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Nun ist es endlich soweit und ich werde ein Jahr lang dem trüben Alltagstrott entfliehen. Hongkong, Australien, Neuseeland und Thailand stehen auf dem Programm. Fremde Kulturen, überwältigende Gegenden und neue Eindrücke satt.
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Freitag, 06.05
Heute gings um 10:00 Uhr aus dem Bett. Beim aufstehen musste ich feststellen, dass sich anscheinend saemtliche Mosquitos aus Hongkong sich zu nem kleinen Mitternachtslunch in meinem Zimmer eingefunden haben. Fiese Biester!
Naja hab mich dann erstmal auf ne schoene Dusche gefreut. Pech gehabt! Offensichtlich haben es alle Bewohner des Hauses genossen sich heute bei 70 Grad zu waschen und so blieb mir nur das eiskalte Leitungswasser. Leute, das macht wach! Naja nachdem ich meine Gaensehaut in schweis getauscht habe, bin ich an den Flughafen gefahren und habe das Ticket bezahlt. Danach gings direkt weiter nach Lantau Island zum Big Buddha. Die Busfahrt zum Buddha dauerte etwa 45 Minuten in einem schoen Klimatisierten Bus. Das lustige an Hongkong ist, dass man ausserhal von Gebaeuden schwitzt wie bekloppt, aber sobald man ein Gebaeude, einen Bus oder eine U-Bahn betritt friert man hoellisch. Den Dreh mit den Temperaturunterschieden haben die Chinesen doch noch nicht so ganz raus...
Aufjedenfall die Busfahrt. Die Strasse zu der Statue war derart eng, dass sie immer nur von einem Auto befahren werden konnte und der Busfahrer immer lautstark in die Bremsen stieg, um einen Crash zu vermeiden. Er machte das wirklich gut, doch ich glaube, er braucht jede Woche neue Bremsbelege und Reifen. Es kam mir auch etwas komisch vor, dass wir ueber saemtliche rote Ampeln gefahren sind, doch hat sich niemand beklagt und so habe auch ich meine Klappe gehalten. Immerhin haben wir es heil an das Kloster geschafft und ich habe mich natuerlich gleich auf den Weg zum Buddha gemacht. Es schienen mir mehrere Millionen Stufen zu sein. Und mit jedem Absatz bekam ich mehr das Gefuehl, dass der Buddha ein gigantisches Hakenkreuz auf der Brust hat. Etwa 1x1m gross. Ich dachte schon darueber nach, ob die Nazis jemals in China einmaschiert waren, konnte mich daran aber nicht erinnern. Als ich schliesslich direkt vor ihm Stand, sah ich, dass das Hakenkreuz in die falsche Richtung geht und es also irgend etwas anderes bedeutet. Der Buddha ist ziemlich imposant und kann allen Hongkongreisenden nur empfohlnen werden. Besonders lustig an dieser Heiligkeit sind die ganzen Chinesen, die um ihn herumschleichen. Der Buddha wird von etwa 12 Statuen umschlossen, die ihm huldigen. An jeder Statue haengt ein grosses Schild, auf dem steht, dass man keine Muenzen in die Haende der Statuen schmeissen darf und doch stehen die chinesen in ganzen Pulks um die Statuen, schmeissen Muenzen auf sie und klatschen, wenn einer in die Haende trifft.
Auf dem Heimweg habe ich mir dann Ian Banks "The Player of Games" geholt und kann nun auch endlich meinen Lesebedarf stillen. Unterwegs zum Hostel habe ich mir noch an meinem Schnellimbiss ein Nudelgericht mit allen moeglichen Fleisch und Fischsorten fuer umgerechnet 2,80 Euro geholt und gefrazt. Sehr lecker. Nachdem ich auf meinem Zimmer gegessen hatte und zum Night Market wollte habe ich beim Aufzug einen 25 jaehrigen Schweden getroffen, der mit seinem Bruder Asien bereist. Und verdammt die Schweden koennen Englisch. Ich fordere hiermit, dass wir die Filme, die in den Kinos kommen, nicht mehr ins Deutsche uebersetzen, sondern sie wie in Schweden auf Englisch belassen. Das wuerde das Englische Schulwesen revolutionieren. 
Naja da Victors Bruder krank im Bett lag, hat er sich mir angeschlossen und wir sind ueber den Night Market gelaufen.
Er hat mir erzaehlt, dass er mit 19 sein Abitur gemacht hat, ein Jahr seinen Militaerdienst abgeleistet hat und eine Woche, bevor er nach Thailand flog seinen Abschluss als Philosophie und Sozialpaedagogig Lehrer gemacht hat. Als Reiselektuere hat er einen 1000 Seiten Philosophieatlas dabei. Ich habe ihm dann gesagt dass ich auch einen Philosophieatlas dabei habe und wir mussten beide lachen.
Der Night Market ist im Grunde eine Ansammlung von unnoetigen Staenden, die hauptsaechlich unnoetige Dinge verkaufen. Nicht wirklich aufregend. Aber wir haben an einer Garkueche noch gut gegessen. Schon wieder! Chinesische Sparerips. Zurueck beim Hotel wollte ich dann noch kurz ins Internetcafe, doch es hatte leider schon zu.
Bin dann ins Bett und habe noch etwas gelesen. Entspannter Ausklang...
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