Sri Lanka-Reisebericht :Nepal - Indien - Sri Lanka .... 5000km gen Süden

Sri Lanka: Sigiriya - Dambulla - Kandy

Warmer Regen

21.12.2014 Sigiriya, Dambulla, Kandy, verregnet 26°

Um kurz nach 0 Uhr kam ich in meinem Airporthostel mit Mehrbettzimmer an und bezog die untere Schlafmöglichkeit eines Doppelbettes. Die anwesende Bande an Backpackern lag schon im Tiefschlaf und der im Nachbarbett sägende Japaner konnte in der Lautstärke gut mit den Housebeats aus der nahegelegenen Disco mithalten. Bitte nicht wieder so eine schlaflose Nacht!

Nach lediglich 2,5 Stunden Schlaf ging mein Wecker. Ich war um kurz vor 5 Uhr mit unserem Fahrer verabredet. Ja, wir hatten einen Fahrer. Ab diesem Abschnitt der Reise sollte es ein großes Upgrade in Sachen Unterkunft und Verpflegung geben und aus dem Reisemodus für die nächsten zwei Wochen in den Urlaubsmodus übergehen.

Mit einem Japanimport der Marke Suzuki, welches stark dem neuen Minicooper glich, kam unser Fahrer Roshan sichtlich abgehetzt mit etwas Verspätung zum vereinbarten Treffpunkt. Sofort ging es weiter zum nahegelegenen Flughafen, um Vanessa abzuholen.

Endlich, nach vier Wochen Beziehungszwangspause, kam es zu einem freudigem Wiedersehen. Schnell das Gepäck ins Auto geladen und schon ging es um 06:00 Uhr los, direkt Richtung Norden nach Sigiriya.

Nach 3 Stunden Fahrt und einem deftigen Frühstück mit Chicken -und Fishcurry, kamen wir noch bei trockenem Wetter an diesem beeindruckenden, über 200 m hohen Monolithfelsen an. Für einen unverschämten Eintritt von 30 $ pro Person durften wir auch noch zu Fuß die Treppen zu den oben aufliegenden Ruinen steigen.
Vorbei an tollen Felsmalereien und den riesigen Pranken des Zugangsbereiches der Ruinenanlage, machte mein T-Shirt aufgrund des schweißtreibenden Aufstiegs einem kompletten Farbwechsel (die Luftfeuchtigkeit lag hier bei 90 % und trotz der Bewölkung hatten wir um die 30°). Oben angelangt, entschädigte der Ausblick in die umliegende Landschaft für jede vergossene Schweißperle, jedoch nicht für jeden ausgegebenen Dollar. Schade, dass die Bewölkung und der nahende Regen das Gesamtbild trübten.

Wie mochte die Steigerung wohl sein bei blauem Himmel? Egal!
Nach Erkundung der Ruinen und Fotoshooting einer Affenbande bleibt festzugalten, dass in dem Eintrittspreis mindestens eine Audiotour, ein Regenschirm, Affenfutter und eine sehr schön geschnitzte Treasure-Box, der dort feilbietenden Straßenhändler, inbegriffen sein müsste.

Wir machten uns also auf den Weg nach Dambulla. Zu verfehlen war die Tempelanlage nicht, grinste uns am Eingang doch ein riesiges löwenähnliches Maul mit unzähligen goldenen Zähnen an. Man hätte auch im Phantasialand sein können. Der Eintritt von umgerechnet ca. 9 $ kam uns nun schon fast geschenkt vor.

Da die Muskeln noch warm waren vom Aufstieg des Monolithen, flogen wir die zahlreichen Stufen zu den Höhentempeln geradezu hoch. Oben angekommen hieß es Schuhe ausziehen und gegen eine kleine Spende in Obhut geben. Es regnete übrigens schon wieder ausgiebig, aber das konnte uns in den Höhlen ja egal sein.
Der Anzahl der dort aus Stein gehauenen Buddha-Statuen nach könnte man annehmen, dass jeder Bewohner in Dambulla dort seinen eigenen Buddha stehen hat. Es war beeindruckend, mit welcher Anmut und welcher Würde ein Buddha neben dem nächsten stand. Still und kraftvoll. In vielen der großen Steinhände lagen Lotusblüten, deren lieblicher Duft sich in jeder Höhle ausbreitete.

Nach 36 Stunden ohne Schlaf kam meine Freundin in den Zombiestatus und wandelte nur noch besinnungslos hinter mir her. Es wurde Zeit, uns eine Unterkunft zu suchen. Zum Glück hatte Vanessa eine Liste mit schönen Unterkünften vorbereitet. Wir vergewisserten uns im Internet, dass in unserem bevorzugten Hotel noch ein Zimmer frei war. Es war eins frei!
Es hätte alles so einfach sein können! Es hätte alles so schnell gehen können! Wir hatten ein Navi. Wir kannten den Weg. Aber das zählte nicht. Es wurden diverse, entweder belegte oder nicht akzeptable Unterkünfte angefahren.
Doch steter Tropfen höhlt den Stein und so kamen wir nach gut einer Stunde sinnloser Herumfahrerei am Kandy Reach Inn (30 € pro Nacht) an. Geklopft - eingezogen - glücklich! Und ein homemade curry gab es zu später Stunde auch noch. Zu dem Zeitpunkt wusste dann auch Roshan, dass er dort mal mit seiner Familie würde Urlaub machen wollen!
Geht doch!
Man muss uns nur machen lassen!

© Eike Jahn, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ein Reisebericht für meine Zuhausegebliebenen, Interessierte und mich selbst. Impressionen, Bilder, Erlebnisse und Gefühle... ein Mix aus 8 Tagen Nepal, 42 Tagen Indien und 14 Tagen Sri Lanka. "Namaste"
Details:
Aufbruch: 21.11.2014
Dauer: 10 Wochen
Heimkehr: 31.01.2015
Reiseziele: Nepal
Indien
Sri Lanka
Der Autor
 
Eike Jahn berichtet seit 35 Monaten auf umdiewelt.
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Eike über sich:
Mit meinen 49 Jahren, einer tollen Beziehung, einer 21 jährigen Tochter und einem ausgefüllten Job als Physiotherapeut und Geschäftsführer eines Gesundheitszentrums, bin ich ein überaus glücklicher Mensch.
Schon immer war ich auf Reisen und interessiert an anderen Ländern und Kulturen.
Es ist für mich das höchste Gut, dass wir in unserer Dekade der Menschheitsgeschichte die Möglichkeit haben uns die ganze Welt anzuschauen und diese möchte ich auch nutzen.... denn egal was auch kommt, die Erinnerung bleibt bis zum letzten Atemzug.