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Schon immer träumte mein Mann davon, irgend wann einmal nach Tibet zu reisen und mit den Jahren wurde es auch mein Traum. Letztes Jahr wurde er dann Wirklichkeit. Wir flogen von Kathmandu aus nach Lhasa und fuhren anschließend mit einem Jeep wieder zurück. Eine unvergessliche Reise die mich teilweise an die Grenzen meiner Kraft brachte.
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Da sitze ich nun in einem Zimmer des Lhasa Hotels und mein erster Blick fällt auf die Sauerstoffflasche für den Notfall. Da man mit allem rechnen muss, liegt sie griffbereit in jedem Zimmer neben dem Bett, genau wie der Hinweis, dass sich im Ernstfall ein Arzt im Hotel befindet, falls dieser notwendig werden sollte. Wenn ich ganz ehrlich bin, am Anfang wurde das Thema AMS (Acute Mountain Sickness) von mir nicht so ganz ernst genommen. Sätze wie "es ist OK die Höhenkrankheit zu bekommen, aber es ist nicht OK daran zu sterben" wurden großzügig überlesen. Was konnte schon passieren? Ein wenig Kurzatmigkeit ... eventuell etwas Schwindel ... leichte Kopfschmerzen? Mir ging es doch prächtig ...noch ... nur wusste ich es bis Dato nicht. Die Mineralwasserflasche war mein ständiger Begleiter und ich versuchte so viel als möglich in mich hineinzuschütten. Das war im Prinzip der einzige Rat, den mir mein Hausarzt in Deutschland mit auf die Reise gegeben hat. Mindestens vier Liter Mineralwasser pro Tag! Die Bottle immer in Reichweite hatte ich doch ab und an Schwierigkeiten dieser Menge Herr zu werden. An manchen Tagen kam ich mir vor wie eine wandelnde Wasserleitung, was mir den Spitznamen "Waterdepartment" einbrachte.
Die Koffer waren schnell ausgepackt ... ein klein wenig ausruhen im Hotelzimmer ... sicherlich eine gute Idee. Dabei konnte ich in den ausliegenden Broschüren und meinen Reiseführern blättern und so die eine oder andere Information sammeln. Aha! ... Das Lhasa Hotel soll das einzige Hotel sein, welches einiger maßen internationalen Standard anbietet. Ehemals der Holiday Inn Group angehörig, wurde es 1997 der Regierung zurückgegeben und bekam den alten Namen zurück. Der Standard ist seit dieser Zeit zwar gesunken, jedoch sind die Angebote immer noch ausreichend. Was ich allerdings sehr bemängeln muss ist die Bereitstellung von Getränken. Lediglich ein kleiner gefüllter Wasserkocher steht zur Verfügung. Minibar ist groß angekündigt, aber nicht gefüllt. Wobei man in einem Hotel dieser "Preisklasse" zumindest Softgetränke erwarten dürfte. Mehrere Restaurants, wobei wir leider nicht die Gelegenheit bekamen alle zu testen. Eine größere Delegation hatte sie reserviert und so blieb für uns nur das der "Allgemeinheit" übrig. Man konnte zwar "A la Carte" bestellen, doch das angebotene Buffet war ausreichend. Nichts umwerfendes ... eher Massenabfertigung. Was sicherlich darauf zurück zu führen ist, dass sehr viele Reisegruppen (auch aus Deutschland) dort Station machen.
Im Hotelzimmer hatten wir das Fenster so gut wie den ganzen Aufenthalt immer geöffnet, weil die Heizung nicht zu regulieren war. Draußen knapp über 0 Grad bekamen wir die Raumtemperatur kaum unter 22 Grad. Dafür saß ich im Restaurant mit meiner zweit dicksten Jacke ... andere Gäste bevorzugten sogar ihren Anorak.
Nach dem Abendessen wollten mein Mann und ich noch ein klein wenig das Hotel auskundschaften. Es gab zwar eine Bar in die man sich setzen konnte, aber Alkohol? Den sollte man vielleicht im Moment vermeiden.
Auf der Empore sah es ziemlich viel versprechend aus ... dort war ein Touristenshop zu erspähen ... hüpfte mein Herz jetzt nicht ein klein wenig höher ... ich wühle für mein Leben gern. Allerdings hielt das Hochgefühl nicht lange an ... Preise die sogar zu unverschämt waren um überhaupt in Verhandlung zu treten, ließen uns bald den Rückwärtsgang einlegen. Nichts mit dem ersten Einkauf auf Tibetischem Boden.
Da habe ich zum allerersten Mal so einen ganz komischen Druck im Kopf verspürt. Kein Kopfweh wie sonst und auch kein Migräneschmerz, zu seltsam um ihn beschreiben zu können. Für alle Fälle gab es in unserer Reiseapotheke "Aspirin Effect". Aspirin ist angeraten und dieses Pulver kann man ohne Wasser einnehmen. Einfach aufreißen und schlucken. Kaum eingenommen ... schon besser ... nur zum Schlafen war es einfach viel zu warm. Wobei die Schlaflosigkeit uns den ganzen Aufenthalt in Tibet begleiten sollte. Auch ein Symptom von Höhenkrankheit, allerdings nichts ernst zu nehmendes. Man schläft zwei Stunden und wälzt sich dann bis zum nächsten Morgen unruhig von einer auf die andere Seite. Nur witziger Weise ist man trotzdem ausgeruht.
Die Nacht war um und Zeit für das Frühstück ... nur, mir war echt nicht danach und so bat ich meinen Mann alleine zu gehen. Dem übrigens nichts anzumerken war ... im Gegenteil, der sah aus wie das blühende Leben selbst.
Nun mussten härtere Mittel angewandt werden ... vielleicht war es ja doch Migräne? Vor lauter Kopfschmerzen und anderer Wehwehchen, wusste ich gar nichts mehr. Es sollte nur ganz schnell wieder besser werden. Schnell waren die Tabletten aufgelöst und getrunken. Prima! Nun durfte ich mich auch noch übergeben. Aber auch hierfür hatte mir die Apothekerin in Deutschland den richtigen Tipp gegeben "Reisegold". Bereits nach der ersten Tablette ging es mir besser und mit jeder Stunde des Tages kam der Unternehmungsgeist zurück. Was auch notwendig war bei dem vollen Programm.
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