bangkok, 19.12.2005, 12.58h
fuenfizig stunden seit phils worten aufstehen jetzt! und dem ankommen in thailand.
new zealand dollar, hong kong dollar, macao dollar und baht.
busse, shuttels, fluege, faehren, bahnen.
ein letztes fruehstueck zusammen mit phil, der abschied von ihm, von christchurch und diesem wundervollen land, das mir in den letzten monaten so sehr ans herz gewachsen ist.
ein endloser kampf mit einer dame am flughafen, die sich ihre finger an meiner bezinflasche fuer den kocher schmutzig gemacht hat und darauf hin will, dass ich sie professionell reinigen lasse, bevor ich sie mit an bord des flugzeugs nehmen darf. fuer 50 dollar. so ein schmarn! die flasche ist ausgeleert und ausgespuelt - wenn ich mein ein feuerzeug daran haelt brennt sie einen scheissdreck. einzig und allein geblieben ist der geruch. gott sei dank findet ihr kollege ihre auffassung ebenso laecherlich wie ich und versiegelt mir die flasche als gecheckt, als sie kurz in der pause ist.
chch - auckland. ein paar stunden warten und die letzte post aus neuseeland einwerfen.
auckland - hong kong. noch im dunkeln der nacht komme ich an. alles bluna - nicht mal mein gepaeck macht lustige umwege. allerdings brauche ich ein weilchen, um es zu finden, weil alles nur in lustigen chinesischen oder japanischen kringelen und strichen da steht. ueber ein cartoon, an einem der endlosen roll-laufbaender muss ich schmunzeln: zur sicherheit bitte festhalten. ich halte mich auch an einer rolltreppe normalerweise nicht fest: kein wunder, dass die japaner in neuseeland alle ganz fleissig die guided touren gebucht haben, wenn sie in einer rolltreppe schon eine potentielle gefahrenquelle sehen.
warten auf nadja. ihr flieger hat verspaetung und dann braucht sie eine stunde, um endlich aus der one-way-halle b heraus zu kommen. aber da ist sie! freu!!! und mit ihr reisen post und lebkuchen fuer mich! uuuh!
ein paar stunden bleiben uns, bis dass wir von macao aus weier fliegen. irgendwie muessen wir in dieser zeit herueber auf die andere insel und zum flughafen kommen. zum faehrterminal, bzw. in dessen naehe - faehrt von hier aus ein express-shuttle - soviel habe ich schon heraus gefunden. als wir uns unseren erfagen wollen werden uns neben tausend und drei oohhs und us und huu und hiis (sonderbare sprache) jede menge finger alle richtungen gezeigt. endlich finden wir eine dame in schick, die englisch spricht und uns freundlich den weg weist. aus den geschuetzten hallen hinaus in die wirkliche welt: alles ist grau und nebelverhangen. die haueser ragen gigantisch hoch in den himmel. alles ist beengt. vor den fenstern haengen gitter, in denen waesche trocknet. klimaanlagen und ventilatoren. der verkehr brummt lautstark und neben uns haemmern presslufthammer. vier oder fuenf von denen und dazu all diese menschenmassen. hilfe! ich will zurueck! wo ist mein wundervoll ueberschaubares neuseeland?
das faehr-terminal ist in einem kaufhaus. die faehre an sich finden wir auch ohne probleme, aber wo zum teufel kann man die tickets kaufen? wir haben doch alles abgesucht, in der richtung, die uns immer wieder gewiesen wird. am ende klappt es doch - einfach einen block weiter, in dem monster an kaufhaus. und sogar billiger als das, was ich im internet gefunden hatte.
hong kong - macao
auschecken und immigrieren. wieder ein neues land innerhalb weniger stunden. und wie aufregend - von hier aus koennen wir zu fuss nach china laufen. laugen ist ueberhaupt ein guter plan. bis das unser fliger geht bleiben uns noch ein paar stunden und ich hab einen flyer mit einem tempel entdeckt. waerend nadja auf dem klo ist, finde ich heraus, ob das zeitlich machbar ist. von hier zum airport brauchen wir eine halbe stunde, in die stadt rein und hier hin zurueck auch jeweils eine halbe stunde mit den bussen - gebongt! da bleiben immer noch ein paar stunden uebrig. nur: wir haben natuerlich kein geld in der waehrung. mit den bussen wird das schwierig... trotzdem machen wir uns auf. den ersten bus schaffen wir durch einen kostenfreien shuttel zu einem luxushotel zu ersetzen, das ganz in der naehe des zentrum liegts. ein bisschen verwegen kommen wir uns schon vor, zwischen all den feinen leuten. um nicht aufzufallen spazieren wir dann auch erst mal in das hotel hinein. riesige empfangshalle, wasserfaelle, glitzer hier und dort und jede menge weihnachtsdekoration. schon nobel... an der rezeption fragen wir ein paar dinge, fuer die wir nicht wirklich eine antwort erwarten, nur um dann wieder unauffaellig aus dem hotel heraus zu spazieren. da sind wir: macao! ich wuerde sagen las vegas ist doch mal nichts gegen das, was uns hier an casinos, riesigen, goldenen hotels, haeusern und limusienen erwartet. daneben fuehlt man sich gleich ganz zwerg. verkehr ohne ende auch hier, und doch irgendwie anders. die menschen sind ein bisschen weniger steif als in hong kong. nicht ganz so duenn und kerzengerade. die gesichter runder und der blick in meinen augen freundlicher. klein, aber fein, der unterschied. zunaechst auf den grossen strassen, spaeter auf den kleinen, bahnen wir uns unseren weg gen tempel. je enger die gassen werden, desto eigner wird die welt. hinterhoefe, in denen fische auf koerben trockenen, kleine laeden und schreine mit raeucherkerzern. winzige menschen, mopeds und fahrradtaxis. exotische sachen werden feil geboten - in den schrillsten farben, die man sich denken kann. aus versehen landen wir in einer weihnachtsbaecherrei, in der die grossen kekspackungen tatsaechlich noch von hand gebacken werden. immer wieder treffen wir auf etwas rotes - ob da getrocknetes fleisch ist, oder? ich bedauer so sehr, dass wir nicht einfach geld abgehoben haben. viel brauechten wir gar nicht, aber an all dem so unprobiert vorbei zu laufen...
