Ab September gehts durch Suedostasien und hoffentlich auch durch Afrika, mit vielen Workcamps zwischendurch :)
Akklimatisierung in der Hauptstadt und Fahrt in den Norden
In amman angekommen brauchte ich ersteinmal ein paar tage bis ich wieder vollkommen hochmotiviert war und auch wusste, wo ich wie hin wollte.
So fuhr ich dann in den Norden Jordaniens, nach Irbid, und von dort weiter nach umm quais. Das liegt an der Grenze mit Syrien und Israel und bietet dementsprechend eine fantastische Aussicht

Als ich so über das Gelände stolperte, auf dem eine Menge Ausgrabungen statt finden, (römische Überreste) wurde ich von einem jordanier auf einen kaffee eingeladen. Na warum nicht, dachte ich mir, und trank nen kaffee mit ihm. Sein Name war sultan, er arbeitete mit an der Restauration und stellte außerdem Skulpturen her. Freundlich wie er war führte er mich dann durch die Ruinen, schenkte mir ein Mosaik als andenken und weil ich ihn "an seine Tochter erinnerte" und wir aßen zusammen Mittagessen. Danach wollte ich eig weiter, aber dann ließ ich mich doch breitschlagen und mir von ihm noch eine höhle zeigen, in der Jesus angeblich einmal war, und folgte dann der Einladung, zu ihm nach hause zu kommen.
Dort lernte ich seine Töchter und seinen Sohn kennen -sie versuchten mir alle arabisch beizubringen- und bekam alle möglichen fotoalben gezeigt. Am frühen Abend fuhren wir noch raus auf das Feld der Familie, wo ich hummus in seiner ursprünglichsten form probierte, und dann sahen wir uns den Sonnenuntergang über dem See genezareth an.
So hatte ich einen wunderschönen Tag verbracht, wollte aber trotzdem in einem Hotel schlafen und nicht bei der Familie. Das stellte sich als nicht moglich heraus, weil sultan ob des horrenden Preises, das das hotelmanagement forderte einen Streit vom Zaun brach. So lud er mich erneut ein bei ihm im Haus zu schlafen und ich nahm an.
Dort angekommen machten die töchter mir in ihrem Zimmer Platz, als auf einmal laute stimmen aus dem Wohnzimmer drangen. ob es ein Problem gäbe? Nein, sicher nicht, aber Sie wollten kurz nachsehen. Keine 10minuten später wurde die Tür von der Mutter geöffnet (die ich bis dahin nicht angetroffen hatte und die krebskrank ist). Ich stellte mich vor, aber Sie war superkomisch, sagte nur in schlechtem englisch warum ich dort schlafen wollte und dass sie mich nicht kenne und das nicht wolle. Hinter ihr waren die Töchter reingekommen, mit geroteten Augen, es war eine sehr sehr unangenehme Situation. Also verwies ich auf die einladung ihres Mannes und sagte ich werde sofort gehen wenn Sie das wollte. Da nickte Sie und fing dann zusammenhangslos an zu beten!!
Spätestens da war das ganze etwas surreal, und die verweinten Erklärungen der Kinder, dass ihre Mutter nicht ganz richtig im kopf war machten es nicht besser.
So fuhren die älteste Tochter und der Vater mich um halb zehn am Abend ins 25km entfernte irbid zurück, wo ich in einem Hotel unterkommen konnte.
Nach etlichen entschuldigungen ihrerseits versprach ich, den Vater am kommenden Freitag bei seiner Ausstellung in amman zu treffen, und dann fiel ich auch kurz darauf ins bett.
Am nächsten morgen spazierte ich früh über den Markt in irbid und wurde erneut zum Kaffee eingeladen. Zügig formierte sich wieder eine "männermasse" um mich herum, und die üblichen fragen wurden gestellt. Als ich meinen Kaffee ausgetrunken hatte, und einen weiteren dankend ablehnte wurde mir ein Tee aufgezwungen, und kurz darauf bot mir "ibrahim" an, mich zum Busbahnhof zu bringen.(ich wollte Ja weiterziehen nach amman) ich dankte ihm und nahm das Angebot an.
So sass ich dann kurz darauf in seinem BMW und bekam eine sightseeing tour und noch mehr Kaffee spendiert. Gegen den 3.muffin den er mir als Ersatz für ein echtes frühstück, was ich abgelehnt hatte, anbot, konnte ich mich nur knapp wehren.
Auch das busticket durfte ich mir nicht selber kaufen, ganz zu schweigen von der Flasche Wasser für die Fahrt.
Jordanier im allgemeinen überschlagen sich wirklich vor Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und alle haben Sie die spendierhosen an. Nach dem generve in Indien ist das hier absolut super, zumal diese Freundlichkeit so flächendeckend und nicht gefaked ist!!!
Ich mag Jordanien jetzt schon total
