Indonesien-Reisebericht :Renate's Weltreise

Einen Monat in Bali

Mai 2004
Nach weiteren zwei Wochen BKK gehts nun in das erste Land ausserhalb Thailands. Flugkosten nach Denpasar ab BKK ca. 200 Euro.
In Bali gelandet wollte ich die erste Nacht direkt in Denpasar bleiben und danach gleich weiter Richtung Norden. Die Taxifahrer wollten aber alle nach Kuta, es sollte auch billiger sein dorthin zu kommen als nach Denpasar!? Also liess ich mir auf der Karte zeigen, wo wir uns befinden und da wurde es klar: Der Flughafen Denpasar ist unterhalb von Kuta. Koennen die dann nicht Flughafen Kuta schreiben? ....

Wie der Reisefuehrer versprochen hatte erzaehlten uns die Taxifahrer am Flughafen, dass die oeffentlichen blauen Busse nicht in die Naehe des Flughafens kaemen und als ich im Vertrauen auf meinen Reisefuehrer trotzdem Richtung Strasse weiterging riefen sie mir hinterher: "Da wartet ihr aber Stunden!" Gott sei Dank hatten wir Glueck und es kam direkt ein blauer Minibus vorbei als wir auf der Strasse standen Es war auch gut zu wissen, wieviel das "Bemo" kosten darf, da man sonst schon mal gerne das 10-fache vom normalen "Touristen-Preis" gesagt bekommt.

Bei der Zimmersuche wurde uns erzaehlt, dass das Gaestehaus, nachdem wir suchen nicht mehr existiert. Nach der langen erfolglosen Suche sagte ich mir, dass es keinen Sinn macht weiter Leute zu fragen, da alle versuchen, "ihr" Guesthouse zu vermitteln.

Nach drei Tagen relaxen und "eingewoehnen" geht es jetzt weiter Richtung Ubud.

Die Bilder die sich unterwegs bieten koennten Maerchen entsprungen sein. Gnome und Geister an jeder erdenklichen Stelle. Fast jeder Garten hat einen eigenen kleinen Tempel, von Pflanzen umrankt, vor allen Eingaengen der Haeuser liegen kleine Opfergaben, die die Geister besaenftigen sollen. Dazu werden kleine Bananenblaetter mit Reis, Blueten, guten Dueften und sonstigem gefuellt, sogar wir hatten morgens zwei Paeckchen vor dem Bungalow liegen.

Bei all dem Ueberfluss von Pflanzen und der kulturellen Praesenz ist es kein Wunder, dass sich hier Kuenstler aus aller Welt niedergelassen haben. Es scheint, man braucht nur den Ausloeser der Kamera zu druecken und hat automatisch ein gutes Bild.

Bruecke bei Ubud

Bruecke bei Ubud

Die Gegend Ubuds laesst sich gut mit dem Rad erkundigen und so bekomme ich Gelegenheit zu pruefen wieviel "Sportlichkeit" noch in mir steckt nach den vielen Monaten ohne regelmaessige Bewegung.

Um dem Hauptverkehr auf der Strasse zu entgehen entschied ich nach einer Weile quer ueber die Reisfelder zu fahren, denn wenn das die Balinesen mit ihren Mopeds koennen, muss es mit dem Rad ja auch gehen.

Reisfeld bei Ubud

Reisfeld bei Ubud

Mal von der Strasse weg, laesst sich auch die Umgebung besser geniessen, die Balinesen scheinen nach Intuition zu fahren, kurz zuvor raste ein Lastwagen an uns vobei, der dann in der naechsten Kurve einen anderen Lastwagen ueberholt hat der selbst nicht langsam fuhr. Das lenkt schon mal den Blick fuer die Schoenheit die sich ringsum bietet ab.

Reisfeld II bei Ubud

Reisfeld II bei Ubud

Am naechsten Tag geht es in den Affenwald in Ubud. Erst dachte ich, das ist mir zu touristisch, der Ausflug hat sich aber gelohnt, da die Affen da wirklich zu leben scheinen und keine Zaeune verhindern, dass sie das Weite suchen.

Der Park mit all seinen alten Riesenbaeumen hat etwas mystisches wie die Bilder unten zeigen:

Affenwald in Ubud

Affenwald in Ubud

"Wir", das ist Saeng Tien und ich. Er ist mit ein Grund, dass ich von Thailand so schnell nicht weiterkam und jetzt sind wir zusammen in Bali.

