Iran-Reisebericht :24532 Kilometer mit dem Auto von Abu Dhabi nach Rheinbreitbach und zurueck

Wir sind 2011 mit dem Auto von Abu Dabi durch Iran, Tuerkei, Griechenland, Italien, Oesterreich nach Rheinbreitbach und Ende 2012 von Rheinbreitbach durch die gleichen Laender aber auf anderen Wegen nach Abu Dhabi zurueckgefahren gefahren.

Teil 1 (Von Bandar Abbas nach Kerman)

(Hinfahrt: Abu Dhabi nach Rheinbreitbach)

02.10.2011
Nun sind wir schon seit drei Tagen im Iran. Der erste Eindruck war sehr positiv was sich bis heute bestätigt hat. Wir haben noch nie Menschen getroffen, die so hilfreich und gastfreundlich sind wie die Iraner. Die Stadt Bandar Abbas, die sich mehrere Kilometer am Persischen Golf erstreckt ist sauber und beeindruckend mit einem riesigen Bazar und vielen Einkaufszentren. Das Hotel in dem wir logierten stammt aus der Shah Zeit und ist renovierungsbeduerftig aber sauber. Das Frühstück bestand immer aus Fladenbrot, Butter, Karottenmarmelade und Tee. Nescafe konnte man in naheliegenden Geschäften kaufen und im Hotel zubereiten
Gestern erfuhren wir, dass sich das Schiff aus Dubai mit unser Auto an Bord vor dem Hafen von Bandar Abbas liegen soll.
10.10.2011
Die vergangenen acht Tage verbrachten wir damit, die Iranische Bürokratie gründlich kennenzulernen, um unser Auto aus den Hafen zu holen.

Iran - Bandar Abbas - Hauptgeschäftsstraße

Iran - Bandar Abbas - Hauptgeschäftsstraße

In dieser Zeit besuchten wir außerdem die im Golf von Hormoz liegenden Inseln Qeshm und Hormoz. Die Fahrt dorthin in einem Speedboot ging an unzähligen riesigen Tankern und Frachtschiffen, die auf die Durchfahrt der Straße von Hormoz in den Indischen Ozean warteten, vorbei.

Iran - Bandar Abbas - Speedboote die nach Qeshm und Hormoz fahren

Iran - Bandar Abbas - Speedboote die nach Qeshm und Hormoz fahren

Iran - Mit dem Speedboat im Golf von Hormoz

Iran - Mit dem Speedboat im Golf von Hormoz

Iran - Insel Qeshm im Golf von Hormoz - Bizarre Formationen am Strand

Iran - Insel Qeshm im Golf von Hormoz - Bizarre Formationen am Strand

Iran - Insel Hormoz im Golf von Hormoz - Dorfleben am Strand

Iran - Insel Hormoz im Golf von Hormoz - Dorfleben am Strand

Nach der Erledigung von unerwartet vielen behördlichen Dokumenten konnte heute nun endlich unsere Reise beginnen. Zuerst fuhren wir zur Kraftfahrzeugzulassungsstelle um die iranischen Kennzeichen zu erhalten. Kurz nach 8.30 Uhr waren wir dort. Die Behörde öffnete aber erst um 9.30 Uhr und um 10.00 Uhr waren die neuen Kennzeichen am Auto montiert. Anschließend wollten wir das Auto volltanken. Konnten aber nur 30 Liter tanken da das Benzin rationiert war. Bevor wir Banda Abbas endgültig verließen schauten wir uns noch eine Moschee mit wunderschönen blauen Kacheln an.

Iran - Bandar Abbas

Iran - Bandar Abbas

Danach ging die Fahrt in Richtung Minab. Die gut ausgebaute Straße verlief durch eine karge Steppe. Riesige Schilder wiesen auf Kamelkreuzungen hin und in der Ferne beobachteten wir riesige Windhosen. Die erste Rast erfolgte am Rande eines Wadis mit viel Wasser.

