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Babylon und die antiken Stätten im Süd-Irak
Der nördliche Irak
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Der Reisebericht entstand im Februar 2003. Die Reise, die unter dem Eindruck des drohenden Krieges stand, ging über Bagdad bis in die Nähe von Basra im Süden und nach Mossul im Norden.
Durch den nördlichen Irak: über Samarra bis Mossul, mit Zwischenstopps in Assur, Nimrud und Hatra.
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Unsere Reise ging nun nach Norden, über Samarra mit dem berühmten Spiralminarett nach Assur, der Hauptstadt verschiedener assyrischer Reiche ab 1950 v. Chr., überragt von der Zikkurat, dem Tempelturm. Dann weiter nach Nimrud - der Pariser Louvre und das British Museum in London sind voll von den riesigen Steinstatuen der geflügelten Stiere mit Götterköpfen und Reliefplatten mit Darstellungen aus dem Leben der Könige. Ninive - die gewaltigen Mauern und Tore erzählen von einstiger Größe. Khorsabad - grasbewachsene Hügel, welche die großen Schätze des Bagdader Museums bargen - riesige Reliefplatten des Thronsaals von Sargon II.
Mossul, die zweitgrößte Stadt des Irak, liegt im Norden, im Kurdengebiet. Seit ihren Aufständen nach 1991 ist der Druck von Saddam auf die Kurden nicht kleiner geworden. Das nach der Einrichtung der UN-Schutzzone im Norden proklamierte Kurdistan wurde von Bagdad nicht anerkannt.
Uneinigkeit der Kurdengruppen und ihre fehlende Lobby in der internationalen Politik brachten Leid, Vertreibung und Bürgerkrieg. Und wie zufällig befinden sich in diesem Gebiet die größten Erdölfelder!!
Auch in Mossul geht das Leben seinen gewohnten Gang.
Durch einen Krankheitsfall in unserer Gruppe bekamen wir Einblick in die medizinische Versorgung. Ein Taxifahrer hat uns geraten, nicht das staatliche, sondern ein privates Krankenhaus aufzusuchen, da dort alles viel besser wäre.
Ärzte und Schwestern waren sehr freundlich und hilfsbereit, doch der Standard war wie während des Zweiten Weltkriegs. Das Krankenzimmer war ein kleiner spärlich eingerichteter Raum (siehe Foto), in dem ein Kerosinofen öligen Gestank verbreitetete.
Ein Krankenzimmer in Mossul, im Nord-Irak.
Medikamente sind knapp und für Einheimische kaum erschwinglich. Vor allem die Kinder leiden unter diesem Zustand. Unterernährung, wenig Widerstandskraft gegen Krankheiten und verschmutztes Trinkwasser sind die Haupttodesursachen.
Seit dem Krieg ist die Wasserversorgung in einem kritischen Zustand, Hauptleitungen sind leck, die Pumpen defekt. Auch der Strom fällt mehrmals am Tage aus.
Erstmals erlebten wir bettelnde Frauen und Kinder. Und immer wieder die Bitte: "Helft uns, wir hoffen auf euer Land!"
Nördlich von Mossul besuchen wir zwei christliche Klöster in den Bergen, die unter Saddams persönlichem Schutz stehen.
Es gibt ca. 4% Christen im Irak, die Hälfte davon ist wieder mit Rom uniert. Auch Angehörige der Sekte der Yezidi - früher auch Teufelsanbeter genannt - leben in dieser Gegend. Man zählt etwa 300 000 Anhänger.
Über die Wüstenstadt Hatra, die zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt, geht es zurück nach Bagdad. Jetzt fallen uns überall Militärlager auf; nur leicht getarnte Panzer und viele Flakgeschütze und Granatwerfer. Allerdings macht das ganze Material einen vorsintflutlichen Eindruck.
Ktesiphon mit dem gewaltigen Bogen des Sassanidenpalastes und die Zikkurat von Aqar Quf demonstrieren noch einmal Macht und Vergänglichkeit.
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©
Susanne Bauer,
2004
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