Sang Tien siniert im Affenwald

Sang Tien siniert im Affenwald

Beim Bilderschiessen kam mir dieser Steinaffe vor die Linse und erst bei naeherem Hinsehen wurde mir bewusst, was er da in der Hand hat...

Affenwald Ubud

Affenwald Ubud

Am Ende dieser Treppe geht man direkt durch einen Baum durch

Treppe im Affenwald

Treppe im Affenwald

Da meine Erfahrung mit Lianen gezeigt hat, dass sie halten schaukle ich ein bisschen auf einer, nicht ohne mich vergewissert zu haben, dass kein grosses Affenmaennchen in der Naehe ist, dem ich evtl. den PLatz streitig machen koennte...

...was die Affen koennen...

...was die Affen koennen...

Tags darauf soll in der Naehe eine Zeremonie stattfinden und so mieten wir nochmal ein Rad um mit "dabei" zu sein.

...jetzt sind die dicken Waden mal zu was gut...

...jetzt sind die dicken Waden mal zu was gut...

Nach zwei Stunden "radeln" sind wir in dem Ort wo die Zeremonie stattfinden soll und trotz grosser Hitze bin ich froh mit dem Rad dazusein, da der Verkehr durch die endlose Schlangen von Menschen ziemlich zum Erliegen gekommen ist.

Fuer die Zeremonie gewappnete Balinesinnen

Fuer die Zeremonie gewappnete Balinesinnen

Das naechste Ziel ist Bedugul. Ausser einem netten Markt scheint es hier nicht viel zu geben. Wir sind die einzigen im Guest-House und abends die einzigsten im Restaurant. Die Bombenanschlaege in Kuta, bei denen sehr viele Touristen ums Leben kamen scheinen noch immer nachzuwirken. Nach der Ankunft gingen wir in einen angelegten Park bei Bedugul und "fanden" den folgenden Daemonen:

Daemone in einem Park in Bedugul

Daemone in einem Park in Bedugul

Nach all der Waerme der letzten Monate empfinde ich es hier als ziemlich kuehl, Bedugul liegt etwas hoeher und wer die Sonne sehen will, muss frueh aufstehen, da sich danach der Himmel mit Nebel zuzieht.

Laut Reisefuehrer der am meisten fotografierte Tempel in Bali. Um "Sonnenbilder" zu bekommen, haette ich morgens sehr frueh aufstehen muessen aber nach der kalten Nacht zog ich es vor laenger im warmen Bett zu bleiben.

Auf dem See konnte man auch Jetski mieten, was ich gerne gemacht haette, da es sonst nicht viel zu tun gab doch der "Touristenpreis" war dermassen hoch, dass ich davon Abstand nahm. Im Nachhinein erfuhr ich, dass Balinesen nur ein Zehntel zahlen, was mir als "der letzte Preis" angeboten wurde und ich verstehe nicht, dass der Typ mit den Jetskies lieber auf das Geschaeft verzichtet hat, als einen vernuenftigen Preis zu nennen.

Tempel auf dem Wasser in Bedugul

Tempel auf dem Wasser in Bedugul

Wir lernten eine kleine Gruppe von Balinesen kennen und schlossen uns ihnen an um mit dem Boot zu dem Tempel zu gelangen und dort an Land wollte ein Typ unbedingt seine Schlange um jemanden legen. Da sich keiner traute, hab ich mir ein Herz gefasst und war ueberrascht wie anders es sich anfuehlt als ich mir das immer vorgestellt hatte.

...ist ja gar nicht so schwer...

...ist ja gar nicht so schwer...

