Pakistan-Reisebericht :Celebifamilie auf dem Weg nach Indien

Wilkommen in Pakistan/ Taftan

Auf dem Weg nach Pakistan

Wir hatten nicht gefrühstückt, nicht mal einen Tee getrunken, wir hatten die ganze Nacht (15 Stunden) im Bus gesessen und kaum geschlafen, wir sind in Zahedan herumgeirrt auf der Suche nach einem Hotel und plötzlich hieß es: "Nehmt euch ein Taxi und fahrt nach Pakistan, in einer Stunde seid ihr an der Grenze!"
Wir fanden die Taxis, die nach Pakistan fahren, und einigten uns mit einem Fahrer auf 400000 Rial (10,- €)
Kurz nachdem wir losgefahren waren, mussten wir einen Kontrollpunkt passieren. Nach einem Blick auf unsere Pässe stellte man fest, dass wir ohne Eskorte nicht weiterfahren könnten, da es zu gefährlich wäre. Wir warteten eine Stunde auf unsere Eskorte, die aus zwei Motorrädern samt Fahrer + Soldat mit Kalaschnikow bestand. Mit dieser Eskorte fuhren wir dann genau 5 Min. bis zum nächsten Kontrollpunkt. Wir dachten natürlich, dass wir mit dieser Begleitung einfach überall durchkommen, da hatten wir uns aber getäuscht. Denn an diesem zweiten KP warteten wir wieder ca. 45 Min., um dann von unserer ersten Begleitung Abschied zu nehmen und mit einem Soldaten im Taxi weiterzufahren. Dieser Soldat schleuste uns dann durch den nächsten KP, an dem wir dann nur noch 20 Min. warteten. Allerding erwartete uns schon bald Nummer 4. Dort mussten wir wieder warten, denn diesmal bekamen wir noch zusätzliche Begleitung von einem Pickup mit Soldaten (natürlich alle mit Kalaschnikows bewaffnet). So zogen wir weiter zu Nummer 5, um dort wieder von diesem Pickup verlassen zu werden. Dann ging es weiter zum KP Nummer 6, an dem uns unser Soldat verließ und ein anderer die Begleitung bis zur pakistanischen Grenze übernahm. Im Ganzen haben wir für diese 65 km von Zahedan zur Grenze 4 Stunden gebraucht .
Mittlerweile waren wir alle ziemlich ausgehungert und froh, dass Hakan irgendwo an diesem Grenzübergang Hühnchen mit Reis aufgetrieben hatte. Dann konnten wir endlich die Grenze passieren.

Willkommen in Pakistan/ Taftan

Wir wurden herzlich in Pakistan empfangen und unsere Pässe bestimmt fünfmal kontrolliert. Dann wurden wir von einem Polizisten zu Fuß zu einem Außenposten gebracht, bei dem wiederum unsere Personalien aufgenommen wurden. Danach brachte uns der gleiche Polizist zu einem Oberpolizisten, der auch noch einmal unsere Pässe kontrollierte (Selbstverständlich wurden immer sämtliche Daten in riesigen Büchern notiert!), dann kam noch der Geheimdienst, um unsere Personalien zu notieren und dann meinte der Polizeichef auf unsere Frage, wo denn die Busse nach Quetta abführen, dass wir nicht mit dem Bus fahren könnten, da die Busfahrer keine Touristen mehr mitnähmen. Aha! Wir müssten auf jeden Fall ein Taxi nehmen. Na klar! Und das Taxi sollte laut Aussage dieses Mannes ein halbes Vermögen kosten. Gut! Und überhaupt, müssten wir sowieso diese Nacht in Taftan verbringen, da es im Dunkeln viel zu gefährlich für uns wäre. Natürlich! An dieser Stelle ist dann plötzlich Hakan der Kragen geplatzt. Im Endeffekt hat es nicht sehr viel genützt, aber der Polizeichef meinte danach immerhin, dass wir mit dem Taxi nur bis Dalbandin (die Hälfte der Strecke ca. 300 km) fahren müssten und der Preis war auf einmal auch um ein Vielfaches geringer ...
Wir wurden dann mit Polizeischutz zu einem Hotel (Al-Hayat) gefahren und mussten dort bleiben, ob wir wollten oder nicht. Auf dem Weg dorthin sahen wir ein wenig von dem Ort, der vor allem sehr grau vom vielen Staub/Sand war und irgendwie ziemlich trostlos aussah.
Ein mit einer Kalaschnikow bewaffneter Schutzmann blieb mit im Hotel und wir mussten seine Unterkunft und das Essen bezahlen. Unsere Köpfe waren kurz vorm Explodieren vor Müdigkeit und Hunger und als wir dann das Hotelzimmer sahen ... Ich sag nur soviel: "Es bewegte sich!"
Wir haben aber trotzdem noch etwas gegessen, was gar nicht mal so übel war, vor allem nach langer Zeit mal wieder vegetarisch und dann sind wir nur noch ins Bett gefallen.

© Ceyno Celebi, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach einem 3-4-wöchigen Aufenthalt in der Türkei werden wir gemeinsam mit unseren Kindern (14, 8) auf dem Landweg nach Indien reisen.
Details:
Aufbruch: 24.09.2013
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: 02.06.2014
Reiseziele: Türkei
Deutschland
Iran
Pakistan
Indien
Nepal
Der Autor
 
Ceyno Celebi berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.