Laos-Reisebericht :Freeride to Asia

Laos: 13.3.08: Chong Mek - Vientiane

Km 25086

Und gleich zum Zweiten!

Vientiane ist so gemütlich, dass wir hier gerne an unserem Reisebericht werkeln. Wir schätzen hier den nach wievor spürbaren, französischen Charme genauso wie die leckeren baguettes et fromages..(Laos war einst eine französische Kolonie)

Doch alles mal der Reihe nach:

Der Grenzübertritt von Thailand nach Laos verlief bei Chong Mek äusserst speditiv.
Nachdem wir dem leicht korrupten Zöllner 2 CHF geschoben haben, erhielten wir unüblicherweise sogar ein 30 Tagevisum "on arrival".
Gefreut hat sich auch unser Bus...wurde dieser für sagenhafte 0.3 CHF von einem schick in weiss verkleideten Laoten mit einer Extraladung Autoentgifter besprüht....kann ja nie schaden nach all den Orten die wir schon befahren haben.

Wir haben immer davon gehört, dass der Nordosten von Thailand arm sei und bedürftige Familien ihre Kinder zur Prostitution verkaufen - im von uns bereisten Teil haben wir nur über die super Verkehrswege, die teuren Autos auf den Strassen (da gehört unser Bus bereits zum alten Eisen), die zahlreichen Fabriken, sowei die grosse Tourismusinfrastruktur gestaunt.

Floating Restaurants am Sirithon Lake...noch einige Plätze frei...

Floating Restaurants am Sirithon Lake...noch einige Plätze frei...

Kaum auf laotischem Boden angekommen, fühlten wir uns irgendwie "back in Pakistan or India!" Wenn einer in dieser Ecke von Armut spricht, dann wohl über Laos.
Im Land wo mehr als 50% der Bevölkerung nicht lesen kann gilt der Slogan: "Too much work is bad for your brain - and they feel sorry for people who think too much"....100 $ Monatslohn, so in etwa was ein einfacher Fabrikarbeiter in Thailand verdient, gilt in Laos bereits als Mittelklasse!!

Wir versuchten auf schnellstem Wege an den Mekong zu kommen...um diesen riesigen Strom zu bewundern. So wählten wir kurz nach der Grenze eine auf unserer Karte gelb eingezeichnete Strasse (gelb ist die zweitbeste Qualität). Laos ist definitv anders als Thailand...

...in Laos sind nur gerade 1'700 der insgesamt 13'000 Strassenkilometer geteert..

...in Laos sind nur gerade 1'700 der insgesamt 13'000 Strassenkilometer geteert..

Doch nicht nur die Strassen sind anders, auch die Leute variieren enorm:
Im Vergleich zu Thailand begeistern uns hier die offenen, strahlenden, liebenswerten Gesichter der Locals. Sie versprühen kaum einen Anflug von Abgedroschenheit!

Da wir auf den staubigen Pisten nur noch langsam vorwärtskommen (was uns gar nicht stört, denn es gibt hier wieder sehr viel zu entdecken beim Rumcruisen und Rauskucken), verschieben wir den Mekongbesuch auf morgen und wühlen uns in bekannter "Camel Trophy Manier" von der Piste weg in einen Wald rein, sodass uns nicht gleich jeder sieht (nicht weil wir Angst vor den Laoten hätten - Laos gilt als eines der sichersten Länder der Welt - nein einfach um ein bisserl unsere Ruhe zu haben...).

Nachdem unser Versteck aber bald von einem Holzsammler entlarvt wurde, kriegten wir von Jung und Alt besuch, bis wir wohl das ganze Nachbarsdorf kennen gelernt hatten...
Wir waren natürlich die grosse Attraktion, auch wenn jegliche verbale Kommunikation scheiterte...wir kennen erst gerade 4 Laowörter. Wir haben uns echt über die Mentalität der Südlaoten gefreut. Nett, rücksichtsvoll und in Sachen Distanz nur ein ganz klein wenig indisch...