Iran - Zwischen Badar Abbas und Kahnuj

Iran - Zwischen Badar Abbas und Kahnuj

Schließlich fuhren wir in Richtung Kahnuj weiter. Unterwegs kamen wir an einfache Dörfer, die oft aus ein paar Häusern, einer Moschee und einer Schule bestanden vorbei. Etliche Kilometer fuhren wir auf einem Hochplateau und erreichte Kahnuj. Kahnuj ist eine kleine Stadt inmitten von Minen (Bergbau). Hinter Kahnuj auf der Fahrt nach Jiroft verwandelte sich die karge Landschaft in grüne Felder. Plötzlich verdunkelte sich der Himmel und ein Sandsturm zog heran und nach einigen Kilometern begann es sintflutartig zu regnen. Wir mussten unsere Fahrt unterbrechen und warteten ca. eine Stunde bis das Naturschauspiel vorbei war. Dann näherten wir uns Jiroft. Zu beiden Seiten der Straße gab es Felder, die mit Folientunneln übersät waren. Hier befindet sich eine der fruchtbarsten seit über 5000 Jahren besiedelten Gegenden des Irans. In Jiroft gab es eine Universität und viele Geschäfte (kleine Bazare). Eine gut ausgebaute Straße führte von Jiroft nach Kerman und Bam. Wir beschlossen, dass unser Tagesziel Bam sein soll. Die Straße führte uns jetzt über einen 2500m hohen Pass. Die Außentemperaturen betrugen nur noch 7 Grad. Auf den Bergen der erste Neuschnee. Was für ein Gegensatz. Morgens 35 Grad und nachmittags 7 Grad. Am späten Nachmittag erreichten wir das auf einer 1200 m hohen Hochebene am Rander einer Wüste liegende Bam.
11.10.2011
Nach einer stillen und ruhigen Nacht in einem Hotel begannen wir den neuen Tag um 7 Uhr. Gleich nach dem Frühstück starteten wir nochmals zum Gebirgspass den wir gestern passierten. Auf der gestrigen Fahrt hatten wir dort einen Park entdeckt. Strahlend blauer Himmel bildete die geeignete Kulisse der schneebedeckten Berge. In 2000m Höhe fanden wir einen Pinienwald und genossen dort die frische Luft nach der Hitze in Bandar Abbas.

Iran - Parkähnliche Landschaft in 2000 m Höhe zwischen Jiroft und Bam

Iran - Parkähnliche Landschaft in 2000 m Höhe zwischen Jiroft und Bam

Als nächstes Ziel wollten wir Rayen besuchen. Auf der Fahrt dorthin durchfuhren wir eine baumlose sehr karge Hochebene. Unzählige bunt dekorierte LKWs benutzten die gleiche Route. Die meisten von ihnen kamen aus Pakistan. Die Fahrt zog sich endlos hin. Zirka 85 km vor Kerman fanden wir endlich die Abfahrt. Dann ging es geradewegs auf das schneebedeckten Hezar (4420 m) Gebirge zu. Unterwegs hatten wir schon eine Höhe von 2650 m erreicht. Rayen ist eine wunderschöne kleine Stadt vor den Bergen mit viel Grün und einer über 1000 Jahre alte Zitadelle. Große Teile der Zitadelle (Arg-e Rayen) sind original erhalten. Nachdem wir uns alle Sehenswürdigkeiten ausgiebig angeschaut hatten machten wir uns auf die Rückfahrt nach Bam.

Iran - Rayen - Stadmauer der 1000 Jahre alten Zitadelle Arg-e Rayen

Iran - Rayen - Stadmauer der 1000 Jahre alten Zitadelle Arg-e Rayen

Iran - Rayen - 1000 Jahre alten Zitadelle Arg-e Rayen

Iran - Rayen - 1000 Jahre alten Zitadelle Arg-e Rayen

12.10.2011
An diesem Morgen gab es eine Überraschung. Nachdem wir ausgescheckt, unsere Sachen im Auto verstaut hatten und losfahren wollten, bemerkten wir auf dem Parkplatz einen Jeep. Wir starteten und bemerkten, dass der Jeep uns folgte Nach 500m wurden wir angehalten und informiert, dass wir ab sofort Personenschutz haben. Zuerst wußten wir nicht warum Personenschutz! Später erfuhren wir, daß hier vor einiger Zeit Europäer von Rauschgifthändlern gekidnapped worden waren, um ihre inhaftierten komplizen freizupressen. Nach mehreren Telefongesprächen fuhren wir dann hinter dem Jeep nach Arg-e Bam, einer über 2000 Jahre alten Stadt die 2003 von einem verheerenden Erdbeben völlig zerstört wurde her. Mit Hilfe der UNESCO wird diese Stadt zur Zeit wieder originalgetreu aufgebaut. Nach einer ausführlichen Besichtigung machten wir uns in Begleitung des Personenschutzes auf den Weg nach Kerman. An der Stadtgrenze hielten wir an und man teilte uns mit solange zu warten bis eine Ablösung kommt. Ein Jeep mit vier bewaffneten Soldaten auf der Ladefläche kam nach längerem Warten und fuhr nun mit Blaulicht Richtung Kerman vor uns her. Ein sonderbares Gefühl! Doch die Soldaten und Offiziere waren alle sehr höflich und nett. Unsere Beschützer wechselten auf der fast 200 km langen Fahrt durch eine flache Steppenlandschaft 4x die Privat- oder Polizeiautos. Kurz vor Mahan fragte uns unsere Begleitung ob wir eine Pause einlegen wollten. Wir stimmten zu und sie zeigten uns außerhalb der Stadt einen 1873 erbauten Sommerpalast (Bagh-e Shanzde) indem die letzten Prinzen der Qajar Dynastie residierten. Der Palastgarten mit seinen Wasserläufen dient heute als beliebter Picknick Ort. Nachdem wir alles bestaunt hatten ging es ohne Polizeibegleitung weiter nach Kerman. Diese Stadt liegt in einem 1900 m hohen Talkessel. Nach langem Suchen fanden wir unser Hotel.

