Indien-Reisebericht :Mit dem Zug nach Südostasien

Indien - Jodhpur

Jodhpur - die blaue Stadt

Jodhpur - die blaue Stadt

Unser Turmzimmerchen

Unser Turmzimmerchen

Das Jaswant Thada

Das Jaswant Thada

Es ist unglaublich wie die Sonne durch manche der über 20cm dicken Marmorsteine scheint.

Es ist unglaublich wie die Sonne durch manche der über 20cm dicken Marmorsteine scheint.

Jodhpur, 13.-15.1.

Schon um 5.00 aufgestanden und mit der Rikscha zum Bahnhof - die Sitze sind noch warm, der Fahrer hat im Auto vor dem Hostel geschlafen. Ein heißer Chai, Samosas ( Teigtaschen mit Linsen), unsere Namen am Waggon angeschlagen - pünktlich um 6.00h geht es los nach Jodhpur. (Von hier kommen irgendwelche weltberühmten Reiterhosen, die Jodhpur heissen). Im Zug gibt es Bettlaken und Kopfkissen und so können wir noch etwas nachschlafen. Dann ist viel Zeit zum Schauen - Baumplantagen, die wir nicht kennen. Unter den Bäumen ab und zu Ziegen und Kühe, manchmal auch kleine Gazellen und grosse Antilopen. Keine grossen Gruppen, das gibt das Land an Futter und Wasser wohl nicht her. Alles wirkt trocken und staubig.
Unser Quartier in Jodhpur ist originell- ein kleines Turmzimmer mit 7 Fenstern rundum in einem alten Gebäude gleich im Stadtzentrum. Dazu eine schöne Dachterrasse mit Blick auf das Mehangarfort, zu dem wir noch am Nachmittag aufsteigen. In Perfektion ist hier noch einmal vieles von dem zu sehen, was wir schon in Jaipur gesehen haben, doch ein deutscher Audioguide gibt viele interessante Hintergrundinformationen. Über der mächtigen Burganlage kreisen Milane und Adler. Während die Häuser in Jaipur pink und ocker waren, sind sie hier blau, was früher die privilegierte Farbe der Brahmanen war.In den Bazaren am Weg schöne Lederarbeiten, Stoffe und Schmuckwaren. In der Altstadt sieht man noch Besenbinder, Schmiede, Töpfer und Schuster - da alles zur Straße offen ist, kann man jedem bei seiner Arbeit zusehen und das gleiche kindliche Staunen entwickeln, dass ich bei den Schülern in der Handwerksepoche erleben konnte.

Wir sind in Indien - mit dem Wunsch nach einem Frühstück vor 9 h ernten wir ungläubige Blicke und so steht die Sonne schon hoch als wir nach Jaswant Thada aufbrechen. Dort hat eine Maharani für ihren verstorbenen Gemahl ein Cenotaph errichten lassen. Alles ist in feinstem weißen Marmor ausgeführt, an manchen Stellen scheint das Sonnenlicht durch den Marmor hindurch, die filigranen Details bei Blumen- und Tierdarstellungen lassen uns staunen. wie überall fegt jemand den Dreck der allgegenwärtigen Tauben weg, die hier und überall in der Stadt gefüttert werden. Im Hauptgebäude fühlt sich ein junger Inder bemuessigt, uns an Hand der umlaufenden Herrscherporträts die Geschichte der Maharadscha Dynastie zu erzählen, auf die er auch seinen eigenen Namen Singh (Löwe) zurück führt. Regierungszeiten von nur 2 bis 5 Jahren verweisen auf kriegerische Zeiten und frühe Tode. Der verehrte Maharadscha ist 1952 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen, scheinbar zusammen mit seiner Geliebten. Auch sein Sohn ist schon mit 21 an Influenza gestorben - die Maharani lebt immer noch, 95- jährig, und besucht diesen Ort, sooft sie kann.
Der Nachmittag vergeht über den Bahnticketkauf- in Indien eine spannende Angelegenheit. Dank "Ladies First" - was hier sehr Ernst genommen wird - sparen wir uns mindestens 1,5 Stunden Anstehen am Schalter. Am Abend besonders lecker gegessen und Dank eines Gesprächs mit dem Kellner einen Kontakt zu einer Treckingagentur in Nepal geknüpft - die Dame saß zufällig am Nebentisch.
Am kommenden Morgen einen alten Park etwas ausserhalb besucht. Auch hier wieder schöne Cenotaphs, diesmal aus Sandstein. Dazu blühen, nein brennen geradezu die Bougainvillean. Helmut lässt sich begeistern von der Architektur, die aus dem Quadrat zur runden Kuppel führt. Wir stellen uns vor, wie unsere Freunde Michi und Iris hier begeistert wären. Alles drumherum ist leider erschreckend dreckig und ungepflegt. In den Wasserbecken schwimmen Plastikflaschen und an den Peripherie-Wegen liegt Müll und verwesende Hundewelpen, die wohl von Affen gebissen wurden. Ich hoffe, dass, bis meine Enkel verreisen, Indien hier ein neues Bewusstsein findet. Heute morgen ist gleich neben unserem Haus, mitten zwischen Abfall und parkenden Fahrzeugen ein Kalb geboren worden.Ich weiss nicht, ob ausser seiner Mutter und uns überhaupt jemand davon Notiz genommen hat. Auf der anderen Seite kaufen die Menschen Klee an Strassenständen und bringen sie den Kühen. Ich hoffe, es kommt durch, das hübsche silbergraue Kalb!

In der Parkanlage...

In der Parkanlage...

...gab es sogar Kingfischer ( Eisvögel )......

...gab es sogar Kingfischer ( Eisvögel )......

...aber nicht nur dort.

...aber nicht nur dort.

© Helmut V., 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Meine Frau Martina und ich fahren mit der Transsib nach Peking und von dort weiter nach Vietnam,Laos und Kamboscha. Wie es dann weiter geht wird sich zeigen.
Details:
Aufbruch: 24.08.2017
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: Juni 2018
Reiseziele: Ungarn
Russland / Russische Föderation
Mongolei
China
Vietnam
Laos
Kambodscha
Thailand
Indien
Nepal
Live-Reisebericht: Helmut schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Helmut V. berichtet seit 7 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/12):
klaus pasedag 1516812228000
das ist ja wir­klich­sau-­span­nend, was Ihr zu berich­ten habt!! Vielen Dank, dass wir teil­neh­men dürfen­.
Wir wünschen Euch wei­ter­hin viele schöne Er­leb­nis­se!­!
Do­rot­hee und Klaus
anonym 1515858506000
Wie schön, Eure Besch­rei­bun­gen zu lesen,­sehr aut­hentisch, span­nend und in­for­ma­tiv. Freue mich auf die For­tset­zung.
Bettina 1513970030000
Liebe Martina und lieber Helmut ! Ich denke immer wieder an Euch und frage ab und zu bei Bärbel oder Sepp nach. Letztes mal beim Bau­er­nmarkt gab mir Bärbel diese Ad­res­se. Ich wünsche Euch ein frohes Weih­nach­tsfest in der Ferne - wird dort Weih­nach­ten ge­fei­ert ? Ich wünsche Euch noch viel span­nen­de und schöne Er­leb­nis­se und Be­geg­nun­gen uhd bleibt gesund, gesund gesund und froh !!!
Viel Glück und alles Liebe !!! Eure Bettina und Albert