Laos-Reisebericht :Freeride to Asia

Laos: 25.3.08: Vang Vieng - Luang Prabang

Km 25847

Liebe Freunde

Vielen Dank fuer die ca 25 Mails mit Ideen zu unseren momentanen Weiterreisefragezeichen!!! Geil diese vielen Feedbacks. Insbesondere die Idee von Iris und Rumpel die folgendes in unser Gästebuch schrieben: "ihr könntet ja einfach vietnamesiche Nummernschilder klauen und euch die Augen mit Botox aufspritzen lassen...und schwupps seit ihr in Saigon!!"

Nach einigen Skype- und Emailstunden sowie hilfreichen Kontakten hier in Laos hat sich unsere Weiterreise in den letzten Tagen wieder konkretisiert:

...pure Idylle in der wohl gechilltesten Hauptstadt der Welt...Mönche beim Mekongspaziergang...

...pure Idylle in der wohl gechilltesten Hauptstadt der Welt...Mönche beim Mekongspaziergang...

In Vientianne sprachen wir wie gesagt auch auf der Vietnamesischen Botschaft vor. Der erstaunlicherweise gesprächige Botschafter hat uns erläutert, dass es grundsätzlich nicht verboten seie, ein in Europa registriertes Fahrzeug temporär nach Vietnam zu importieren. Allerdings seie dies an den meisten Grenzen nicht möglich, da die werten Customofficers kein einziges Wort Englisch sprechen und einfach nix falsch machen dürfen. Super. Einen kurzen Zweizeiler mit einer in Vietnamesisch gefassten Erläuterung wollte er aber mit der faulen Ausrede, dass er nur für Visas zuständig seie, nicht ausstellen. ((Die Infos der Vietnamesischen Botschaft in Laos haben wir dank einem späteren Kontakt in Luang Prabang als voelligen Humbuk entlarvt..siehe weiter unten)

Von der Vietnamesischen Botschaft in der Scheiz kriegten wir nicht mal ne Antwort auf unsere Mails und die Schweizer Botschaft in Vietnam gab uns ein freundlich gehaltenens, ausführliches Feedback mit der Message, dass sie keine Ahnung hätten und dies nicht abklären könnten.
Die TCS-Abteilung, welche unser Carnet de Passage ausgestellt und verkauft hat erläuterte, dass sich die Rechtslage in Asien ihren Kenntnissen entziehe. Viele Zeilen ohne Brauchbares...

Wenn schon niemand eine Ahnung hat, haben wir uns dann entschieden die Sache einfach zu versuchen und die vietnamesischen Grenzen allesamt abzuklappern.

Vientianne ist das kleine Paris Asiens...die Grosszügigkeit der Strassen erinnern unverfälscht an die "Champs Ellysees" und der Patuxai ist aus Distanz eine gut gelungene Kopie des "Arc de Triomphe".

....gebaut wurde dieses Wahrzeichen der „Grande Nation“ 1960 interessanterweise aus Zement, welcher von den Amerikanern zur Verfügung gestellt worden ist. Diese gaben jedoch den Laoten den Auftrage damit einen Flugplatz für ihren Krieg gegen die Vietnamesen zu bauen...weshalb er von den Vientianern auch „vertical runway“ genannt wird....

....gebaut wurde dieses Wahrzeichen der „Grande Nation“ 1960 interessanterweise aus Zement, welcher von den Amerikanern zur Verfügung gestellt worden ist. Diese gaben jedoch den Laoten den Auftrage damit einen Flugplatz für ihren Krieg gegen die Vietnamesen zu bauen...weshalb er von den Vientianern auch „vertical runway“ genannt wird....

Von den vielen hier ansässigen Expats weden wir dank Superbus andauernd über unsere bisherige Reise "interviewt" - und es ergeben sich spannende Kontakte..so etwa mit Chris aus Röschenz (ist lustigerweise vor 30 Jahren in jenes Schulhaus in Laufen gegangen, wo Lucy 4 Jahre lang unterrichtet hat..) welcher seit 15 Jahren in Laos wohnt. Ein Treffen mit ihm gibt viele spannende Inputs für die kommenden Routen und Pisten sowie ernüchternde Informationen über die extreme Korruption sowie die massive Armut in Laos.

...trotz unglaublich starkem französischem Einfluss mit Bistros, Brasseries und Foie Gras sind wir immer noch in Asien...

...trotz unglaublich starkem französischem Einfluss mit Bistros, Brasseries und Foie Gras sind wir immer noch in Asien...

Auf dem Weg in Richtung Norden stimmen wir uns in nem Park wo gerade mal 600 Buddhas stehen auf die allgegenwärtige Religion von Laos ein.

Wir pilgern weiter nach Vang Vieng - dem Travellerhangout Number 1 in Laos. Hier gibt's in den Restaurants nicht nur Internet, Filme, Pary und jensten westlichen Food sondern auch gleich Opium und Mariuhana auf der Speisekarte.... "welcome to the golden Triangle"...

