Russland-Reisebericht :Ostpreußen 2012 - Reise in die Vergangenheit und Gegenwart

17.05.2012 Fahrt nach Königsberg

Entfernungsschild nach Kaliningrad, früher Königsberg

Entfernungsschild nach Kaliningrad, früher Königsberg

Grenzübergang in Nidda LT -  nach Königsberg RUS

Grenzübergang in Nidda LT - nach Königsberg RUS

* 17.05.2012
Schon um 06:00 Uhr hat unser Wecker geklingelt. Nun hieß es für uns das Frühstück genießen und unsere Sachen ins Auto verstauen. Unsere Irmgard kam extra am frühen Morgen, um sich zu verabschieden. Ihr Fazit war: wie schön, wenn man heute auch jüngere Leute kennenlernt, welche sich für die alte Heimat interessieren.
Dann ging es los, in das Land der dunklen Wälder und kristallenen Seen.
Wir brauchten ja nur 7 km zu fahren, da waren wir schon an der Grenze. Aufregung pur. An der litauischen Seite nur ein kurzer Check der Pässe und einen Blick in den Kofferraum. Dann konnte man schon weiter fahren.
Jetzt schoss das Adrenalin schon in den Körper. Ich merkte richtig, wie sich der Körper aufputschte.
Erster Kontrollpunkt auf russischer Seite: Die Pässe wurden kontrolliert und wir mussten eine Migrationskarte ausfüllen (doppelt, versteht sich). Dann durfte bis zum zweiten Kontrollposten weitergefahren werden. Hier wurden wieder die Pässe kontrolliert sowie in den Kofferraum gesehen. Danach ging es eine Station weiter zum Zoll. Hier musste nun die Zollerklärung ausgefüllt werden, wobei darauf besonders zu achten ist, dass man das Auto richtig mit einträgt, sonst kann es passieren, das man bei der Ausreise Probleme bekommt.
Man bekam zwei Zettel, Gott sei Dank in Deutsch.
Zwei Personen im PKW, für jeden einen. Falsch! Diese Zettel mussten nur vom Fahrer doppelt ausgefüllt werden.
Danach begann das Warten an der Abfertigung. Hier saß ein Zöllner, welcher die Tatstatur nur im Einfingersuchsystem bediente. Da hat es gleich mal 20 Minuten gedauert, bis er endlich seine Zettel richtig geschrieben hatte und die erforderlichen Stempel auf die Zollerklärung drückte.
Ein anderer Zöllner übergab uns die Erklärung, wies uns auch noch auf die Besonderheiten bei der Ausreise hin und drückte uns noch ein Blanko Formular für die Ausreise in die Hand. Damit waren wir durch und durften nach Russland einreisen.

Willkommen in Russland

Willkommen in Russland

Emotionen kochen hoch. Endlich in Russland angekommen! Im Land der Ahnen und Urahnen!
Da wir noch keine Rubel in der Tasche hatten, mussten wir versuchen, irgendwie Geld zu tauschen. Also fuhren wir nach Rositten. Keine Bank zu finden. Wir haben einen jungen Mann gefragt, dieser sagte uns, dass es in Lesnoj (ehemals Sarkau) eine Wechselstube gibt. Weiter ging die Fahrt über die Kurische Nehrung in Richtung Königsberg. Als wir in Lesnoj ankamen, weit und breit keine Bank oder Wechselstube zu finden. Also alten Mann gefragt und siehe da, wir standen genau vor dem Gebäude.
Der Mann ist mit zum Schalter gegangen und wir haben 100 € getauscht. Geld mit so vielen Nullen hatten wir schon lange nicht mehr in der Hand. Die Leute waren alle sehr nett und hilfsbereit.

Hauptstraße in Rositten

Hauptstraße in Rositten

Kirche in Rositten

Kirche in Rositten

Nun konnten wir beruhigter weiterreisen, denn man muss auf Eventualitäten vorbereitet sein. Die nächste Station war Zelenogradsk (Cranz). Hier gibt es jede Menge Schlaglöcher in den Straßen. Einen bewachten Parkplatz konnten wir nicht finden. Nichts für uns. Also fuhren wir weiter nach Kaliningrad.

Kreuzung bei Cranz

Kreuzung bei Cranz

Straße in Cranz

Straße in Cranz

Straße ins Nichts...

Straße ins Nichts...

Hier ging erst einmal das Suchen weiter. Unsere Fahrtroute stand eigentlich fest. Nur noch die richtigen Straßen finden. Da ging das Problem los. Einmal falsch abgebogen und nun ging es über eine Piste, welche in Deutschland noch nicht einmal als Feldweg bezeichnet würde. Wir mussten sehr aufpassen, dass unser Auto keinen Schaden davon trug, was wir eigentlich als Wunder bezeichnen müssen. Schließlich kamen wir um 12:30 Uhr in der Pension in Kaliningrad an und durften auch gleich unser Zimmer beziehen. Da haben wir erst einmal Bauklötze gestaunt. Der Straße vor der Pension nach zu urteilen, konnte es nur noch besser werden. Die Zimmer sind auf das modernste eingerichtet. Sehr schön.

