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Nun ist es endlich soweit und ich werde ein Jahr lang dem trüben Alltagstrott entfliehen. Hongkong, Australien, Neuseeland und Thailand stehen auf dem Programm. Fremde Kulturen, überwältigende Gegenden und neue Eindrücke satt.
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Sonntag, 08.05.
Da es heute geregnet hat, dachte ich mir, "geh den Tag doch mal etwas lockerer an", und so blieb ich bis 14:00 liegen. Dann geruhsam geduscht und mit der Star Ferry (habe es bis jetzt falsch geschrieben, habe ich eben gemerkt
)zum Central District, den Hongkong Park anschaun. Der Park ist wirklich einen Besuch wert. Vor allem das kuenstliche Vogelhabitat. Es ist einem Urwald nachempfunden und man laeuft etwa 15 Meter ueber dem Boden ueber eine Holzbruecke durch den ganzen Komplex. Auf dem Weg aus dem Park lief ich noch hinter einem Wasserfall durch, der quer durch den Park laeuft und in einem kleinen Teich endet. Auf dem Weg nach drausen, fiel mein Blick auf ein komisches Gebaeude und ich ging kurzerhand hinein. Naja wer auf ein Haus voller Kakteen steht wird hier seinen spass haben, anderen aehm weniger
.
Ich habe dann den Entschluss gefasst, noch mit der laengsten Rolltreppe der Welt zu fahren. Boeser Fehler!
Erstmal musste ich sie finden. Also per Pedes durch halb Central. Dummerweise auch durch das Regierungsviertel, in dem es fuer ein kleines Stueck keinen Fussgaenger weg gab. Also blieb mir nichts anderes uebrig, durch die Einfahrt irgend eines schwer bewachten Gebaeudes zu schlendern. Also mit moeglichst unschuldigem Blick durch eine Horde schwer bewaffneter Sicherheitsleute. Es ist irgendwie ein komisches Gefuehl, wenn man weis, dass etwa 5 MPs auf einen gerichtet sind, die nur darauf warten, dass man eine falsche Bewegung macht, um einen mit Blei zu spicken...
Als ich dann an der Rolltreppe ankam war ich irgendwie entaeutscht. Ich hatte etwas spektakulaeres, noch nie dagewesenes erwartet. Etwas, von dem ich noch wenn ich ein alter Greis bin voller Stolz meinen Enkeln erzaehlen wuerde. Aber nein! Jeder kennt doch die Rolltreppen in unseren Kaufhaeusern. Nun stellt euch eine solche Rolltreppe vor. Nur auf einer laenge von etwa einem Kilometer. Alle 50 Meter wird sie durch einen kleinen Fussweg unterbrochen, damit die Leute die Moeglichkeit haben, die Flucht zu ergreifen. Ich war zu bloed, dies zu tun. Also immer weit. Rolltreppe, Fussweg, Rolltreppe, Fussweg, Rolltreppe, Fussweg...
Oben angekommen stellte ich dann betruebt fest, dass ich ja den ganzen Weg auch wieder zurueklegen muss. Nur gibt es wieder zurueck leider KEINE Rolltreppe, sondern nur ordniaere Treppchen. Unmengen von Treppchen. Etwa 1500 Stufen! Ich hatte noch nie im Leben soviel spass!
Als ich dann abgekaempft unten ankam hatte ich die Schnauze voll und bin zurueck zur Faehre. Unterwegs fielen mir erneut die Unmengen an Leuten auf, die an jedem trockenen Fleck sassen und Karten spielten, assen, miteinander redeten und allen sonstigen gesellschaftlichen Dingen nachgingen. Und ich meine wirklich VIELE Leute. Haette ich eine Armee, die aus den da sitzenden Menschen bestuende, koennte ich ohne Probleme in die Vereinigten Staaten einmaschieren. Nach ewigen Spekulationen ueberwand ich mich dann, eine Frau zu fragen, wieso sie denn da sitzen. "Weil es Sonntag ist", kam die knappe Antwort. Mehr war nicht aus ihr raus zu kriegen. Also, Sonntag = Frau auf der Strasse Tag. Maenner waren kaum dabei. Bin dann zurueck nach Kowloon und in meinen Stamm Imbiss. Diesmal gabs verschieden gegrilltes mit Nudeln. Rind, Schein, Speckstreifen und Wuerstchen. Keine Ahnung, was Wuerstchen in chinesischem Essen zu suchen haben. Wollte eigentlich auf dem Dach meines Hauses essen, doch war die Luke gerade heute dummerweise verschlossen. Also hiess es im Zimmer essen. Aufregend!
Wollte dann noch ein paar Schuhe kaufen, weil meine normalen Halbschuhe nach meinen Marathons hier den Geist aufgegeben haben. Vonwegen built to resist!
Nachdem ich nochmal zwei Stunden durch Kowloon gepilgert bin, musste ich feststellen, dass die Hongkonger Schuhgeschaefte Sonntags keine Lust haben, etwas zu verkaufen... Also die Suche aufgegeben und runter an den Pier, noch ein paar Nightshots machen. Unterwegs wurde ich dann mitten auf der Nathan Road von einer Nutte angemacht. Furchtbar PINK geschminkt, in einem noch schlimmeren Outfit und die Ampel war ROT. Ich musste mir etwa fuenf Minuten "Come with me to my room" anhoeren, bis dann endlich gruen wurde und ich die Flucht ergreifen konnte. Ich dachte Prostitution waere in Hongkong verboten.
Immerhin habe ich schliesslich noch ein paar gute Nightshots hinbekommen.
Als ich dann zurueck in mein Guesthouse ging und den Fahrstuhl bestieg musste ich erschrocken feststellen, dass mir die aufdringliche Dame von der Ampel in den Aufzug folgte. Und im gleichen Stock ausstieg wie ich!
Sie ging auch in das gleiche Guesthouse wie ich und in mein altes Zimmer. Es war die Frau, mit der ich mein Zimmer getauscht habe, weil sie keine Fenster mochte. Habe ich nicht tolle Nachbarn?
Das waren im Grossen und Ganzen die Ereignisse des heutigen Tages!
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