Nepal-Reisebericht :geheimnisvolles Land am Himalaya

Tansen: Stadtbesichtigung

Richtung Altstadt

Nach dem sich die Füße etwas erholt haben, brechen wir am Nachmittag zur Besichtigung von Tansen auf. Unser Hotel liegt ja, wie bereits erwähnt ca. 2km oberhalb der Stadt, also geht es erstmal stramm und ziemlich steil bergab. Ich mag jetzt noch gar nicht darüber nachdenken, dass ich da später auch wieder hoch muss.
Tansen wurde im 11. Jhdt. gegründet und war einst Hauptstadt des mächtigen Königreichs Palpa. Daher wird die Stadt auch oft Palpa genannt.
Das Interessante an Tansen ist die Altstadt, die mittelalterliche Atmosphäre, die vielen Newari-Häuser mit ihren kunstvoll geschnitzten Fenstern und die engen, gepflasterten Gassen. Viele davon so schmal, dass Autos nicht hindurch passen.

Altstadt

Altstadt

grosses Warenangebot

Die meisten der alten Newari-Häuser haben im Erdgeschoss einen Laden und oben drüber wird gewohnt. Was da nicht alles verkauft und angeboten wird. Sehr viel Schmuck, aber auch Messingwaren und allerlei aus Dhaka-Stoff. Dafür ist der Ort bekannt. Man könnte sich aber auch die Haare schneiden lassen oder in einem der Hotels am Busbahnhof übernachten. Wie sagt unser Ram so schön: " da ist alles inklusive, Übernachtung, Essen, Läuse, Flöhe, Wanzen..."

Ladengeschäft

Ladengeschäft

einmal Haare schneiden

einmal Haare schneiden

auf Einkaufstour

auf Einkaufstour

hoch genug für einen Elefanten

Am unteren Ende des Marktplatzes gelangt man durch ein Tor auf den Tansen Durbar mit dem Neubau des Palastes. Verwundern mag einen der Baustil, passt er doch nicht zu dem, was wir bereits gesehen haben. Die Gebäude hier gehören zu den wenigen in Nepal, die in unserer abendländischen Architektur ausgeführt sind. Der Palast wurde im 19. Jhdt. erbaut und beherbergte 64 Räume.
Was heute hier zu sehen ist, ist allerdings eine originalgetreue Kopie, denn leider wurde das Original 2006 in der Schreckensnacht von Tansen vollkommen zerstört. 4000 maoistische Kämpfer lieferten sich mit den Regierungstruppen eine erbitterte Schlacht. Die ganze Nacht wurde gekämpft und das Ergebnis im Morgengrauen waren ein in Flammen aufgegangener Palast und mehr als 30 Tote.
Verwundern mag einen auch die Höhe des Baggi Dhoka, das Tor durch welches man den Platz betritt.
Selbst für einen Reiter wirkt es noch sehr hoch. Nicht jedoch, wenn der Reiter statt eines Pferdes einen Elefanten bevorzugt. Als Fan von Pomp und Gloria pflegte der damalige Gouverneur auf einem Elefanten auszureiten um sein Volk zu grüßen. Ehre wem Ehre gebührt oder man gönnt sich ja sonst nichts.

Baggi Dhoka

Baggi Dhoka

keine Stadt ohne Tempel

Krönender Abschluss eines Rundgangs durch Tansen ist ein Besuch des Narayan Tempels gilt er doch als schönster Tempel außerhalb des Kathmadu Tals. Der dreistufige Holztempel im Pagodenstil wurde 1807 im Auftrag des ersten Gouverneurs der Stadt erbaut und ist Vishnu geweiht. Bei Vishnu muss man immer mit Erotik rechnen und tatsächlich finden sich an den Sparren erotische Schnitzereien. (so viel zu meiner Theorie bezüglich des Bhimsen Tempels), aber auch die Darstellungen von Tierköpfen über der Tür sind bemerkenswert. Hat man die Möglichkeit, sollte man am Abend hier her kommen wenn Gläubige Vishnu mit Butterlampen huldigen.

Narayan-Tempel

Narayan-Tempel

Tierköpfe

Tierköpfe

© Sabine Salzmann, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eigentlich stand Nepal nie ganz oben auf meiner Länderliste und war daher für dieses Jahr auch nicht geplant. Ein Angebot für eine einwöchige Schnuppertour hat mich neugierig gemacht. Aus der wurde leider nichts, aber da war es schon zu spät, denn ich hatte Feuer gefangen. Ob sich ein Trip nach Nepal auch lohnt, wenn man nicht am Trekking interessiert ist, könnt ihr hier nachlesen.
Details:
Aufbruch: 13.03.2015
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 27.03.2015
Reiseziele: Nepal
Der Autor
 
Sabine Salzmann berichtet seit 35 Monaten auf umdiewelt.
Reiseberichte von Sabine sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors
Sabine über sich:
Die Kinder stehen endlich auf eigenen Füssen und ich kann mich wieder meiner Lieblingsbeschäftigung, dem Erforschen fremder (und heimischer) Kulturen widmen. Es gibt da noch ein paar weiße Flecken auf meiner persönlichen Landkarte, die es zu füllen gibt.