Kambodscha-Reisebericht :Au Revoir - In 220 Tagen um die Welt

Kambodscha 08.04.2015 - 14.04.2015

Kambodscha

Schon die Abfahrt in Bangkok war recht spannend. Etwas zu spät aufgestanden, schnell im Hostel gefrühstückt und dann geht auf einem die Welt unter. In Bangkok regnet es wie aus Kübeln und die Rezeptionsfrau macht mir keine großen Hoffnungen noch rechtzeitig zum Bus zu kommen. Naja mal abwarten. Komplett durchnässt in das nächste Taxi gestiegen. Natürlich will der Taxifahrer ohne Taximeter fahren aber ich kenne die Strecke, handel den Preis runter und los geht’s beziehungsweise auch nicht. Denn die Straßen sind dicht. Es geht sehr mühsam voran, doch dann nach etwa 55 Minuten (für 8 km) und 5 Minuten vor der Abfahrt des Busses komme ich am Busbahnhof an. Naja der Bus fuhr dann mit einer Verspätung von 30 Minuten los. Dann beginnt der schlimmste Teil der Strecke Bangkok – Siem Reap (Kambodscha), die Grenze. Hier hab ich schon die wildesten Sachen gehört und von so machen Betrügereien erfahren. Das Busunternehmen hat vorgesorgt. Alle Touristen bekommen einen Zettel umgehängt damit mögliche Schleppergruppen Bescheid wissen, dass wir die Tour direkt nach Siem Reap gebucht haben. Danach muss man auf der thailändischen Seite aussteigen und wird sofort umlagert von Leuten die einem ein Visum in einem inoffiziellen Schalter zu einem Wucherpreis verkaufen wollen. Natürlich sofort weiter und erstmal aus Thailand auschecken. Dann über eine Brücke und danach sich das richtige Visum in Kambodscha holen. Natürlich habe ich keine Dollars nur thailändische Baht. Es wird mir gesagt, dass es einen Automat in der Nähe gibt. Nur wie ich danach feststellen muss ist er nicht im Grenzbereich sondern in Kambodscha. Als mich ein Schlepper nach Kambodscha zieht und nem Zollbeamten meinen Reisepass gibt, wird mir die Sache dann doch zu heiß und geh zurück zur Visastelle. Dort kann man auch mit Baht bezahlen, zwar mit einem schlechten Kurs aber besser als ohne Reisepass in einem Land zu sein.
Ich wollte schon immer mal wissen wie genau der Verkehr geregelt wird wenn ein Land mit Linksverkehr mit einem mit Rechtsverkehr angrenzt – einfach gar nicht. Ist wohl dem Fahrer überlassen. Also Visa holen, abstempeln lassen und wieder zurück in den Bus. Danach weiter nach Siem Reap.
Siem Reap hat mir von Anfang an gefallen. Irgendwie sieht alles total europäisch aus. Keine fiesen Gerüche, westliches Essen, sauber, gepflegte Parks und wenig Pfusch. Nur wenn man dann genauer hinschaut sieht man, dass man sich doch in Asien aufhält. Die Tuk Tuks, die Armut und bettelnde Kinder. Angekommen im Hostel dann mit Tom, Oliver und Max angefreundet. Tom ist Brite mit fidschianischer Abstammung, lebt in Australien und reist nun für ein paar Monate in SOA herum. Oliver kommt aus New York, hat nur EINE Woche Urlaub bekommen und reist nun in Kambodscha herum und Max aus Deutschland hat sich in Vietnam einen Roller gekauft und reist damit durch Vietnam und Kambodscha. Nun ist sein Geld ausgegangen, deshalb muss er seinen fahrbaren Untersatz schnell wieder zu Geld machen. Drei total interessante Bekanntschaften.
Am nächsten Tag dann erst mal ausgiebig Frühstücken und ab zu Ankor Wat. Eine wirklich sehr schöne und riesige Tempelanlage. Ich wollte mir die drei schönsten Anschauen. Mein privater Tuk Tuk-Fahrer fuhr mich zu jeder der gewünschten Tempelanlage und wartete dort dann auf mich.
Der erste Tempel war recht überfüllt. Man kann sich aber durch das Besteigen einen kleinen Überblick über die Anlage verschaffen.