Ein Bekannter fand Lovina Beach so schoen und so wollte ich das mir auch ansehen. Dort angekommen wurde erst mal nach einer netten Unterkunft zu einem vernuenftigen Preis geschaut und die Art wie massiv die Leute versuchen dich fuer "ihre" Gaesthaeuser anzuwerben macht klar, dass auch sie unter den Nachwirkungen des Terroranschlages zu leiden haben.
Es ist fuer mich so schon immer der schlimmste Teil der Reise, bis ich endlich untergebracht bin, aber die aggressive Werbung hier macht es diesmal noch schlimmer und nach zwei Stunden sitze ich voellig erschoepft auf dem Bordstein und frage mich ob es nicht besser ist in das erstbeste Hotel zu gehen, einen hohen Preis zu bezahlen und die gewonnenen Zeit zu geniessen. Ich weiss aber, dass ich das naechste Mal wieder suchen werde, da ich ein schmuddeliges Hotel oder ein ueberteuertes eben nicht geniessen kann.
Es setzte sich ein Balinese zu uns, der zufaellig auch Unterkunft hatte, er war aber nicht aufdringlich und auch symphatischer als die vorhergehenden und ich dachte wenn es halbwegs was ist, steige ich bei ihm ab.
Wie man auf dem Bild sehen kann war das eine gute Entscheidung 2 Personen, mit Fruehstueck keine 5 Euro... jetzt bin ich wieder gut drauf.

Steht First Class in nichts nach, was?

Steht First Class in nichts nach, was?

Der Balinese bot uns auch an, noch am selben Tag zu einem Thermalbad zu gehen, er und sein Cousin wuerden uns mit dem Moped hinbringen. Nach harten Preis-Verhandlungen willigte ich ein und kurz vor Sonnenuntergang konnten wir in dem Bad relaxen. Leider war es schon zu dunkel um richtig gute Bilder zu machen, trotzdem moechte ich eines davon reinstellen:

Thermalbad in der Naehe von Lovina-Beach

Thermalbad in der Naehe von Lovina-Beach

Lovina selbst war enttaeuschend, da der Sandstrand schwarz ist, ungepflegt schien und somit nicht einladend. Wir entschlossen somit, gleich am naechsten Morgen die geplante "Delphintour" zu machen und dann wieder "abzuhauen". Auch dabei wurden wir massiv angeworben.
Letztendlich versprach ich einem Guide bei ihm zu buchen, er wollte auf seinem Boot Kaffee, Wasser, gebackene Bananen und Pancake servieren, die Preise fuer die Bootstour zu den Delphinen sind naemlich fix, da eine Organisation dahintersteht die Leute auch aus ihrem Verbund rausschmeisst, die mit dem Preis runtergehen.
Also morgens vor Sonnenaufgang raus, den will man ja auf dem Boot sehen:

Sonnenaufgang in Lovina

Sonnenaufgang in Lovina

Da die Nacht nicht sehr lange sein wuerde hatte ich mich schon auf das Fruehstueck gefreut, es gab auch keinen Grund was zum Trinken mitzunehmen, da "der Guide" ja alles bringen wuerde.
Als wir dann ablegten warf er uns eine Tuete mit gebackenen Suesskartoffeln hin, die aber so trocken waren, dass man sie nicht ohne was zu trinken schlucken konnte.
Es war nicht die erste Erfahrung dieser Art in Bali und es haette keinen Sinn gemacht zu lamentieren, denn bezahlt wird natuerlich immer im Voraus, und alternativ haetten wir umkehren und auf die Tour verzichten koennen.

Wilde Delphine bei ihrem Fruehstueck

Wilde Delphine bei ihrem Fruehstueck

Nach 1 1/2 Stunden war es dann so weit und wir sahen den ersten Delphin auftauchen. Die anderen Boote versuchten wir wir so nah wie moeglich zu den Delphinen zu kommen und sobald irgendwo einer auftauchte fuhren alle in diese Richtung.

Ich war erstaunt wieviele Boote es waren da am Abend zuvor der Ort fast "touristenfrei" schien. Es war aber sicher besser als alleine mit einem Boot, da wir auf diese Art mehr Delphine zu sehen bekamen, denn da die Boote verteilt waren bekam man immer mit, wenn in der Naehe eines anderen Bootes Delphine auftauchten.
Zurueck im Gaestehaus gab es dann ein "echtes" Fruehstueck und danach ging es schon wieder weiter Richtung Batur.

© Renate Enghauser, 2003
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich starte in Thailand und dann sehen wir weiter...
Details:
Aufbruch: 21.11.2003
Dauer: 25 Monate
Heimkehr: Dezember 2005
Reiseziele: Thailand
Myanmar
Indonesien
Tibet
Indien
Der Autor
 
Renate Enghauser berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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Renate über sich:
Ich reise gerne, ho ho ho