Brunei Darussalam-Reisebericht :Völlig verrückt - wir machen es trotzdem....

Brunei und Labuan 26.08. - 29.08.2013

Wir verliessen Malaysia, dieses Mal um nach Brunei Darussalam zu fahren. Es liegt zwischen den beiden Staaten Sarawak und Sabah auf Borneo, somit auf unserer Route nach Sabah.
Mit dem Bus von Miri aus gut zu erreichen, gönnten wir uns in diesem Fall einen etwas teureren Bus, so dass wir nicht mehrmals umsteigen mussten.
Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt, aus Malaysia raus, mit Gepäck nach Brunei hinein. Bei der Zollkontrolle wurden wir nur gefragt ob wir Zigaretten oder Alkohol dabei hätten, hatten wir beides nicht, also einfach weitergehen.Die Einfuhrbedingungen sind diesbezüglich recht strikt.
Ankunft in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan, die Stadt machte einen sehr ruhigen, gemächlichen Eindruck. Es sah alles sehr gepflegt aus, es gab schon auf den ersten Blick einige Moscheen zu sehen und es war sehr heiß hier.
Brunei gilt als vergleichsweise teuer,die Währung ist an den Singapur Dollar gebunden, er wird hier auch als Parallelwährung akzeptiert, die Preise sind daher recht ähnlich denen in Singapur. Wir hatten uns für die örtlichen Verhältnisse eine recht günstige Unterkunft aus dem Internet als erste Anlaufstelle herausgesucht, die aber bewertungstechnisch als grottenschlecht beschrieben wurde. Auch hier flossen unsere bisherigen "Zimmerabenteuer"in unsere Vorauswahl ein.Nach so vielen topbewerteten Unterkünften die sich nach Besichtigung als Komplettnieten herausstellten , liessen wir es dieses Mal darauf ankommen und riskierten einen Blick in dieses abschreckend bewertete Etablissement.
Als wir ankamen, waren noch Zimmer frei, und angenehme Überraschung, es war gar nicht so schlecht. Asiatisch sauber, grosses Zimmer, Dusche und Toilette funktionierten, reichte völlig aus.
Routinemäßig wollten wir zuerst zur Touristen-Information gehen und die war schwer bis gar nicht zu finden. Wir fragten herum, jeder schickte uns woanders hin , letztendlich fanden wir ein Informationsbüro im gleichen Gebäude wie unser Hostel. Dort war man sehr nett und konnte uns mit allen nötigen Informationen versorgen.
Nun war Stadtbesichtigung angesagt, zuerst fuhren wir mit dem Bus zur größten und bekanntesten Moschee, der Jame Asr Hassanil Bolkiah Moschee. Ein beeindruckendes Gebäude welches unglaubliche Menschenmasssen fassen kann. Das sahen wir schon an dem riesigen Parkplatz und anschließend an den langen Gängen wo Gläubige ihre Schuhe abstellen konnten.
Wir wollten auch wieder mit dem Bus zurück fahren, als ein Auto hielt und man uns fragte ob wir mitfahren wollten.Auf Olivers Frage ob er uns so einfach mitnehmen wollte ,kam die Antwort :Ja Klar ,steigt ein.