Und nisten uns direkt am Fluss ein, wo wir nicht nur von den Locals viel Besuch kriegen.

Nein, die vielen westlichen Touristen sind voellig fasziniert von unserer Reiseform und es kommt schon mal vor, dass Landsgenoosen 2-3 Stunden neben unserem Bus auf uns warten, um unsere Bekanntschaft machen zu können..gell Hö und Urs. War ne gute Abwechslung hier wiedermal Pary zu machen!!

...hirn hirn, wie bin ich diese Route das letzte mal genau gefahren...

...hirn hirn, wie bin ich diese Route das letzte mal genau gefahren...

Interessanterweise machen wir hier auch Bekanntschaft mit dem Berner Hans, der per Pedal von Hong Kong in die Schweiz unterwegs ist....Respect and go Hans go...Hopp Schwitz!!

Inspiriert setzten auch wir uns endlich wiedermal aufs Bike und erkunden das malerische Backcountry zusammen mit Overlanderkollege Mark aus England (haben wir im indischen Himalaya angetroffen und hat unabhängig von uns ebenfalls den Traum über Vladivostok nach Europa zu cruisen...schlägt sich mit den selben Problemchen rum...).

.. unsere 10 CHF Campingstuehle vom IKEA sind seit dem perfekten Service für rund 1.2 CHF angenehmerweise auch wieder Lehnstühle... wer würde sowas in der Schweiz noch flicken?Bezahlen können??

.. unsere 10 CHF Campingstuehle vom IKEA sind seit dem perfekten Service für rund 1.2 CHF angenehmerweise auch wieder Lehnstühle... wer würde sowas in der Schweiz noch flicken?Bezahlen können??

..da locals represent..diver one..

..da locals represent..diver one..

..wir verabschieden uns von den "kleinen Freunden", die uns hier täglich besucht haben und unsere Wheels drehen in Richtung Luang Prabang - UNESCO Weltkulturerbe.

..die Landschaft ist echt wunderschön un die Hügel erinnern an den Süden von China..

..die Landschaft ist echt wunderschön un die Hügel erinnern an den Süden von China..

Kaum ausserhalb des Tourismushubs Vang Vieng sind wir back to real Laos. Wir haben auf unserem ganzen Trip noch kaum ein Gebiet gekreuzt, wo die Menschen so einfach leben.
Eine schon fast schmerzende Kontroverse zu erleben wie gegensätzlich der touriste Lifestyle zum lokalen Leben an oder wohl eher unter der Existenzgrenze ist.

Kaum in Luang Prabang ist es unschwer zu erkennen, weshalb sich hier die UNESCO so stark einsetzt:

..sie gewaltigen Tempel sind irgendwie zu gross für unsere Kamera..

..sie gewaltigen Tempel sind irgendwie zu gross für unsere Kamera..

Luang Prabang ist ne Mischung aus Buddhistischer Hochburg (es gibt hier 33 wunderschön restaurierte Tempel und Klöster), Kolonialer Hochblüte (unzählige charming Bistros et hotels), sowie ne Art Ballenberg. Aber unbedingt einen Besuch wert!

....all frühmogendliches Gabensammeln der Mönche...die buddhistischen Geistlichen kriegen ihr Essen aus Spenden von der Bevölkerung, welche sie auf einer Tour durch Luang Prabang erhalten.
Leider ist auch dieses schöne Ritual mittlerweilen eine ausgefahrene Touristenattraktion...die Locals verkaufen hier den carweise angekarrten Touristen nen Kübel Spendereis für 5CHF (hier kostet im Restaurant ne Portion Plain Rice 0.3 CHF)....aber was soll's - s bringt wenigstens Devisen ins arme Laos....

...und Reis im Uebermass. Die Körbe der Mönche überquillen bei so vielen Touristen rasch mal, sodass auch die cleveren Kinder der ärmeren Schichten sackweise Reis und Bananen nach Hause bringen...Perfekt nicht?..

...und Reis im Uebermass. Die Körbe der Mönche überquillen bei so vielen Touristen rasch mal, sodass auch die cleveren Kinder der ärmeren Schichten sackweise Reis und Bananen nach Hause bringen...Perfekt nicht?..

Hinzu kommt die einzigartige Stimmung des Mekongs:

...nein die Trinken kein Eichhof hier...haben aber für’s ebenfalls leckere Bier Lao die Farben „kopiert“...

...nein die Trinken kein Eichhof hier...haben aber für’s ebenfalls leckere Bier Lao die Farben „kopiert“...

Bei sovielen Touristen haben wir auch einige sehr lernreiche Bekanntschaften knüpfen können:

So mit ner dänischen Familie die schlechte News zur Vietnamfrage offenbart hat (die reisen mit 4 Kindern seit 14 Monaten mit nem VW-Bus um die Welt!!!).
Die dänische Botschaft hat die grosse Overlanderfrage auf unzähligen vietnamesischen Aemtern überprüft und die traurige Nachricht doppelt unterstrichen kommuniziert: seit Sommer 07 gibt es anhand eines neuen Gesetzes an keiner Grenze ins östliche Nachbarland nen Durchschlupf für ausändische Autos! Snif.

