Kambodscha-Reisebericht :Bilderbuch Indochina

Siem Reap: Angkor Wat

Treffpunkt ist 8.00 Uhr an der Rezeption. Mit unserem Toyota Camry werden wir sodann direkt zum Ticketoffice für Angkor Wat gebracht. Der ganze Terminal – hoch modern in asiatischem Stil erstellt – ist voller Busse und, Tuktuks. Mr. Sen erklärt uns, dass wir mitkommen müssen, einzeln treten wir vor den Spezialschalter ohne Warteschlange und werden mit einer modernen Desktopkamera fotografiert. Wenige Augenblicke später spuckt ein Drucker einen Wochenpass mit Konterfei zu 40$ aus. Dann geht es an einen der zahlreichen Eingänge.

Wir beginnen die Besichtigung am Osttor, das ist zwar nicht der spektakuläre Eingang - der liegt ausnahmsweise im Westen - aber dort ist es am frühen Morgen noch bedeutend ruhiger.
Davor mähen Arbeiter das Gras mit der Sichel im Hocken. Die ersten beeindruckenden Flachreliefs tauchen auf. Wir betreten das Tor durch einen Seiteneingang, um auch die fugenlose Konstruktion zu sehen: außerdem meint Mr. Sen von hier wäre der beste Blick auf Angkor Wat und recht hat er, denn durch die lange Baumallee ist der hohe Bayan frei zu sehen.

Der hinduistische Tempelberg Angkor Wat, während der Herrschaft Suryavarmans II. (Mitte des 12. Jh.) begonnen und nach 30-jähriger Bauzeit vollendet, ist ein gigantischer Komplex, dessen Dimensionen sich nicht auf Anhieb erfassen lassen.
Allein die Bearbeitung und das Herbeischaffen des Baumaterials, riesige Sandsteinbrocken, die aus einem einem 50 km entfernten Steinbruch aus an die Baustelle transportiert werden mussten, muss Tausende Menschen jahrelang beschäftigt haben. Die Energie und die religiös-politische Willenskraft der Khmer muß unermeßlich gewesen sein.

Wir wandern durch einen Wald mit riesigen Bäumen, bei noch angenehm gefühlten Temperaturen bis zur Ostseite des Gebäudes. Nur wenige Besicher sind zu sehen; wegen des Überblicks laufen wir am äußeren Rand bis zur Mitte der Südseite von der aus wir den Tempel betreten.

von Osten gesehen - Mauerlänge ca. 250 m - Blick auf drei der fünf goldbraunen Prasats (Türme) des Tempels, die wie gigantische Lotusblumen wirken

von Osten gesehen - Mauerlänge ca. 250 m - Blick auf drei der fünf goldbraunen Prasats (Türme) des Tempels, die wie gigantische Lotusblumen wirken

von der Südostecke gesehen

von der Südostecke gesehen

Südtreppe - für Touristen als Holztreppe ausgearbeitet - denn die Originalstufen sind z.T. sehr hoch

Südtreppe - für Touristen als Holztreppe ausgearbeitet - denn die Originalstufen sind z.T. sehr hoch

Insgesamt acht Flachreliefgalerien umgeben den Tempel, jeweils eine links und rechts von den zentralen Eingängen auf den vier Seiten. Die Szenen der Reliefs haben jeweils ein bestimmtes Thema. Wir halten uns an der Südseite lange Zeit auf, da Mr. Sen zahlreiche Bilder genau erklärt.

Inzwischen sind auch die 'Busladungen' unterwegs, man begegnet einer, aber im Grunde verteilen sich die ‚Massen’ recht gut. Vielleicht würde KnowHow-Vietnam wieder von Ballermann reden. Im Prinzip umrunden wir den Tempel durch die Galerie bis wir schließlich wieder auf der Ostseite ankommen Wir betreten nun den inneren Teil ...

und werden vom Mr. Sen in eine Warteschlange gestellt, von der er sagt, dass die Wartezeit morgens noch recht kurz ist, denn es werden in einem ausgeklügeltem System von Umhängekarten nur 100 Personen auf dem mittleren der fünf Türme zugelassen.
Nach ca. 30 min. Wartezeit sind wir an der Reihe, - nicht angemessen gekleidete werden bereits aus der Warteschlange geholt – wir müssen nur die Kopfbedeckung abnehmen und können nach Erhält unserer Karte die supersteilen Treppen hinaufsteigen.

Der 65 m hohe Turm hat oben wiederum einen Umgang um den quadratischen Grundriss, dessen Größe man unten nicht erkennt. Die maximale Verweildauer beträgt 15 min wegen der wartenden. Von diesem Umgang gehen jeweils an den vier Seiten Gänge ins Zentrum des Turmes, wo jeweils eine Art Altar steht.

Nach Rückkehr zu unserem Guide, führt uns dieser auf die Südseite hinaus. Nach einer kurzen technischen Pause, in der wir auf zwei der im Reiseführer angegebenen Affen sehen.

kunstvoll zerlegt er eine Kokosnuss

kunstvoll zerlegt er eine Kokosnuss

Mr. Sen zeigt mir den besten Fotografierplatz mit Wasserspiegelung und verdecktem Restaurationgebäude, in dem Deutsche wohl ein Projekt bearbeiten. Über eine lange Allee geht es dann zum Westtor, vor dem unser Fahrer auf uns wartet.

"Wie alle anderen Tempelberge des Angkor-Reiches ist Angkor Wat ein Abbild des hinduistischen Universums, auf drei Ebenen errichtet. Der Wassergraben symbolisiert den kosmischen Ozean, die den Tempel umgebenden Mauern stellen die Bergrücken um den heiligen Gipfel Meru dar, der durch den zentralen Prasat Angkor Wats dargestellt wird. Die Nagas (vielköpfige Schlangen aus der Hindumythologie) entlang der Chaussee innerhalb der äußeren Tempelmauer symbolisieren einen Regenbogen, über den der Mensch in die Welt der Götter reist. Der Abstand zwischen diversen Bestandteilen des Tempels wurde mithilfe hinduistischer Kosmologie festgelegt."
(aus Tom Vater, ReiseKnowHow)

auf dem Weg zum Westtor

auf dem Weg zum Westtor

vor dem Südtor

vor dem Südtor

liegen zwei große Seen

liegen zwei große Seen

© Herbert S., 2017
Du bist hier : Startseite Asien Kambodscha Kambodscha-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir wollten keine vorgefertigte Reise, aber aufgrund unseres Alters auch nicht als backpacker vor Ort alles organisieren müssen. Nach längerer Suche fand ich eine Adresse in Hanoi, die ein individuelles Programm nach unseren´Vorstellungen zu 'stricken' in der Lage war.
Details:
Aufbruch: 07.11.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 27.11.2016
Reiseziele: Vietnam
Kambodscha
Laos
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors
Herbert über sich:
Bin begeisterter Reisender - teils mit Leihwagen in Mexiko, USA, Indonesien, Thailand, Arabien, Namibia, Südafrika, Türkei,... teils mit kleinem Wohnmobil in ganz Europa, aber besonders in Großbritannien und Skandinavien. Es gibt also noch viel zu berichten. Aber es kommt soviel hinzu.