Der zweite war meiner Meinung nach der schönste. Der Tempel befindet sich mitten im Dschungel und wurde von vielen Bäumen umschlungen. Hier fühlt man sich als wär man Tomb Raider.

Der dritte Tempel war auch sehr beeindruckend. Überall sieht man Gesichter die man aus Stein gehauen hat.

Ich fuhr am nächsten Tag mit dem nächsten Bus weiter nach Phnom Penh. Die Busfahrt war zwar ganz schön holprig (da es auf einem Abschnitt keine richtige Straße gibt sondern nur Schotter) aber durch die Wahl eines Luxusbusses mit gut gepolsterten Sesseln angenehm. Dort traf ich Tom zufällig wieder. Er war im selben Hostel und sogar im gleichen Zimmer untergebracht.
Am nächsten Tag besuchte ich Killingfields und das zugehörige Gefängnis. Ich wollte nicht den überhöhten Fahrpreis die die Tuk Tuk Fahrer verlangen bezahlen, deshalb suchte ich mir einen Einheimischen mit Motorrad der mich für weniger als die Hälfte dort hin fuhr. Diese Fahrt war wirklich Horror. Nach drei Beinahunfällen kam ich endlich an und der Horror ging weiter:
Ähnlich wie in den Konzentrationslagern wurden in dieser Anlage von 1975 bis 1979 durch die kommunistische Roten Khmer 20.000 Menschen umgebracht, die nicht den idealen von dem Führer Pol Pot entsprachen. Er wollte ein Agrarkommunismus erschaffen und löschte deshalb die gesamte Elite, Lehrer, Dozenten und Professoren aus. Es genügte bereits das Tragen einer Brille. Insgesamt wurden so in mehr als dreihundert Killingfields ungefähr 200.000 Leute systematisch umgebracht. Die Gesamtzahl der Opfer der Roten Khmer wird auf 3 Millionen Menschen (von ursprünglich 8 Millionen Kambodschanern)geschätzt. Durch einen Audioguide wird man durch die Anlage geführt. Hier erfuhr man, dass die zum Tode verurteilten Menschen, um Geld zu sparen nicht mit Munition umgebracht worden sind, sondern meist erschlagen wurden. Babys und Kleinkinder wurden vor den Augen der Mutter bis zum Tod gegen einen Baum (Killingtree) geschlagen und die Mutter dann anschließend vor den Massengräbern getötet. Zwar sind die meisten Gräber geborgen worden doch trotzdem sieht man überall Knochen und Kleidungsstücke die immer noch durch Regen und Erosion zum Vorschein kommen. Wirklich ein schrecklicher Ort und unvorstellbar das dies vor 40 Jahren passiert ist. Vor der Rückfahrt mit dem gleichen Motorradfahrer bat ich ein wenig langsamer zu fahren. Gott sei Dank hat er mich wohl verstanden…nur ein Beinahunfall.

Am Abend fuhren wir noch zur Promenade von Phnom Penh. Auch hier: Alles sehr europäisch.
Die nächsten zwei Tage verliefen unspektakulär. Phnom Penh hat nicht wirklich viel zu biete und ich musste auf mein Visum für Vietnam warten, dass man recht günstig in Kambodscha beantragen kann. Nach 7 Tage verlasse ich Kambodscha und sage: ,, Hallo Vietnam“

© Simon K., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
In 220 Tagen die Welt besser kennenlernen, die Kulturen anschauen und verstehen und seinen eigenen Horizont erweitern.
Details:
Aufbruch: 18.02.2015
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: 26.09.2015
Reiseziele: Vereinigte Arabische Emirate
China
Thailand
Myanmar
Kambodscha
Vietnam
Laos
Singapur
Australien
Vereinigte Staaten
Neuseeland
Fidschi
Island
Der Autor
 
Simon K. berichtet seit 30 Monaten auf umdiewelt.