So werden wir also unseren werten Superbus wohl oder übel ab Bangkok gegen Norden verschiffen.

Dieser bittere Tatbestand passt wenigstens zu den neusten News von unserer Russlandvisafront:
Der werte russische Botschafter in Bangkok hat uns telefonisch zugesichert, unter Vorweisung eines "original Letter of Invitation" das Russlandvisum ausnahmsweise in den Pass zu kleben - er wolle das "verständlicherweise" nicht schriftlich bestätigen...s bleibt also immer noch spannend...

Die wilden Dänen waren mit ihrem VW sogar in China unterwegs und haben alleine für den Papierkram (chinesischer Führerausweis, Nummernschilder, Fahrzeugpapiere jeglichster Art, etc..) satte 8000 $ abgedrückt. Geschweige von den 4000 $ die sie für den Begleitoffizier ausgeben mussten (der hat auch noch gleich in ihrem Bus geschlaffen...wie das ging können wir uns nicht wirklich vorstellen).

Somit sind wir gestärkt mit dem Verschiffen um China und Vietnam herum die einzig vernünftige Route gewählt zu haben. Wer zahlt den Chinesen insbesondere bei den neusten Berichten aus dem Tibet denn soviel Geld????

...local Lady auf Goldnuggetsuche am Ufer des Mekongs..Laos wäre reich an Bodenschätzen!

...local Lady auf Goldnuggetsuche am Ufer des Mekongs..Laos wäre reich an Bodenschätzen!

Ne weitere höchstspannende Bekanntschaften machten wir mit Daniel und Nicci aus Bern. Sie arbeiten für Worldvision seit 3 Jahren in Vietnam und Laos und erläuterten wie dramatisch die Situation in Laos im weltweiten Vergleich mit anderen armen Ländern heute ist:
So führt "die Perle Südostasiens" die traurige Statistik über die Sterblichkeit der Frauen bei der Geburt beinahe an. Ein Grossteil der Bevölkerung leidet unter Hunger und fataler Fehlernährung.

Schlimm ist die Tatsache, dass wohl kaum ein Besucher von Laos diesen bitteren Tatbestand im Gegensatz zu z.Bsp Indien (wo die Armut in vielen Gebieten allgegenwärtig ist) schnallt, da sich die Touristen hier in ein paar wenigen, auf touristische Bedürfnisse gepimpten Spots aufhalten. Nicht dass der Tourismus für Laos in unseren Augen eine schlechte Sache wäre, doch fehlt es irgendwie an Aufklärung und Transparenz.

Die nächsten Berner in Luang Prabang sind die Weltenbummler Astrid und Michi. Sie sind nach Neuseeland quer durch Südostasien per ÖV ohne weiteren Support unterwegs in Richtung Mongolei - als seis die normalste Sache der Welt für einen jungen querschnittgelähmten und somit an den Rollstuhl gefesselten Menschen. Es hat uns riesig gefreut euch kennen zu lernen und beeindruckt zu sehen wie mutig und unkompliziert ihr reist und somit eure Träume lebt!! Wünschen euch gute Weiterreise in Richtung Schweiz.

Für alle die sich nun Fragen, ob wir absichtlich nur noch mit Scheizern sprechen weil wir langsam des Reisens müde sind. Falsch geraten!! Dies ist einfach, weil es hier so viele Alpenländler gibt!!
Von Reisemüdigkeit spüren wir noch gar keine Symptome, nein wir stellen uns sogar vor, dass es am tollsten wäre, vor Russland noch nach Südamerika zu verschiffen....wir gehören wohl oder übel zur Spezies "nimmersat".

In diesem Sinne stay tuned

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Aus Interesse für Natur, Kultur, Religion, Unplanbarem und vor allem unserer Selbst, sind wir mit unserem kleinen 4x4 Camper über den Iran, Pakistan und Indien nach Südostasien gereist. Weil wir noch nicht zurück wollen freuen wir uns jetzt riesig über den spontanen Versuch, quer durch Russland, die Mongolei und Kasachstan zurück nach Europa zu cruisen...hoppla hoffentlich hält das unser Bus aus.
Details:
Aufbruch: 15.07.2007
Dauer: 15 Monate
Heimkehr: 10.10.2008
Reiseziele: Schweiz
Kambodscha
Bulgarien
Griechenland
Türkei
Iran
Pakistan
Indien
Malaysia
Thailand
Laos
Japan
Russland / Russische Föderation
Mongolei
Kasachstan
Ukraine
Italien
Der Autor
 
Lucia Dettli / Berny Ackermann berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Lucia Dettli / sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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