Anmeldung:
Nach 10 Monaten grauem England geht es nun für ein langersehntes Jahr nach Australien. Von Frankfurt über Hongkong nach Sydney auf in's Abenteuer.
Reisebericht-Extras:
|
|
|
zum Gästebuch dieses Reiseberichts |
Bali
03.11.08 - 17.11.08
Der Abschied von Brisbane fiel uns letzendlich schwerer als vorerst gedacht. Selbst auf der Fahrt zum Flughafen mit Destination "3 Monate Urlaub" holte uns das Fernweh nicht im geringsten ein. Aber alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei. So zogen wir mit dem Flieger ne letzte Runde ueber unsere temporaere Heimat und dann ab Richtung Ferien.
4 Stunden von Brisbane nach Darwin mit Virgin Blue waren recht angenehm, was wohl mehr an dem Unterhaltungsystems lag, was man gegen einen kleinen Aufpreis dazukaufen kann (Ein letztes mal TV musste schon sein). Darwin begruesste uns 0.30 Uhr mit ca 29 Grad und Regen. Das es in Darwin verdammt heiss sein soll, hatten wir schon oft gehoert. Nach ner kurzen Nacht im Hostel erfuhren wir, wie heiss "verdammt heiss" wirklich ist. Mind. 35 Grad gepaart mit ner extrem hohen Luftfeuchtigkeit konnten den Schweiss nicht mal im Schatten stoppen. Da konnte nur n klimatisiertes Shoppingcenter Abhilfe verschaffen. Gluecklicherweise haben Dank dieser Temperaturen noch nicht soviele Leute das absolute Lebensglueck in Darwin gefunden, so dass die Stadt mit 70 000 Einwohnern eher beschaulich ist, und man nach ner Stunde fertig ist mit schwitzendem Sightseeing.
Montag morgen hies es dann frueh raus aus dem Bettlaken und mit Garuda Indonesia Airways ab nach Bali.
Bali liegt ca. 2 ½ Flugstunden nord-westlich von Australien und gehoert mit einer Flaeche so gross wie das Saarland zu den kleineren Inseln Indonesiens.
Ankunft sowie Abholung vom Flughafen verlief reibungslos auch wenn wir ueber die 50$ Steuergebuehr fuers Visa nicht ganz gluecklich waren. Dafuer gabs ne huebsche Blumenkette zur Begruessung um den Hals. Fuer die ersten 5 Naechte hatten wir uns ein Zimmer im Novotel Benoa im Sueden von Bali auf der Halbinsel Bukit vorgebucht. Die ersten Tage sollten der Entspannung und Erholung dienen. In dieser wunderschoenen Anlage mit sehr comfortablem Zimmer, sehr leckerem Fruehstuecksbuffet, 3 Pools, tollem Service und romantischem
Abendessen am Strand lies es sich wirklich gut leben. Wie hoer ich jetzt schon meine Mutti sagen? "Ihr muesst ja Geld haben!" Falsch! Es ist einfach sehr guenstig hier. Fuer ein wirklich gutes und saettigendes Abendessen mit Getraenken haben wir in einem 4Sterne Hotel nicht mehr als umgerechnet 18Euro fuer 2 Personen bezahlt. Ausserhalb der Hotelanlagen wird es natuerlich noch guenstiger. Doch die Angst vor dem beruehmten "Bali Belly" (Magenverderben) hat uns unserer Abenteuerlust in Sachen Essen etwas verdorben. Vorsicht ist geboten doch mittlerweile waren wir in vielen Restaurants essen und noch steht der Magen
Auf Bali spielt das Essen an sich keine grosse Rolle, so dass es in der Variation und Vielfalt etwas eintoenig zugeht. Trotzalledem schmeckt Balinesische Kueche sehr gut auch wenn manches nicht danach riecht. Doch die Klassiker Nasi Goreng (gebratener Reis) und Mi Goreng (gebratene Nudeln) ziehen immer.