Warum nicht, hatten wir in Malaysia ja auch schon öfters gemacht. Der nette Mann fuhr kreuz und quer durch die Stadt und zeigte uns diverse Sehenswürdigkeiten. Wir sagten ihm mehrmals, er kann uns jetzt ruhig aussteigen lassen, doch er meinte immer nur, er zeigt uns gerne noch ein paar interessante Dinge seiner Stadt. Letztendlich stiegen wir aus, und unsere nette Mitfahrgelegenheit verlangte 20 Dollar. Böse Falle, er machte plötzlich einen auf "Privattaxi",mit dem kleinen Haken ,dass er dies bisher mit keiner Silbe erwähnt hatte.Da hatte er uns berechnender Weise eiskalt erwischt. Unsere "Abzockantennen" waren aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen in Malaysia "out of order".Olivers Halsschlagadern schwollen sichtbar an. Er gab ihm 5 Dollar, für "seine unaufgeforderten Bemühungen" und wir verliessen mit neu geschärften Sinnen (Antennen waren wieder in Betrieb) unser "Brunei Privat-Taxi".Wir hätten es darauf ankommen lassen können gar nichts zu zahlen (Oliver hätte es gerne ausprobiert),letztendlich wäre es unnötiger Stress mit ungewissem Ausgang geworden.Der Fahrer zog noch einen "Flunsch" und brauste davon.
Trotzdem genossen wir den Rest des Tages und besuchten noch das "Watervillage Kampong Ayer".Ein grosses Dorf ,mitten im Brunei River, nur auf Stelzen gebaut,Heimat für mehr als 30.000 Bewohner.Hier sind über 40 Dörfer zusammengewachsen ,verbunden durch 36 km Holzstege,mit eigener Infrastrucktur,wie Restaurants, Schulen,Moscheen und sogar einem Krankenhaus. Wir verbrachten gut 3 Stunden ,liefen kreuz und quer, überquerten immer wieder kleine Brücken die uns in neue Dorfteile führten.In den Kanälen zwischen den Hütten brausen ständig Boote mit einem "Affenzahn" hindurch.Beladen mit Einwohnern, Waren etc,etc.
Toll beleuchtet und sehr schön war abends die Omar Ali Saifuddin Moschee, beeeindruckend das steinerne Schiff davor.
Es gab noch einen schönen grossen Markt am Fluss, sicher interessant wäre auch der Palast gewesen, da kommt man jedoch nicht hinein. Es ist der grösste Palast der Welt (Schätzungen über den Wert dieser Immobilie belaufen sich auf 600.000.000 $ -inklusive der hauseigenen Formel -1 Rennstrecke- man gönnt sich ja sonst nichts) und man kann bis zum Eingangstor fahren, sieht dann das Tor oder vom anderen Flussufer aus kann man einige Dächer der Gebäude sehen.
Damit hatten wir schon alles Sehenswerte der Hauptstadt gesehen, die Museen haben wir dieses Mal ausgelassen, weil wir deshalb nicht noch einen Tag länger bleiben wollten.