Straße vor der Pension

Straße vor der Pension

Pension Klavdia in Königsberg

Pension Klavdia in Königsberg

Dies hielt uns aber nicht davon ab, nur die Koffer abzustellen und gleich in die Stadt zu fahren. Hierzu muss man die Buslinie 61 benutzen, welche direkt am zentralen Markt (Rynok) anhält. Kosten tut der Spaß mit dem Bus zu fahren schlappe 34 RBL, also knappe 88 ct. für zwei Personen.
Dort haben wir uns erst einmal die große zentrale Markthalle angesehen. Diese hat gut 500 m Länge und ist ca. 100 m breit. Alleine das Gewimmel in dieser Halle ist famos. Für uns einfach toll. Unbeschreiblich der Duft, welcher in der gesamtem Halle liegt. Es riecht nach frischen Obst und Gemüse und vermischt sich mit dem Duft der importierten Früchte. Einfach Klasse.
Danach haben wir uns auf eine kleine Erkundungstour durch Königsberg begeben.
Hierbei sind wir an der neu errichteten Christi-Erlöser-Kathedrale, geweiht dem heiligen Nikolaus, vorbei gekommen. Diese soll ein Abbild der großen Kathedralen in St. Petersburg sowie Moskau darstellen. Hierzu wurde extra ein Waggon mit Mutterboden aus Moskau herbei geschafft, um eindeutig festzulegen, dass dieser Bau auf russischen Boden steht.

Der "Rynok"

Der "Rynok"

Christi-Erlöser-Kathedrale in Kaliningrad

Christi-Erlöser-Kathedrale in Kaliningrad

Weiter ging unsere Tour entlang dem Leninprospekt, welcher am Hotel Kaliningrad vorbei und weiter über den Pregel und dem Kneiphof geht. Hier konnten wir uns den berühmten Königsberger Dom ansehen. Nach so vielen Recherchen, eine Wohltat, da der Dom zu Königsberg immer irgendwie in der Geschichte erwähnt wird. Auf unserer Rücktour zur Pension haben wir noch eine kleine Kneipe (Gostiniza) gefunden, wo wir zu Abend gegessen haben. Dort lernten wir einen "Auswanderer" aus Deutschland kennen. Er hat uns etwas Hilfe bei der Auswahl des Essens gegeben; man kann halt nicht auf Anhieb gleich wieder richtig die russische Sprache. Diese hatten wir 1987 gebraucht, als wir das letzte Mal in Russland waren.
Zurück in der Pension, kam unser Reisebetreuer. Darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut. Er wollte eigentlich nur eine Erkundigung einholen, wie so alles geklappt hat. Er teilte uns außerdem mit, dass er in die kleine Gaststätte musste, da dort weitere Gäste saßen und die Speisekarte nicht lesen konnten. Dabei sagt man: deutsche Sprache schwere Sprache. Wenn man kein kyrillisch kann, ist es genau so schwer, wenn nicht noch schwerer.
Somit ging unser erster Tag im alten Ostpreußen zu Ende.

Hotel Kaliningrad

Hotel Kaliningrad

Haus der Räte - auch Palazzo Prozzo genannt; wurde nach dem Bau wegen Statikproblemen nie bezogen, wird wahrscheinlich wieder abgerissen.
An dieser Stelle stand früher das Schloß von Königsberg.

Haus der Räte - auch Palazzo Prozzo genannt; wurde nach dem Bau wegen Statikproblemen nie bezogen, wird wahrscheinlich wieder abgerissen.
An dieser Stelle stand früher das Schloß von Königsberg.

Der Kneiphof mit Königsberger Dom. Hier muss man zwei Mal Eintritt bezahlen. Einmal für das Museum, einmal für den Dom selber.

Der Kneiphof mit Königsberger Dom. Hier muss man zwei Mal Eintritt bezahlen. Einmal für das Museum, einmal für den Dom selber.

Das neu gestaltete Pregelufer - Fisch Dorf im Hintergrund

Das neu gestaltete Pregelufer - Fisch Dorf im Hintergrund

Die alte Börse am Pregel - heute Haus der Gesellschaft

Die alte Börse am Pregel - heute Haus der Gesellschaft

Schlossbrücke für Jungvermählte am Pregelufer

Schlossbrücke für Jungvermählte am Pregelufer

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine lange geplante Reise wurde endlich Wirklichkeit. Wir haben uns auf die Spuren der Vorfahren begeben und noch einige Relikte gefunden, obwohl wir keine erwartet hatten.
Details:
Aufbruch: 14.05.2012
Dauer: 11 Tage
Heimkehr: 24.05.2012
Reiseziele: Litauen
Russland / Russische Föderation
Polen
Der Autor
 
Elgin und Roland ME berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt. Elgin und Roland über sich:
Wir wünschen allen Lesern dieses Reiseberichtes wie Spaß.
Natürlich freuen wir uns auch über einen Eintrag in das Gästebuch.
Gerne geben wir auch Ratschläge zur Organisation einer solchen Individualreise weiter.

Elgin und Roland