Das Hotel hatte ne einstuendige Fahrradtour ins nahegelgene Dorf angeboten, bei dem wir ausser einen kleinen Einblick in das Leben der Balinesen auch noch eine eher unschoene Fuehrung durch einen selbstgemachten Zoo der Dorfbewohner erhalten haben. Das waere ein Fall fuer Greenpeace und WWF. Da wir nicht unhoeflich sein wollten, haben wir ein paar Tiere, die sie uns angeboten haben, in die Hand genommen, n paar Bilder geschossen und dann wieder ab aufs Bike. Die Armen Dinger!
Um auf der Insel rumzukommen ist der sicherste Weg ein Taxi. Die stehen ueberall samt Fahrer an jeder Ecke und machen mit ihrem wiederholendem "Taxi?", "Transport?", "Driver"? auf sich aufmerksam. Nervig, vorallem wenn ein balinesischer Fahrradfahrer dir dieses Angebot unterbreitet. Wir sind 2 ausgewachsene Europaer - wo will er uns denn auf seiner Kiste plazieren? Doch nach 4 Tagen nichtstun waren die Hummeln im Po besonders aktiv, sodass wir uns einen Fahrer mit Taxi fuer ein paar Stunden gemietet haben. Das kostet um die 30 - 40 Euro haengt davon ab, wie lange und wo hin. Wir wollten ein paar Highlights im Sueden der Insel sehen und sind deshalb zum Tanah Lot Tempel, Ulu-Watu Tempel und Dreamland Beach gefahren.
Das kleine Heiligtum Pura Tanah Lot, das auf einem bei Flut von der Brandung umschaeumten Felsenriff trohnt, ist besonders bei Sonnenuntergang einer der meistbesuchtesten Tempeln Balis. Das Wetter an diesem Tag war nicht in bester Laune, sodass sich statt toller Kulisse eher Weltuntergangsstimmung breit machte. Trotzdem sehr nett anzusehen. Am spaeten Nachmittag fuehren wir zu Balis schoenstem Strand. Dazu muss gesagt werden, dass man fuer einen Badeurlaub am Strand eher ein anderes Land aufsuchen sollte, denn wirklich schoene Straende, wie man es vielleicht in diesen Breiten erwartet, gibt es nicht. Umso erstaunter waren wir ueber Dreamland Breach. Qualitaet des Sandes und Farbe des Wassers erinnern wirklich an ein Traumland. Allerdings neigen Balinesen dazu auf der Jagd nach dem grosem Geld ihre naturgegebenen Schoenheiten eher zu verunstalten als zu erhalten, sodass Bauruinen und Muell den Hintergrund des Strandes schmuecken.  Kurz vor Sonnenuntergang ereichten wir den Felsentempel Ulu-Watu direkt an der Steilkueste, welcher ebenfalls bei Sonnenuntergang ein besonderes Highlight ist. Da die Wolken sich jedoch vor die Sonne schoben, war vom Untergang nicht viel zu sehen. So dass wir uns statt des Tempels einen der beruehmtesten Taenze angeschaut haben. Eine Mischung aus Theater, balinesischem Tanz und Meditation bilden den Kecak-Tanz, auch Affentanz genannt. In der Dunkelheit gings dann zurueck zum Hotel.
Nach 5 Tagen Erholung und gutem Essen ging es nach Ubud, ins Landesinnere. Ubud ist ca. 44 km von Benoa entfernt und man braucht ganze 1 ½ Stunden fuer diese Strecke. Den Verkehr und vorallem die Entfernungen auf Bali sollte man nicht unterschaetzen. Die Strassen sind eng, einspurig, an vielen Stellen in schlechter Kondition und stets dichter Verkehr.