Am nächsten Tag verliessen wir Brunei mittels Schnellboot mit dem Ziel Labuan Island.Zu Malaysia gehörend, eine Freihandelszone und ein guter Zwischenstopp auf dem Weg nach Sabah.
Mit dem öffentlichen Bus von Bandar Seri Begawan fuhren wir zur Fähranlegestelle, die Fahrt dauerte länger als geplant, und so konnten wir gerade noch die letzte Fähre nehmen.
Wir waren zwar 3 Stunden vor Abfahrt dort, aber niemand mehr am Kartenschalter. Zwei schon wartende chinesische Reisende sagten uns, dass ungefähr eine Stunde vor Abfahrt der Schalter wieder öffnet.
Es gab dort ein kleines Lokal, die Bedienung schlief gerade (eigentlich nichts Besonderes,oft in Asien gesehen und doch immer wieder schön,besonders wenn man bedenkt ,wie ein deutscher Arbeitgeber an Mann/ Frau in solcher Situation "EXPLODIEREN" würde - P.s. haben sogar einmal einen Mann schlafend auf einer langsam fahrenden Straßenwalze gesehen- ja,kein Scherz!! ) und so holten wir uns etwas später einen Kaffee. Wenn man schon nicht viel zu tun hat, sollte man es wenigstens ausgeruht tun.
Nach der Schnellbootfahrt sind wir gewohnt tiefgekühlt in Labuan angekommen, die Zimmersuche gestaltete sich hier etwas schwierig. Es gab nicht soviel Auswahlmöglichkeiten und für die Ausstattung waren die Zimmer relativ teuer.
Realistisch gesehen, hatte Labuan nicht allzuviel zu bieten. Es gab ein paar nette Strände (haben wir nur im Vorbeifahren gesehen ), Hauptanziehungspunkt ist wahrscheinlich der Status als Freihandelszone.
An Sehenswürdigkeiten ist am berühmtesten ein grosser ,nie benutzter Schornstein, von dem keiner so genau weiss warum es ihn eigentlich gibt.Ihm wurde vot Ort sogar ein kleines Museeum gewidmet Wahrscheinlich ist es ein Relikt aus Zeiten des Kohlebergbaus. Am Schornstein trafen wir ein paar Leute die auf Labuan für die Ölindustrie arbeiteten, sie konnten uns auch nichts zum geheimnisvollen Schornstein sagen. Aber es ist ja auch nett nicht alles zu wissen, und ein riesiger Schornstein auf einer Insel nahe Borneo ist irgendwie positiv kurios. Jedenfalls waren die Leute erstaunt, Touristen zu treffen und meinten, das sähen sie auch nicht alle Tage hier. Schien zu stimmen, auf unserem Rückweg trafen wir auf eine Gruppe Angestellter vom Tourismus Ministerium die Bilder für die anstehende Unabhägigkeitsfeier machten.
Überall war schon für das Fest geschmückt und sie fragten uns, ob wir uns für ein Gemeinschaftsbild für ihre Facebook-Seite ablichten lassen würden, na klar,da hatten alle Beteiligten ihren Spass.
Anschließend haben wir uns noch einen Besuch im Vogelpark gegönnt, klein aber fein. Hier flogen die Vögel frei in ihren Volieren herum und waren deshalb nicht immer unbedingt einfach zu entdecken. In Käfigen (leider) sahen wir hier zumindest d e n Vogel Malaysias schlechthin, den Nashornvogel (Hornbill). Dabei stellten wir fest als wir ihn hörten, wir hatten ihn bei unseren Dschungel- Trekkingtouren schon oft gehört, aber leider nie erspähen können.
Als wir zurückfahren wollten, setzte langsam aber sicher ein Gewitter mit Regen ein. Kurz bevor es richtig heftig wurde, kam zum Glück ein Minibus der uns aufgriff. Während der Fahrt stiegen letztendlich mindestens doppelt soviel Leute zu als Sitzpätze vorhanden waren. Auf den Zweiersitzen sassen drei bis vier Leute, der Rest hockte direkt an der Tür wo keine Sitze mehr waren.Aber so kann man sich auch näher kommen. Es war eine lustige und unterhaltsame Fahrt. Wir fuhren noch einen kleinen Feldweg hinein, hielten an einer kleinen Hütte, dort hatte der Fahrer anscheinend noch etwas privat mit jemandem zu besprechen. Zeit spielte wie so oft keine Rolle.
Weniger gelassen war ich, als am nächsten Tag plötzlich der Bildschirm von meinem Smartphone schwarz wurde. Bei normalem Gebrauch plötzliche Dunkelheit. Die Tastentöne waren noch zu hören, aber nichts mehr zu sehen. Meine ganze Hoffnung auf "Heilung" ruhte nun auf Kota Kinabalu, der Hauptstadt von Sabah, unserem nächsten Ziel. Dort sollte es eine Samsung Filiale geben.

Busterminal in Miri,Warten auf den Bus nach Brunei

Busterminal in Miri,Warten auf den Bus nach Brunei

Der Bus war da, jetzt konnte es weitergehen

Der Bus war da, jetzt konnte es weitergehen

In Brunei fuhren wir mit dem Bus zur Jame Asr Moschee, originell öffnete und schloss man die Türen selbst mit Hilfe der gut zu ekennenden Strippen

In Brunei fuhren wir mit dem Bus zur Jame Asr Moschee, originell öffnete und schloss man die Türen selbst mit Hilfe der gut zu ekennenden Strippen

Die Jame Asr Moschee sah schon schön aus mit ihren vielen Türmen und Kuppeln

Die Jame Asr Moschee sah schon schön aus mit ihren vielen Türmen und Kuppeln

Ins Innere führten grosse geschwungene Treppen

Ins Innere führten grosse geschwungene Treppen

Es gab riesige Aufbewahrungshallen für die Schuhe der Gläubigen, die vor Betreten der Moschee ausgezogen werden müssen

Es gab riesige Aufbewahrungshallen für die Schuhe der Gläubigen, die vor Betreten der Moschee ausgezogen werden müssen

Eines der imposanten Tore

Eines der imposanten Tore

Die Omar Ali Saifuddin Moschee bei Tag......

