzte auf ihrem rücken...Kurzum, ein Krankenhaus in Indien ist also nicht vergleichbar mit einem deutschen. Aber es wurde noch schlechter. Salma und ich reihten uns in eine Schlange ein und bekamen dann gegen Geld (2rupees, also nichts), unseren Namen und eine kurze beschreibung wo wir hin wollten (dermatologie bspw) ein "ticket". Auf diesem Blatt standen dann genau diese Informationen, wir gaben es in der dermatologie ab, und dann wurde ich 20minuten später aufgerufen. In dem Raum, der nur mit einem halb zur Seite geschobenen Vorhang vom wartesaal getrennt war, stand ein Schreibtisch an dem zwei Männer Sassen. Der eine, anscheinend der doktor, fragte was mein Problem wäre, und ich deutete auf die sichtbaren Bisse und erklärte dass ich davon überall bedeckt wäre und wahr. Allergisch weil Sie so schlimm aussahen. Er stimmte zu und fragte, wo ich herkäme und was ich hier machte und was ich in Deutschland machen würde wenn ich zurück käme. Das machte mich, ohnehin schon aggressiv weil man mich nicht aus dem Hotel raus lassen wollte, noch wütender und ich sagte ihm geradeheraus dass ich dachte dass nichts davon irgendeine Relevanz hätte in dieser Situation und mit einem wartesaal voll anderer Patienten. Danach sagte er nichts mehr, schrieb nur eine salbe und Pillen auf, und ich konnte gehen.
Salma ging dann noch zum orthopaden, anscheinend kannten die beiden sich, und bekannt auch Sort ohne weiteres Pillen verschrieben, die wir dann zusammen mit meinen in der Krankenhausapotheke abholten. (kostet nichts, meine salbe allerdings erstaunlich teure 150rupees)
Zurück im Hotel gab mir der einzig unfreundliche Mitarbeiter einen servicemenschen und dem einen schlussel für ein anderes Zimmer im zweiten stock....-moment, war nicht vom ersten die rede gewesen?! Ich sprach ihn darauf an, und es war offensichtlich, dass er trotz des Versprechens keinen mehr frei hatte, woraufhin ich zum zweiten mal an diesem Tag ausrastete, und ihm meine Meinung zur ganzen Sache sagte bevor ich mich der Situation ergab und meine Sachen in das 3. Zimmer räumte. Es sah genauso aus wie die anderen, war aber weit weg und naja. Was tun konnte ich Ja eh nicht. Also bat ich Ottun, den Servicemenschen, mit Bugspray durch die Gegend zu sprühen, befestigte mein muckennetz und tötete dann eine ganze stunde lang alle Käfer die mir trotz des sprays noch entgegenkamen.
Die Pillen machen mich zusammen mit den antimalaria Pillen ziemlich müde, und so hab ich daa gesamte Wochenende lang kaum etwas aktives auf die reihe bekommen, aber immerhin schwellen die bisse ab und hören auf so schlimm zu jucken. mit all meinen klamotten schlafe ich aber immernoch, besser ist das bestimmt....
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Nun sind die bisse wirklich einigermaßen weg, immerhin
weil mir das unterrichten bzw der Austausch mit den strassenkindern so viel Spaß gemacht hat, habe ich noch 2 tage länger unterrichtet als ich "vertraglich" gemusst hätte, und mir fehlen sie jetzt schon
Die Verabschiedung war dann auch sehr süß, und ich hoffe nun natürlich dass die NGO es schafft, bald wieder einen Freiwilligen dort einzusetzen!