hin und wieder verlaufen wir uns - zu teil auch gewollt. trieben lassen in dieser neuen welt. das spannende liegt definitiv fern der hauptstrasse.
der tempel: spiralen aus raeucherstaebchen, becken mit wasser, pflanzen und geld darin. bambus und raeucherstaebchen. ueber all dem liegt ein eigener duft und nebel. geschwungen ragen die daecher des tempels in die luft. rot und gruen und in all dem menschen, die hier und da nieder knien, sich von den kameras um sie herum nicht stoeren lassen, ihre raeucherstaebchen und kerzen anzuenden. buddahs, denen essen dargebracht wird und schriftrollen, von denen ich nicht weiss, wozu sie gut sind. wir schreiten durch die kleinen raeume und altare. immer wieder guckloecher, die die raueme miteinander verbinden. ein schiff in all dem und hier und da ein moench.
danach wird es zeit zu gehen. und das ist noch weit, all der weg zum flughafen zurueck. wir sind uns nicht sicher, ob der weg stimmt, den wir einschlagen und allmaehlich macht sich die muedigkeit der langstreckenfluege und der reise in uns breit. jemand ruft nadja von hinten zu, dass sie grade dabei ist ihren schlafsack zu verlieren. der ist zwar fest wie eh und je, aber das war definitiv englisch! wo sind wir? wir wollen zum flughafen. nein, fuer die busse und taxis haben wir kein geld, aber wir sind den weg hierher gelaufen, dann koenne wir ihn auch zuruecklaufen. einen kurzen moment schuettelt der mann gegenueber von uns den kopf, zieht die stirn kraus und meint, dass das nicht ginge, weil wir bruecken ueberquerren muessten, die nur fuer autos usw. zugelassen sind. wie? irgendwie schaffen wir das schon. aber bevor wir uns weiter selber mutzusprechen koennen, packt er sein portmonee aus und schenkt uns hundert dollar. dazu seine visitenkarte - das geld will er nicht zurueck haben, wir sollen ihm eine mail schicken, wenn wir wieder sicher zurueck in europa sind. und... ein weiterer hundert dollar schein: beeilt euch. soviel zeit, wie ihr denkt, habt ihr gar nicht mehr. nehmt einfach ein taxi. aber selbst fuer ein taxi ist das viel zu viel geld. und falls der taxi fahrer am ende mehr haben will: packt einfach eure rucksaecke und geht. einfach gehen.
und so kommen wir an, am airport. ohne stress mit dem taxi fahrer und noch mit ganz viel geld um etwas zu essen zu kaufen. das ist prima! ich hab voll den hunger!!!!
macao - bangkok
im flugzeug schlafen wir einfach nur. tod muede kommen wir an, in thailands nacht. ohne plan, ohne idee, wohin wir wollen, wo wir schlafen werden. einer der momente, in denen ich mir wuensche, mich einmal mehr vorher darum gekuemmert zu haben. nichts desto trotz: nach und nach schlagen wir uns durch, sammeln alle informationen, die fuer uns nuetzlich sein koennen. es gibt einen bus-express in ein viertel mit billigen unterkuenften. den nehmen wir. von bangkok sehe ich nix. sobald ich im bus bin schlafe ich wieder ein. als wir aussteigen: zwei frauen mit rucksaecken, die sich zielsicher irgendwohin bewegen: denen folgen wir und tatsaechlich: hier gibt es ein zimmer, nur fuer uns, nicht teuer, mit klimaanlage und bad. schlafen! einfach nur schlafen. aber dann packt sie mich doch, meine neugierde. nachdem der rucksack im ziummer liegt, ziehen wir noch mal los um etwas zu trinken zu kaufen und das wunder an strassenessen zu probieren. nudelen und gemuese, pfannkuchen mit schokolade und milch und ananas. endlich wieder frische ananas. zufrieden!