Die Omar Ali Saifuddin Moschee bei Tag......

.....und bei Nacht von der anderen Seite mit dem davorliegenden grossen Schiff aus Stein

.....und bei Nacht von der anderen Seite mit dem davorliegenden grossen Schiff aus Stein

Über den Fluss konnten wir einen Blick auf den Königspalast erhaschen

Über den Fluss konnten wir einen Blick auf den Königspalast erhaschen

Besuch des Kampong Ayer, weltweit eines der grössten und ältesten Wasserdörfer

Besuch des Kampong Ayer, weltweit eines der grössten und ältesten Wasserdörfer

Taxiboote fuhren mit einer unglaublichen Geschwindigkeit zwischen den Stelzenhäusern herum

Taxiboote fuhren mit einer unglaublichen Geschwindigkeit zwischen den Stelzenhäusern herum

Es gab auch ein regelrechtes Neubaugebiet

Es gab auch ein regelrechtes Neubaugebiet

An den vielen Haltestellen für die Taxiboote konnte man sich wieder in die Stadt übersetzen lassen

An den vielen Haltestellen für die Taxiboote konnte man sich wieder in die Stadt übersetzen lassen

Das gehörte leider auch dazu

Das gehörte leider auch dazu

Schon ging es wieder weiter, auf die zu Malaysia gehörende Insel Labuan

Schon ging es wieder weiter, auf die zu Malaysia gehörende Insel Labuan

Blick auf den Labuan Square

Blick auf den Labuan Square

Erinnerungsdenkmal an den Kohlebergbau

Erinnerungsdenkmal an den Kohlebergbau

Der berühmte Schornstein, der aus Zeiten des Kohlebergbaus stammt, warum es ihn überhaupt gibt, darüber gibt es verschiedene Theorien

Der berühmte Schornstein, der aus Zeiten des Kohlebergbaus stammt, warum es ihn überhaupt gibt, darüber gibt es verschiedene Theorien

Dafür hatte der Schornstein ein eigenes Museum was über die Geschichte des Kohlebergbaus informierte

Dafür hatte der Schornstein ein eigenes Museum was über die Geschichte des Kohlebergbaus informierte

Anschließend ein Besuch des Vogelparkes, durchaus sehenswert

Anschließend ein Besuch des Vogelparkes, durchaus sehenswert

Wenigstens dort sahen wir einen Nashornvogel, im Gegensatz zu den verschiedenen Arten Nashornvögel die dort zu sehen waren, durften die anderen Vögel frei in ihren Volieren fliegen

Wenigstens dort sahen wir einen Nashornvogel, im Gegensatz zu den verschiedenen Arten Nashornvögel die dort zu sehen waren, durften die anderen Vögel frei in ihren Volieren fliegen

Fotoshooting mit Angestellten des Tourismus Ministeriums  für den bevorstehenden Unabhängigkeitstag, wir baten auch um ein Gruppenbild und alle waren glücklich

Fotoshooting mit Angestellten des Tourismus Ministeriums für den bevorstehenden Unabhängigkeitstag, wir baten auch um ein Gruppenbild und alle waren glücklich

Auf der Rückfahrt in die Stadt, war der Minibus bis zur Belastungsgrenze gefüllt

Auf der Rückfahrt in die Stadt, war der Minibus bis zur Belastungsgrenze gefüllt

© Manuela A., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir beginnen eine Reise (geplant) um die Welt und starten erstmal in Thailand. Der weitere Weg findet sich unterwegs, es gibt keinen festen Plan und das Ende ist hoffentlich noch in weiter Ferne
Details:
Aufbruch: Februar 2013
Dauer: 30 Monate
Heimkehr: August 2015
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Singapur
Brunei Darussalam
Indonesien
Hongkong
Australien
Laos
Kambodscha
Myanmar
Deutschland
Der Autor
 
Manuela A. berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.