Kambodscha-Reisebericht :Mit dem Zug nach Südostasien

Kambodscha - eine nostalgische Zugfahrt

Blick aus dem Zugfenster

Blick aus dem Zugfenster

Ein Halt unterwegs mit Verpflegungsständen

Ein Halt unterwegs mit Verpflegungsständen

Phnom Penh - Sihanoukville. 10.12.

Nachdem wir gestern mit dem Bus, streckenweise am Mekong entlang, wieder nach Phnom Penh gefahren sind gehen wir noch am späten Nachmittag zum Bahnhof um unsere Ticket für die Fahrt nach Sihanoukville zu kaufen. Im Bahnhofsgebäude ist ausser uns beiden niemand zu sehen. Wir befürchten, dass geschlossen ist, bis aus einer kleinen, vergitterten Luke im Schalterfenster uns ein freundliches Hallo entgegenschallt. Ein netter Schalterbeamter freut sich unendlich, dass wir ihm zwei Tickets abkaufen wollen. Wir freuen uns das wir noch auf der letzten verblieben Eisenbahnstrecke Kambodschas fahren können. Die Strecke zwischen Phnom Penh und Battambang wird seit September '17 neu gebaut und somit gibt es auch die legendäre Bambusbahn nicht mehr.
Um halb sieben kommen wir dann ausgestattet mit Kaffee und Baguette zum Bahnhof und sind erstaunt das sich doch etwa 50 - 60 Fahrgäste hier eingefunden haben. Am Bahnsteig steht eine alte Diesellokomotive mit fünf Anhängern. Zwei Güter- und drei Personenwaggons. Auf die Güterwaggons werden zwei kleinere Blechcontainer, werden wohl mal Verkaufsbuden , drei Autos sowie einige Motorräder von Mitreisenden geladen. Dann kommt das Zeichen zum Einsteigen und jeder muss auf den Platz laut Sitzreservierung. Es gibt in den drei Waggons drei verschiedene Klassen, eine mit Klimaanlage und sehr bequemen Polsterbänken, einen mit nachträglich gepolsterten Holzbänken und über jeder Bank ein Ventilator und einen gleichen jedoch ohne Ventilator. Alle Tickets kosten den gleichen Preis aber niemand weiß, wie die Plätze vergeben werden. Es gibt auch in jedem Waggon noch reichlich freie Plätze. Mit lautem Gehupe verlassen wir im Schritttempo den Bahnhof. Vom Zug aus bekommen wir Einblicke in die Hinterhöfe der Stadt. Bevor wir hinaus auf's Land kommen, fahren wir durch die Elendsviertel der Stadt. Ein trauriger Anblick in jeder Stadt.

Die Fahrt über's Land wirkt durch die vergilbten Fensterscheiben wie eine Fahrt in die Vergangenheit. Auf den Feldern steht der Reis in unterschiedlichsten Reifegraden. Auf einigen Feldern wird er gerade erst gesetzt, auf anderen arbeiten viele Menschen mit grossen Bambushüten, zum Schutz gegen die Sonne, mit Sicheln in der Hand und schneiden den fertigen Reis. Ochsenwagen fahren auf den Städten, Wasserbüffel liegen träge im Schlamm und Schwärme von Reihern fliegen, vom Zug aufgeschreckt, davon. Für sie gibt es in den nassen Feldern genügend kleine Fische und Frösche. Mit höchstens 40km/h fahren wir in Richtung Meer. Mehrmals müssen wir auf der eingleisigen Strecke an einer Ausweichstelle anhalten, um einen entgegenkommenden Personenzug oder einen Güterzug mit vielen Containern vorbeizulassen. Die Container kommen aus Kambodschas einzigem Tiefseehafen, Sihanoukville, und werden ins Landesinnere transportiert. Bei jedem Halt werden wir von den Frauen aus den Dörfern mit Getränken und Essen versorgt. Die Touristen halten sich hier mehr an Chips und Kekse, während die Einheimischen dann doch eher zu gegrillten Fröschen, Ratten oder
Käfern greifen. Zusätzlich gibt es leckere, frische Mangos, Ananas, Drachenfrüchte oder Lychies.
Nach gut 6 Stunden kommen wir entspannt in Sihanoukville an. Hier empfängt uns gleich die hiesige Taxi-Mafia. Da der Bahnhof ausserhalb der Stadt liegt und nur bestimmte Taxen zum Bahnhof fahren dürfen, sind wir ihnen ausgeliefert und müssenzum völlig überhöhten Preis zu unserer Unterkunft in den Ortsteil Otres- Village fahren. Aber das ist irgendwie an jedem Bahnhof so,auch in Europa. Bei Jin beziehen wir einen kleinen Bungalow in einer Gartenanlage mit insgesamt 6 Häuschen. Geleitet wird die Anlage von einem italienischen Geschwisterpaar, welches sehr zu unserer Freude auch ein Restaurant mit italienischen Spezialitäten führt.
Die hausgemachten Gnocchi sind und wunderbare Abwechslung in der Khmer-Küche.

Die königliche Eisenbahn

Die königliche Eisenbahn

Die Samen der Lotusblume sind eine willkommene Knabberei

Die Samen der Lotusblume sind eine willkommene Knabberei

© Helmut V., 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Meine Frau Martina und ich fahren mit der Transsib nach Peking und von dort weiter nach Vietnam,Laos und Kamboscha. Wie es dann weiter geht wird sich zeigen.
Details:
Aufbruch: 24.08.2017
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: Juni 2018
Reiseziele: Ungarn
Russland / Russische Föderation
Mongolei
China
Vietnam
Laos
Kambodscha
Thailand
Indien
Nepal
Live-Reisebericht: Helmut schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Helmut V. berichtet seit 7 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/12):
klaus pasedag 1516812228000
das ist ja wir­klich­sau-­span­nend, was Ihr zu berich­ten habt!! Vielen Dank, dass wir teil­neh­men dürfen­.
Wir wünschen Euch wei­ter­hin viele schöne Er­leb­nis­se!­!
Do­rot­hee und Klaus
anonym 1515858506000
Wie schön, Eure Besch­rei­bun­gen zu lesen,­sehr aut­hentisch, span­nend und in­for­ma­tiv. Freue mich auf die For­tset­zung.
Bettina 1513970030000
Liebe Martina und lieber Helmut ! Ich denke immer wieder an Euch und frage ab und zu bei Bärbel oder Sepp nach. Letztes mal beim Bau­er­nmarkt gab mir Bärbel diese Ad­res­se. Ich wünsche Euch ein frohes Weih­nach­tsfest in der Ferne - wird dort Weih­nach­ten ge­fei­ert ? Ich wünsche Euch noch viel span­nen­de und schöne Er­leb­nis­se und Be­geg­nun­gen uhd bleibt gesund, gesund gesund und froh !!!
Viel Glück und alles Liebe !!! Eure Bettina und Albert