Iran - Bam - Altstadt die 2003 von einem Erdbeben total zerstört wurde

Iran - Bam - Altstadt die 2003 von einem Erdbeben total zerstört wurde

Iran - Bam - Wiederaufbau der Altstadt mit Hilfe der UNESCO

Iran - Bam - Wiederaufbau der Altstadt mit Hilfe der UNESCO

Iran - Bam - Unser Begleitschutz zwischen Bam und Mahan

Iran - Bam - Unser Begleitschutz zwischen Bam und Mahan

Iran - Mahan - Sommerresidenz von Abdul Hamid Mirza einer der letzten Prinzen der Qajar Dynastie

Iran - Mahan - Sommerresidenz von Abdul Hamid Mirza einer der letzten Prinzen der Qajar Dynastie

13.10.2011
Morgens fuhren wir noch einmal nach Mahan, um uns dort das Aramgah-e Shah Ne-Matollah Vali Mausoleum anzusehen. Es ist eine bewundernswerte sehr alte Moschee. Dort konnten wir sogar eines der beiden Minaretts besteigen und genossen eine unvergessliche Aussicht. Anschließend ging es zurück nach Kerman.

Iran - Mahan - Aramgah-e Shah Ne-Matollah Vali Mausoleum

Iran - Mahan - Aramgah-e Shah Ne-Matollah Vali Mausoleum

Iran - Mahan - Aramgah-e Shah Ne-Matollah Vali Mausoleum - Grabstätte von Sufi Dervish

Iran - Mahan - Aramgah-e Shah Ne-Matollah Vali Mausoleum - Grabstätte von Sufi Dervish

14.10.2011
Unser heutiges Ziel sollte Kalut sein, die Sandschloesser in der Wüste. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch das Payeh Gebirge und über einen 2740m hohen Pass erreichten wir die Oasenstadt Shadad, das Tor zur Dasht-e Lut Wueste im Iran/Afghanistan Grenzgebiet. In Shafi Abad einem Ort nur wenige Kilometer nördlich von Shadad konnten wir eine Karavanserei aus der Seldschuk Zeit bewundern. Wir stellten uns vor, dass vor mehr als 2500 Jahren hier schon Karawanen, die aus der Wüste kamen Rast machten. Nachdem wir noch andere teilweise verfallene sehr entlegene Karavansereien angefahren hatten ging es weiter zu den Sandschlössern. Nach etwa 20 km durch die Wüste konnten wir die ersten bizarren felsartigen Formationen sehen. Eigenartige Sandgebilde. Keiner kann erklären wie sie entstanden sind. Ganz in der Nähe befindet sich "the hottest spot on our Planet". Man hat dort Temperaturen von ueber 65 Grad Celsius gemessen. Mit unvergesslichen Eindrücken fuhren wir gegen Abend zurück in die Stadt Kerman.

Iran - Shadad - Wieder aufgebaute Shafi Abad Karavanserei

Iran - Shadad - Wieder aufgebaute Shafi Abad Karavanserei

Iran - Shadad - Eine von vielen unbekannten verfallenen Karavansereien

Iran - Shadad - Eine von vielen unbekannten verfallenen Karavansereien

Iran - Shadad - Eingang zur Stadt der kleinen Menschen Shahrak-e Kotuluha

Iran - Shadad - Eingang zur Stadt der kleinen Menschen Shahrak-e Kotuluha

Iran - Kaluts - Wüste im Iran-Afghanistan Grenzgebiet

Iran - Kaluts - Wüste im Iran-Afghanistan Grenzgebiet

Iran - Kaluts - Bizarre bis 40m hohe Sandsteingebilde

Iran - Kaluts - Bizarre bis 40m hohe Sandsteingebilde

Iran - Kaluts - heißeste Gegend auf unserem Planten

Iran - Kaluts - heißeste Gegend auf unserem Planten

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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 02.10.2011
Dauer: 15 Monate
Heimkehr: 15.12.2012
Reiseziele: Iran
Türkei
Griechenland
Italien
Vereinigte Arabische Emirate
Oman
Der Autor
 
Peter und Brigitte Schneider berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Peter und Brigitte über sich:
Waehrend meiner Berufszeit war ich in meistens im europaeischen oder aussereuropaeischen Ausland. In den verschiedensten Laendern habe ich waehrend meiner Freizeit viele Reisen unternommen, um Land und Leute besser kennenzulernen. In Arabien habe ich sogar versucht, die arabische Schrift und Sprache zu erlernen. Im Iran konnte ich diese Kenntnisse sehr gut verwenden. Seit 2011 bin ich im Ruhestand. Mein letzter Arbeitgeber war das Elektrizitaetsunternehmen ADWEA in Abu Dhabi. Dort war ich acht Jahre taetig. Die letzte groessere Reise fuehrte mich 2011 zusammen mit meiner Frau von Abu Dhabi nach Rheinbreitbach (unserem Heimatort). Weil uns diese Reise so gut gefallen hatte fuhren wir im Herbst 2012 von Rheinbreitbach wieder zurueck nach Abu Dhabi. Beide Reisen waren unvergessliche Erlebnisse.