...living in Laos...die Gebäude sind echt einfach..

...living in Laos...die Gebäude sind echt einfach..

Nach viel Staub - es ist mega trocken hier und der Backofen ist auf etwa knapp 40°C eingestellt, erreichten wir den Mekong, der über 1800 km in Laos verläuft und seinen Ursprung im Tibet hat.

...low tide..

...low tide..

Im Rahmen unseres Kulturprogrammes genossen wir unweit des grossen Baches den Wat Phu Tempelkomplex. Diese mystische Einrichtung wurde bereits im 6Jh n.C. von den Khmer errichtet und liegt wunderschön am Fusse eines Hügels.

Auf der seit 2002 geteerten Hauptverkehrsachse gegen Norden ging's für uns weiter in Richtung Hauptstadt.

Unterwegs kamen viele Erinnerungen an Pakistan auf...hier werden die Autos wieder "richtig" ausgelastet..sprich man weiss, dass das Auto nicht primär ein Dach hat um sich vor dem Himmel zu schützen, sondern um auf zweiter Etage Zeugs zu transportieren.

Und die Schule findet wohl nur in der Trockenzeit statt:

In Laos leben übrigens nur 7mio Einwohner, die Fläche ist jedoch 6 mal so gross wie die der Schweiz. Interessant für alle Juristen, es gibt hier nur gerade 50 geschriebene Gesetze....hier empfiehlt sich ein Jurastudium für alle die gute Hobbys haben!

Unser Trip führte uns In die drittgrösste Stadt des Landes - Pakse. Hier besuchten wir das vietnamesische Konsulat in Sachen Weiterreise.

Ernüchternd war die schroffe Auskunft, dass es nicht erlaubt sei, ein in Europa registriertes Auto temporär nach Vietnam einzuführen. Auf die Frage "why" kam die ausführliche Antwort "no"....

Bis jetzt waren wir die Sunnytravelers schlechthin...es hat einfach immer alles ganz ohne mühsame Zwischenfälle geklappt ... mit der knappen Aussage des werten Herr Konsulars hat uns wohl der Ernst des Lebens eingeholt.

Klar ist diese Absage um Welten besser als ein Unfall, doch kreuzt sie unsere Travelträume doch recht radikal.
Wenn nun auch noch die Russen auf stur schalten und wir für ein Visum wirklich in die Schweiz fliegen müssten, gibt's wohl hier in Südostasien bald mal nen Toyota Hiace günstig zu kaufen....was einige unserer Leser ja wenigstens freuen würde.

Wir werden hier in Vientiane die nächsten Tage unser Glück nochmals bei den Vietnamesen versuchen...hier gibt's sogar ne Botschaft des "verschlossenen" Nachbarlandes.

Mailt uns wenn ihr Ideen habt zu unseren beiden Problemen (Einfuhr Vietnam, Visa Russland) oder drückt uns wenigstens die Daumen!

Salut

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Aus Interesse für Natur, Kultur, Religion, Unplanbarem und vor allem unserer Selbst, sind wir mit unserem kleinen 4x4 Camper über den Iran, Pakistan und Indien nach Südostasien gereist. Weil wir noch nicht zurück wollen freuen wir uns jetzt riesig über den spontanen Versuch, quer durch Russland, die Mongolei und Kasachstan zurück nach Europa zu cruisen...hoppla hoffentlich hält das unser Bus aus.
Details:
Aufbruch: 15.07.2007
Dauer: 15 Monate
Heimkehr: 10.10.2008
Reiseziele: Schweiz
Kambodscha
Bulgarien
Griechenland
Türkei
Iran
Pakistan
Indien
Malaysia
Thailand
Laos
Japan
Russland / Russische Föderation
Mongolei
Kasachstan
Ukraine
Italien
Der Autor
 
Lucia Dettli / Berny Ackermann berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Lucia Dettli / sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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