DONT PANIC: We know where the towel is!

Reisezeit: Mai - Oktober 2006  |  von julian Keller

Ankor What?

5 August

Kambodscha, beruehmt fuer Akor und Khmer Rouge, fuer die die jetzt nach dem Lexikon greifen wollen, oder sich zumindest wuenschen eines gleich neben sich liegen zu haben weil sie ihren Arsch nicht aus dem Sessel kriegen, lasst es bleiben und lest weiter.

Ankor:
Die groesste Tempel-Anlage-Ansammlung der Welt, zwischen 1100 und 800 Jahren alt, tief im Jungle versteckt und erst kuerzlich gefunden und zugaenglich gemacht (dies wegen den Khmer Rouge, ihr mit Abstand einziger guter Beitrag zur Weltgeschichte da die Tempel so noch in erstaunlich gutem originalzustand sind).

Khmer Rouge:
Eine komunistische Reaktionsbewegung auf den Vetnamkrieg und die 4 Millionen toten (jaaaa, danke Amis). Es kam zum Buergerkrieg und zur 4 Jahres-Terrorherrschaft der Khmer Rouge wobei diese 4 Jahre mit der Stalin- oder Hitlerherrschaft verglichen werden darf. Mit der Freude von Fanatikern wurde jeder der nur ansatzweise verdaechtig war, z.B. durch beherrschen einer Fremdsprache (dumm nur dass Kabotscha mal ne Kolonie war, also ziemlich viele Verdaechtige), verschept, zu tode gefoltert, in Massen umgbracht und in Massengraebern verschuettet, jep, das war eine tolle Zeit, ok weiter im Text.

Weil die Fieberattacke von Patrice uns 5 Tage zurueckgeworfen hatte, wurde unser Zeitplan fuer Kambodscha nun unangenehm kurz.
Von der der Grenze aus gings zuerst einmal nach PlomPeng, der Hauptstadt kambodschas. Auf der Reise dorthin vielen uns vorallem 2 Dinge auf: Die hatten unnatuerlich grosse Reisfelderanlagen, gepaart mit unnatuerlich grossen Wassermassen, dagegen erschien Vietnam wie das Schrebergaertchen von Meister Nachbar, in welches man den Hund kacken laesst wenn man zu muede ist ihn richtig auszufuehren.

Ungewaschene Rindfiecher im Reis, ob Onkel Ben wohl davon weis?

Ungewaschene Rindfiecher im Reis, ob Onkel Ben wohl davon weis?

Das naechste was uns in Auge sprang, hoppla Schorsch, die koennen kochen! Von Vietnam waren wir uns mitlerweile an heisses Wasser mit Glassnudeln und ein paar Streifen Fleisch von was-weis-ich-was (aber in den Strassen gabs verdeachtig wenige Ratten ) gewoehnt, nicht zu vergessen das totgekochte Gemuese und die gegarten Entenzungen dies zur Abwechslung gab, ehrlich, im Vergleich zur vietnamesischen- ist sogar die britische Hauskueche ein Gourme-Stueck. Aber holla, auf einmal hiess es Mi-Mama, Khmer-Suppen und koestlich gebratenes Fleisch das definitiv von muhenden Nutztieren kam, juhuu!
Aber keine Zeit die Kloeten lange in die Sonne zu haengen, der Zahn der Zeit sahs um im Nacken, weiter nach Siam Reap dem Oertchen bei Ankor, mit dem Sammelbuss vorbei an unendlichen Reisfeldern und Badenixen in Schlammwasser
Kaum angekommen und aus dem Buss gestiegen brach die Hoelle los. Etwa 8 Tuck-Tuck-Fahrer stuerzten sich auf uns, bildeten einen undurchdringlichen Kreis und begannen alle zugleich auf uns einzustuermen. In Vietnam haette dies unweigerlich zu blutigen Schaedeln gefuehrt, aber wisst ihr was? Hier war es wie bei einem spassigen FamilienTreff, kein geschreie, kein gezeter, kein Patrice und Julian die sich Aerschetretend einen Weg ins freie bahnen mussten. 5 Min und 2 Zigaretten spaeter hatten wir unsere erste gratis TuckTuck-fahrt ("nein danke, keinen Fuehrer fuer Ankor, nein auch keine Frauen, nein WIRKLICH keinen Fuehrer, nein auch morgen nicht") und nach einer Nacht auf Matratzen die mal vor 3 Jahren die Bezeichnung "komplett durchgelegen" verdient hatten (aaaaah unsere armen Rucken, verdammter Lattenrost) mieteten wir uns 2 Dratesel und machten uns auf eine 30 Km Jungle-Strampel-Reise, um wenigsten ein paar der Tempel zu besuchen, und da irgend jemad mal behauptet hat, dass Bilder mehr als Woerter sagen, versuchen wirs doch einmmal.