Ubud bildet das Zentrum der balinesischen Kunst und des Kulturlebens. Schon einige Kilometer vor Ubud geben sich zahlreiche Galerien und Souvenierlaeden die Hand. Wer eine neue Inneneinrichtung sucht ist hier genau richtig. Kunsthandwerke aus Holz, Stein, Metall und Glass, sowie Malerein erfreuen hier das Kuenstler Herz. Fuer unseren Aufenthalt haben wir uns im Guci-Guesthouse eingebucht, welches von Ulli, einer Deutschen und ihrem Mann Nyoman seit 20 Jahren liebevoll gefuerht wird. Da alle 3 Bungalows belegt waren, haben sie uns eine der Doppelhaushaelften fuer 25 euro pro Nacht incl. Fruehstueck angeboten. Wirklich wahnsinnig gemuetlich! Da unser Schlaf- und Wohnbereich ne Art ueberdachten Terasse darstellt, muss man sich an die Geraeusche der tierischen Mitbewohner und Nachbarn erst gewoehnen. Hahn und Hund kennen keine Uhrzeit so dass sie auch in der Nacht ordentlich rum kroelen. Ubud und seine Umgebung ist auch fuer seine wunderschoenen und saftig gruenen Reisterassen bekannt. Wir haben einen Tag lang die Unendlickeit dieser Landschaft zu
Fuss erkundet.Das Wetter auf Bali ist stets warm bis heiss mit einer verdammt hohen Luftfeuchtigkeit. Die absolute Schwitzgarantie ist hier somit auch bei absolutem Nichtstun gegeben. Doch wie auch im Norden Australien beginnt ab Anfang November die Regenzeit auf Bali. Die kleine Abkuehlung durch Regen und Wolken tut in den Spaeten Nachmittagstunden besonders gut. Doch bei unserem Spaziergang sollte dies nicht der Fall sein, so dass wir mehr als 4 Stunden in der gluehenden Hitze durch die endlos gruene Landschfat maschierten. Wie aus dem Nichts tauchte auf unserem gottverlassenem Weg ploezlich ein balinesischer Bauer mit ca nur noch nem halben Auge aus dem Gestruepp auf , der sich wie ein Kind ueber die Kokosnuesse freute, die er doch grade fuer uns vom Baum geholt hatte. "ei kleimb de trie" , "ei kleimb de trie", "eat coconut", "for you" - wie ein Duracell Hase schlug er die Kokusnuesse fuer uns auf und lud uns auf ne Milch ein. Alles ganz nett bis zu dem Punkt als er die Hand raus streckte und Moneten sehen wollte. Gut - hier damit du dir die andere Haelfte deines Auges kaufen kannst: 20 000 indonesische Rupie (ca 1,80euro) . nicht genug fuer unser kleines Rumpelstielzchen. Da wurde geflucht, mit der Hand klar gemacht das er mehr Knete sehen will, und wuetend mit den fuessen gestampft. Wir haben uns angeguckt, mit dem Kopf geschuettelt und sind weiter gegangen. Dreistes Ding! Das Leben auf Bali ist verdammt einfach, gekocht wird noch ueberm Feuer, Strom und fliessend Wasser gibt es erst seit ein paar Jahren, und das taeglich Brot wird sich in den meisten Faellen noch durch die Landwirtschaft erarbeitet.Jeder hat zu kaempfen. Natuerlich ist da jeder Urlauber verkleidet als dickes Geldbuendel gerne gesehen. Doch wie unsere Guesthouseleiterin Ulli schon sagte "wir sind ja nicht hier um alle zu retten"
Bungeejumping und Fallschirmspringen koennen einpacken, wir haben den neuen Adrenalinsport gefunden: mit dem Motorroller auf Balis Strassen. Balinesen folgen der Religion des Hindu-Darma (Form des Hinduismus) und glauben somit an die Wiedergeburt. Das sollten sie auch bei der Fahrweise!!! Verkehrsregeln sind hier ungeschriebene Gesetze und ich moechte meinen dass nur wenige die Fahrschule besucht haben. Die Devise: der Staerkere gewinnt! Das Hauptverkehrsmittel auf Bali ist der Motorroller und den faehrt hier Hinz