Endlich ist es soweit. Rucksack packen und raus in die weite Welt.Fremde Kulturen kennen lernen.wunderbares Essen geniessen.Atemberaubende Natur.relaxen am Strand.Schnorcheln.In der Hängematte liegen und einfach nichts tun.Trekking Touren, Vulkane besteigen.und und und.Wir freuen uns riesig, obwohl uns der Abschied unserer Liebsten nicht leicht fällt.
Wir hoffen, dass ihr hier ein wenig an unserer Reise teilnehmen könnt.
Das Highlight einer Sulawesi Reise stellt eine Totenzeremonie dar.
Diese finden regelmaessig statt und wir konnten auch eine miterleben.
Ich habe schon vorher gelesen das Tiere dazu geopfert werden, wusste aber nicht, dass es so viele sind und wir gingen daher nichtsahnend mit unseren Fuehrer Anis dort hin.
Da es in der letzten Nacht geregnet hat, war der ganze Boden aufgeweicht und ein einziges Schlammbad.
Am Anfang versuchten wir noch moeglichst unversehrt am Ort anzukommen, was leider nicht klappte. Innert kurzer Zeit waren unsere Schuhe und Hosen voll Schlamm. Aenhlich sahen auch die anderen aus. Manche trugen Gummistiefel, andere gingen Barfuss.
Als wir die kleine Strasse zum Zeremonieplatz hoch spazierten begegneten wir bereits den ersten Schweinen, welche kreischend am Boden lagen und strampelnd wie wild sich zu befreien versuchten.
Dies nuetzte jedoch nichts, da sie an einem Bambusgestell angebunden waren.Da musste ich schon das erstem Mal leer schlucken.
Die Stimmung war ausgelassen und froehlich. Wir begaben uns in die Menge. Viele hunderte Menschen waren anwesend.
Als ich in die Arena blickte hatte ich meinen ersten Schock. Ein Bueffel lag gehautet am Boden, die Erde war Blutuebersaeht. Auch hier lagen mehrere Schweine am Boden, einige wurden durch Maenner in die Arena getragen und das laute Geschreie war eindringlich.
Marcel schaute mich an und mir schossen die Traenen in die Augen. Eigentlich wollte ich nur noch gehen,da ich das leiden der Tiere nicht weiter mit ansehen wollte. Doch ich riss mich zusammen und wir blieben. Schliesslich war es ein Fest und da war weinen nicht angebracht.
Nach einiger Zeit hatte ich mich auch schon etwas an das Geschreie gewoehnt und an die vielen Toten Tiere.
Wir schauten der Zeremonie ca 2h zu. Immer wieder kamen Frauen und Maenner mit Gaben wie Tee oder Gebaeck, drehten eine Runde um die Arena und bedienten die Gaeste.
Ein Mann kuendetet durch das Mikrofon an welche Schweine von welcher Familie gespendet wurden.
Um die Arena war durch mehrwochiger Vorbereitung mehrere Zuschauertribuenen aus Bambus aufgebaut worden, in denen man sitzen konnte.
Das Fest dauerte 5 Tage und die Menschen kommen zum Teil von weit her.
Anis erklahrte uns alles, stellte uns bei den Leuten vor und wir uebergaben unser Geschenk "Zigaretten" den engen Familienangehoerigen.
Hier eine Beschreibung zur Totenkult:
Die Toraja glauben an einen allmächtigen Gott der die Welt und die Menschen erschuf, daher war es einfach sie zum Christentum sowie zum Islam zu bekehren. Neben diesem Gott existieren für die Toraja jedoch auch Geister (dewata), die Seelen Verstorbener, die jedes Wesen und jeden Gegenstand ihrer Umwelt beseelen. Diese Geister nehmen Einfluss auf das Leben ihrer Nachkommen und müssen durch Opfergaben ständig bei guter Laune gehalten werden. Als Opfer für die Geister sind Hühner und Schweine ausreichend, für puang matua den allmächtigen Gott jedoch müssen Stiere geopfert werden.
Durch diesen animistischen Glauben und die Ahnenverehrung hat sich bei den Toraja eine besondere Form des Totenkultes entwickelt. Stirbt ein Toraja so muss seine Seele nach dem Glauben der Toraja so lange als Geist auf der Erde verweilen bis die Totenriten vollzogen wurden. Bei den Totenfeiern werden von den Angehörigen zahlreiche Büffel und Schweine geopfert. Durch möglichst umfangreiche Opfer soll sichergestellt werden dass der Tote Eingang in den Himmel der Toraja (puya) erhält. Sind die Angehörigen nicht in der Lage eine angemessene Totenfeier auszurichten, so wird der Verstorbene vorläufig einbalsamiert im Hause der Familie aufbewahrt. Dieses kann je nach dem Umfang der Totenfeier, der von der Kastenzugehörigkeit des Verstorbenen abhängt, einige Monate und manchmal sogar Jahre dauern.