Was da so alles rumhing

Was da so alles rumhing

Diese Japanerinnen waren der Hammer, fuer die ca. 25 Meter benoetigten sie etwa 10 Min, eine gute Moeglichkeit unsere Motivationskuenste unter Beweis zu stellen

Diese Japanerinnen waren der Hammer, fuer die ca. 25 Meter benoetigten sie etwa 10 Min, eine gute Moeglichkeit unsere Motivationskuenste unter Beweis zu stellen

BodyBuilding-Wein

BodyBuilding-Wein

Fazit der Reise: 78 Fotos, 7 Liter Wasser (ja, danke du verdammte Sonne ), der einte oder andere entweihte Tempel, ein paar traumatisierte billig-Touristen und 2 wunde Aersche (scheiss Satel, scheiss TrampelpfadStrassen) spaeter, koennen wir nur sagen: in Anbedacht dessen dass das ganze in 10 Jahren wie Disneyland aussehen wird hat es sich verdammt gelohnt!

Nach einer weiteren Nacht auf den Folterbetten, gekoppelt an den Schwur in Bankok als erstes in eine Thai-Massage aufzusuchen, sahssen wir im Mini-Buss Richtung thailaendische Grenze. Kurzer Blick auf die Landkarte, aha, 150 Km, also nur ein Katzensprung, doch dann: UEBERRASCHUNG! Nach 20 Km endete die Teerstrasse und ging in einen roten Staubweg ueber der zu 50% aus Schlagloechern bestand, und schon waren wir nur noch im Schneckenschiebentempo unterweg, bei kaputer Klimaanlage und nicht aufmachbaren Fenstern. Wir kamen an anderen Reisebussen vorbei, die mitten zwischen Staubweg-Wueste und Reisfeldern einen SuizidMotor hatten, einem Lastwagen der uns passierte explodierte der Reifen und ploetzlich versperrte ein festgefahrener Krahn-Lastwagen den Wg (keine Ahnung wie die es geschaft haben das Ding so zu plazieren) sodass die grossen Busse (aber nicht unser Kleiner *schadenfreudiges grinsen*) ein paar Stunden warten durften, wir pasten gerade zwischen durch *g*.
Am Ende brauchten wir 6 1/2 Stunden fuer die 150 Km! Und nachdem wir 3 Stunden auf der thailaendischen Seite auf unseren Buss warten durften, standen wir irgendwann in der Nacht im guten alten vertrauten Bankok, und ratet mal, jep, die Massage-Oertchen hatten alle geschlossen! aber trotzdem haben wir eigentlich nur gute Erinnerungen an Kambodscha, obwohl wir noch 2 Tage lang roten Staub schneuzten

© julian Keller, 2006
Du bist hier : Startseite Asien Kambodscha Ankor What?
Die Reise
 
Worum geht's?:
In 5 Monaten um die Welt
Details:
Aufbruch: 01.05.2006
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 01.10.2006
Reiseziele: Indien
Bankok
Malaysia
Laos
Vietnam
Kambodscha
Australien
Der Autor
 
julian Keller berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.