und Kunz. Mitfahreranzahl und Groesse des Transporgut sind hier keine Grenzen gesetzt. Chaos pur und wir mitten drin!!! Fuer umgerechnet 5 Euro haben wir so ein Teil fuer einen Tag ausgeliehen. Anhand des Strassenplans hatten wir uns ein paar Ziele ausgesucht, die wir aber an diesem Tag nicht erreichen sollten. Von Strassenschildern war keine Spur so dass wir schnell aufegeben haben und einfach in der Gegend rumgebrettert sind. Nach mehr als 4 Stunden rumfahren ohne Pause war nicht nur mein Steissbein abgebrochen sondern wir auch ganz schoen aus der Puste. Doch wir haben ueberlebt, auch wenn es manchmal ganz schoen knapp war
Um einen etwas groesseren Einblick in das Leben der Balinesen zu erhalten haben wir ne Fahrradtour mitgemacht, die ueber Schleichwege durch mehrere Doerfer fuehrte wo uns das Leben fern ab vom Tourismus erklaert wurde. Bali ist vulkanischen Ursprungs, die riesige Bergkette im Norden der Insel ist bis heute noch aktueller Zeuge davon. Ausgangspunkt der Tour bildete Mt. Batur, der 3. groesste Berg/Vulkan der Insel. Bei einem Fruehstueck konnten wir einen wunderschoenen Ausblick ueber Mt. Batur (1717 m) und dem angrenzenden Lake Batur, sowie den in Wolken gehuellten Mt Agung (3142m) , dem hoechsten Berg Balis, geniessen. Nach nem Besuch auf ner Obst und Kaffeplantage, auf der neben vielerlei Wissenswertes auch ne Menge Koestliches geboten wurde, ging es auf die Raeder und 3 Stunden bergab Zwischendurch wurde immer wieder halt gemacht um noch mehr Wissen frei zugeben.
Religion und Tradition wird bei den Menschen von der Wiege auf gross geschrieben und bestimmt das Leben der Balinesen. Nicht umsonst wird Bali auch als Land der Goetter und Daemonen bezeichnet. Zeuge dafuer sind die mehr als 20 000 Tempel und die zahlreichen religoesen Feste, die man ueberall antrifft. Den Pura Taman Ayun, Balis 2. groessten Tempel und den Pura Luhur Batukau am Fusse des Mt. Batukaus haben wir uns auf einer weiteren Taxifahrt angesehen. Ziel des Ausflugs sollte eigentlich der wunderschoene Lake Bratan im Norden der Insel werden, doch nach ner holprigen Fahrt ins Hochland praesentierte sich die Landschaft in einem ungemuetlichen grau in grau und es goss aus Tonnen. Schade, aber da kann man nichts machen, ausser wieder zurueck in die Schoen-Wetter-Gegend fahren.
Nach 6 Tagen schwitzen und erleben in Ubud ging es wieder zuruech nach Benoa auf die Halbinsel im Sueden. dort wartete bereits ein nettes Zimmer im Ramada Benoa Hotel auf uns. Hier lassen wir es uns die letzten Tage mit Pool noch mal so richtig gut gehen, und geniessen seit neustem neben der vielen Sonne auch das Tennisspielen am Abend! 
Bali ist einzigartig, in manchen Doerfern scheint es, als ob die Zeit stehen geblieben ist, trotz Armut sind die Menschen ueberaus freundlich, Kinder kommen auf die Strasse gerannt und begruessen jeden mit einem laechelndem "Hello" und sind immer fuer ne Runde High-five zu haben, das fast verschwenderische Gruen der Reisterassen und Waelder, die grosse Teile Balis bedecken, zahlreiche mystischen Tempel, die sich in die Landschaft fuegen, hunderte von kleinen Opfergaben, die jeden Tag von den balinesischen Frauen auf die Gehwege und vor die Haueser gestzt werden, der Duft der Raeucherstaebchen liegt haeufig in der Luft! Fern ab von den Touristengebieten hat Bali noch sein urspruengliches Gesicht bewahren koennen und ist wirklich sehenswert!
Reiseberichte suchen:
